MGF
Das örtliche Reparatursignal des Muskels. MGF entsteht im Muskel nach Belastung oder Verletzung und aktiviert dessen Stammzellen. Es wirkt gezielt am Ort, nicht im ganzen Körper.

In 30 Sekunden verstanden
- Was ist es?
- Wachstumsfaktor · Einzelsubstanz
- Wofür erforscht?
- Muskelaufbau und Wachstumshormon · Verletzung, Sehnen und Gelenke
- Datenlage
- Stufe D — Überwiegend Tierstudien
- Einschränkung
- Vorklinische Untersuchungen, örtlich begrenzte Wirkung.
- Darreichungsform
- subkutane Injektion
Diese Vialstärke im Rechner öffnen →Dosis und Häufigkeit gibst du dort selbst ein.
Dosierungsschema
Standard – schrittweiser Aufbau
| Woche | Tagesdosis | Einheiten je Injektion |
|---|---|---|
| Woche 1 | 0,1 mg | 6 Einheiten (0,06 mL) |
| Woche 2 | 0,15 mg | 9 Einheiten (0,09 mL) |
| Woche 3 | 0,2 mg | 12 Einheiten (0,12 mL) |
| Woche 4 | 0,25 mg | 15 Einheiten (0,15 mL) |
| Woche 5-8 | 0,3 mg | 18 Einheiten (0,18 mL) |
Was MGF tut
MGF entsteht aus dem IGF-1-Gen durch eine abweichende Verarbeitung der Erbinformation, ausgelöst durch mechanische Belastung oder eine Gewebeschädigung.
Das dabei entstehende Peptid trägt am hinteren Ende einen eigenen Abschnitt, die sogenannte E-Domäne, die es vom im Blut zirkulierenden IGF-1 unterscheidet.
Vorklinische Forschung zeigt, dass MGF Satellitenzellen aktiviert — die Stammzellen der Muskulatur —, die Vermehrung knochenaufbauender Zellen fördert und die Bildung neuer Nervenzellen unterstützt.
Diese Wirkungen bleiben örtlich begrenzt und kurzlebig. MGF verhält sich damit eher wie ein gewebespezifisches Reparatursignal als wie ein im ganzen Körper wirkender Wachstumsfaktor.
Beobachteter Nutzen
- Aktiviert Satellitenzellen und fördert die Vermehrung von Muskelvorläuferzellen.
- Unterstützt in Tiermodellen die Heilung von Knochendefekten und die Aktivität knochenaufbauender Zellen.
- Könnte im alternden Gehirn die Bildung neuer Nervenzellen fördern und Nervengewebe schützen.
Nebenwirkungen
- In vorklinischen Untersuchungen im Allgemeinen gut verträglich; gelegentlich leichte Reaktionen an der Einstichstelle.
- Langzeitdaten am Menschen fehlen weitgehend. Die vorklinischen Modelle sprechen für örtlich begrenzte statt körperweite Wirkungen.
Wie gut ist das belegt?
Vorklinische Untersuchungen, örtlich begrenzte Wirkung.
Die Stufe beschreibt, wie gut untersucht ein Stoff ist — nicht, wie gut er wirkt. Eingestuft wird von Hand nach den unten aufgeführten Quellen; im Zweifel die schwächere Stufe.
Was die Stufen bedeuten und was hier fehlt
- AUmfangreiche HumanstudienZugelassenes Arzneimittel oder mehrere große kontrollierte Studien.
- BKlinische HumanstudienIn kontrollierten Studien am Menschen untersucht, Umfang begrenzt.
- CBegrenzte HumandatenKleine Studien, Fallserien oder Anwendung außerhalb kontrollierter Studien.
- DÜberwiegend TierstudienBelege stammen weit überwiegend aus Tiermodellen.
- EZell- und LaborversucheBelege stammen aus Zellkulturen oder Modellsystemen.
Für eine bessere EinstufungFür Stufe C fehlen Daten am Menschen — auch kleine Studien oder Fallserien.
