PEG MGF
Die langwirksame Fassung von MGF. Durch die Pegylierung genügt eine Gabe täglich statt häufiger örtlicher Injektionen. Studien am Menschen fehlen.

In 30 Sekunden verstanden
- Was ist es?
- Wachstumsfaktor · Einzelsubstanz
- Wofür erforscht?
- Muskelaufbau und Wachstumshormon · Verletzung, Sehnen und Gelenke
- Datenlage
- Stufe D — Überwiegend Tierstudien
- Einschränkung
- Tierstudien; klinische Studien wurden nicht abgeschlossen.
- Darreichungsform
- subkutane Injektion
Diese Vialstärke im Rechner öffnen →Dosis und Häufigkeit gibst du dort selbst ein.
Dosierungsschema
Standard – schrittweiser Aufbau
| Woche | Tagesdosis | Einheiten je Injektion |
|---|---|---|
| Woche 1-2 | 0,2 mg | 30 Einheiten (0,30 mL) |
| Woche 3-4 | 0,3 mg | 45 Einheiten (0,45 mL) |
| Woche 5-6 | 0,4 mg | 60 Einheiten (0,60 mL) |
| Woche 7-8 | 0,5 mg | 75 Einheiten (0,75 mL) |
Was PEG MGF tut
MGF ist eine Spielart des IGF-1, die im Muskelgewebe nach mechanischer Belastung oder Schädigung gebildet wird. Anders als das im Blut zirkulierende IGF-1 wirkt es örtlich: Über seinen eigenen Abschnitt am hinteren Ende aktiviert es Satellitenzellen und stößt die Muskelreparatur an.
Die Ankopplung von Polyethylenglykol — die sogenannte Pegylierung — verlängert die Halbwertszeit erheblich. Dadurch genügt eine subkutane Gabe einmal täglich, statt der häufigen örtlichen Injektionen, die natürliches MGF erfordern würde.
Tierstudien zeigen, dass MGF-Abkömmlinge über mehrere Wochen gegeben die Regeneration von Muskel, Knochen und Knorpel verbessern können.
Beobachteter Nutzen
- Tierstudien belegen über mehrwöchige Gabe eine verbesserte Regeneration von Muskel-, Knochen- und Knorpelgewebe.
- MGF fördert die Vermehrung muskelbildender Vorläuferzellen und verbessert die Muskelreparatur in Verletzungs- und Schwundmodellen.
Nebenwirkungen
- Entscheidend: Es wurden keine klinischen Studien am Menschen abgeschlossen. Sicherheit und Wirksamkeit sind beim Menschen nicht belegt.
- In vorklinischen Modellen im Allgemeinen gut verträglich; leichte Reaktionen an der Einstichstelle sind möglich.
Wie gut ist das belegt?
Tierstudien; klinische Studien wurden nicht abgeschlossen.
Die Stufe beschreibt, wie gut untersucht ein Stoff ist — nicht, wie gut er wirkt. Eingestuft wird von Hand nach den unten aufgeführten Quellen; im Zweifel die schwächere Stufe.
Was die Stufen bedeuten und was hier fehlt
- AUmfangreiche HumanstudienZugelassenes Arzneimittel oder mehrere große kontrollierte Studien.
- BKlinische HumanstudienIn kontrollierten Studien am Menschen untersucht, Umfang begrenzt.
- CBegrenzte HumandatenKleine Studien, Fallserien oder Anwendung außerhalb kontrollierter Studien.
- DÜberwiegend TierstudienBelege stammen weit überwiegend aus Tiermodellen.
- EZell- und LaborversucheBelege stammen aus Zellkulturen oder Modellsystemen.
Für eine bessere EinstufungFür Stufe C fehlen Daten am Menschen — auch kleine Studien oder Fallserien.
Worauf sich alle Zahlen beziehen
Für PEG MGF wird empfohlen, das 2-mg-Vial mit 3 mL bakteriostatischem Wasser anzumischen. Daraus ergibt sich eine Konzentration von 0,67 mg/mL.
Alle Zahlen weiter unten beziehen sich auf genau dieses Mischverhältnis. Die Einheitenangaben in den Tabellen gelten also nur, wenn du dieselbe Wassermenge verwendest.
Nimmst du mehr oder weniger Wasser, ändert sich die Konzentration — und damit jede Einheitenangabe. Die Wirkstoffmenge im Vial bleibt gleich, sie verteilt sich nur anders. Rechne in dem Fall mit dem Umrechner weiter unten, nicht mit den Tabellenwerten.
Angewendet wird einmal täglich, subkutan. Das Schema arbeitet sich schrittweise nach oben — die erste Stufe dient dazu, die Verträglichkeit zu prüfen.
Eigene Dosis umrechnen
Gerechnet mit 0,67 mg/mL auf einer U-100-Spritze. Vollständiger Rechner →
Anmischen
- 3 mL bakteriostatisches Wasser mit einer sterilen Spritze aufziehen.
- Das Wasser langsam an der Innenwand des Vials hinunterlaufen lassen — nicht direkt auf das Pulver strahlen, sonst schäumt es.
- Das Vial vorsichtig schwenken oder rollen, bis sich das Pulver vollständig gelöst hat. Auf keinen Fall schütteln.
- Die Lösung muss klar sein. Ergibt 0,67 mg/mL.
- Vial mit Anmischdatum und Konzentration beschriften und sofort in den Kühlschrank stellen.
Bei 0,67 mg/mL entspricht 1 Einheit auf der U-100-Spritze (0,01 mL) etwa 0,007 mg.
Lagerung
- Gefriergetrocknet (ungeöffnet): einfrieren bei -20 °C
- Angemischt: im Kühlschrank bei 2-8 °C
- Wiederholtes Einfrieren und Auftauen vermeiden.
- Vor Licht geschützt lagern und das Vial mit dem Anmischdatum beschriften.
Was du dafür brauchst
- Gerechnet mit dem Standardschema oben und 7 Anwendungen pro Woche:
- 12 Wochen: 17 Vials, 84 Insulinspritzen, 101 Alkoholtupfer, 51 mL bakteriostatisches Wasser (entspricht 6 × 10-mL-Flaschen).
- 24 Wochen: 38 Vials, 168 Insulinspritzen, 206 Alkoholtupfer, 114 mL bakteriostatisches Wasser (entspricht 12 × 10-mL-Flaschen).
- Ein Kanülenbehälter für die sichere Entsorgung.
- Die Vialzahl ist aufgerundet; Restmengen im Vial sind dabei berücksichtigt.
Wichtige Hinweise
- Dosis, Datum und Einstichstelle jedes Mal notieren — nur so bleibt der Verlauf nachvollziehbar.
- Schrittweise steigern und Aufbaustufen nicht überspringen.
- Angemischte Vials nie über das angegebene Haltbarkeitsfenster hinaus verwenden.
- Bei trüber Lösung, Flocken oder Verfärbung das Vial verwerfen.
Injektionstechnik
- Vialdeckel und Einstichstelle mit einem Alkoholtupfer reinigen und vollständig trocknen lassen.
- Eine Hautfalte abheben und die Nadel im Winkel von 45 bis 90 Grad in das Unterhautfettgewebe einführen.
- Bei subkutaner Gabe nicht aspirieren. Langsam und gleichmäßig injizieren.
- Nach dem Injizieren einige Sekunden warten, bevor die Nadel zurückgezogen wird — so geht keine Dosis verloren.
- Einstichstellen systematisch wechseln (Bauch, Oberschenkel, Oberarm), um Verhärtungen zu vermeiden.
- Für jede Injektion eine neue sterile Nadel verwenden und sie sofort in einen Kanülenbehälter entsorgen.
Quellen
Eingeordnet nach dem, was in der Quellenangabe selbst steht. Wo die Art nicht eindeutig hervorgeht, zählt der Eintrag als weitere Quelle — nicht als Studie.
- Physiological SocietyMGF: a local growth factor or a local tissue repair factor?Quelle öffnen ↗
- In Vivo (PubMed)LaborversuchExpression of IGF-1 isoforms after exercise-induced muscle damage in humans: characterization of the MGF E peptide actions in vitroQuelle öffnen ↗
- International Orthopaedics (PubMed)Mechano growth factor E peptide promotes osteoblasts proliferation and bone-defect healing in rabbitsQuelle öffnen ↗
- Frontiers in Physiology (PubMed)Impaired skeletal muscle regeneration induced by macrophage depletion could be partly ameliorated by MGF injectionQuelle öffnen ↗
- CureusPeptide Therapy (News article on Mechano-Growth Factor)Quelle öffnen ↗
- Rapid Communications in Mass Spectrometry (PubMed)Characterization and identification of a C-terminal amidated mechano growth factor (MGF) analogue in black market productsQuelle öffnen ↗
- CDCChapter 6: Vaccine Administration (Epidemiology and Prevention of Vaccine-Preventable Diseases, 14th ed.)Quelle öffnen ↗
- Cleveland ClinicLipohypertrophy: Symptoms, Causes, Treatment & PreventionQuelle öffnen ↗
- East Carolina University College of NursingAdministering Subcutaneous Injections (Clinical Nursing Skills)Quelle öffnen ↗
Allgemeine Grundlagen (2)
Diese Quellen stehen auf vielen Protokollen — sie belegen Injektionstechnik, Lagerung und Handhabung, nicht die Wirkung dieses Peptids.
- BachemHandling and Storage Guidelines for PeptidesQuelle öffnen ↗
- American Journal of Transplantation (PubMed)A synthetic mechano growth factor E peptide enhances myogenic precursor cell transplantation successQuelle öffnen ↗
Ähnliche Peptide
Vorgeschlagen anhand von Wirkprinzip, gemeinsamer Mischung und Forschungsgebiet dieser Sammlung. Das ist keine Aussage darüber, dass die Stoffe gleichwertig oder austauschbar wären.
Quellen und Berechnungsgrundlagen im jeweiligen Eintrag. Ursprüngliche Zusammenstellung ↗