Worauf sich alle Zahlen beziehen
Für MGF wird empfohlen, das 5-mg-Vial mit 3 mL bakteriostatischem Wasser anzumischen. Daraus ergibt sich eine Konzentration von 1,67 mg/mL.
Alle Zahlen weiter unten beziehen sich auf genau dieses Mischverhältnis. Die Einheitenangaben in den Tabellen gelten also nur, wenn du dieselbe Wassermenge verwendest.
Nimmst du mehr oder weniger Wasser, ändert sich die Konzentration — und damit jede Einheitenangabe. Die Wirkstoffmenge im Vial bleibt gleich, sie verteilt sich nur anders. Rechne in dem Fall mit dem Umrechner weiter unten, nicht mit den Tabellenwerten.
Angewendet wird einmal täglich, subkutan. Das Schema arbeitet sich schrittweise nach oben — die erste Stufe dient dazu, die Verträglichkeit zu prüfen.
Eigene Dosis umrechnen
Gerechnet mit 1,67 mg/mL auf einer U-100-Spritze. Vollständiger Rechner →
Anmischen
- 3 mL bakteriostatisches Wasser mit einer sterilen Spritze aufziehen.
- Das Wasser langsam an der Innenwand des Vials hinunterlaufen lassen — nicht direkt auf das Pulver strahlen, sonst schäumt es.
- Das Vial vorsichtig schwenken oder rollen, bis sich das Pulver vollständig gelöst hat. Auf keinen Fall schütteln.
- Die Lösung muss klar sein. Ergibt 1,67 mg/mL.
- Vial mit Anmischdatum und Konzentration beschriften und sofort in den Kühlschrank stellen.
Bei 1,67 mg/mL entspricht 1 Einheit auf der U-100-Spritze (0,01 mL) etwa 0,017 mg.
Lagerung
- Gefriergetrocknet (ungeöffnet): einfrieren bei -20 °C
- Angemischt: im Kühlschrank bei 2-8 °C
- Vor Licht geschützt lagern und das Vial mit dem Anmischdatum beschriften.
Was du dafür brauchst
- Gerechnet mit dem Standardschema oben und 7 Anwendungen pro Woche:
- 12 Wochen: 5 Vials, 84 Insulinspritzen, 89 Alkoholtupfer, 15 mL bakteriostatisches Wasser (entspricht 2 × 10-mL-Flaschen).
- 24 Wochen: 10 Vials, 168 Insulinspritzen, 178 Alkoholtupfer, 30 mL bakteriostatisches Wasser (entspricht 3 × 10-mL-Flaschen).
- Ein Kanülenbehälter für die sichere Entsorgung.
- Die Vialzahl ist aufgerundet; Restmengen im Vial sind dabei berücksichtigt.
Wichtige Hinweise
- Dosis, Datum und Einstichstelle jedes Mal notieren — nur so bleibt der Verlauf nachvollziehbar.
- Schrittweise steigern und Aufbaustufen nicht überspringen.
- Angemischte Vials nie über das angegebene Haltbarkeitsfenster hinaus verwenden.
- Bei trüber Lösung, Flocken oder Verfärbung das Vial verwerfen.
Injektionstechnik
- Vialdeckel und Einstichstelle mit einem Alkoholtupfer reinigen und vollständig trocknen lassen.
- Eine Hautfalte abheben und die Nadel im Winkel von 45 bis 90 Grad in das Unterhautfettgewebe einführen.
- Bei subkutaner Gabe nicht aspirieren. Langsam und gleichmäßig injizieren.
- Nach dem Injizieren einige Sekunden warten, bevor die Nadel zurückgezogen wird — so geht keine Dosis verloren.
- Einstichstellen systematisch wechseln (Bauch, Oberschenkel, Oberarm), um Verhärtungen zu vermeiden.
- Für jede Injektion eine neue sterile Nadel verwenden und sie sofort in einen Kanülenbehälter entsorgen.
Quellen
Eingeordnet nach dem, was in der Quellenangabe selbst steht. Wo die Art nicht eindeutig hervorgeht, zählt der Eintrag als weitere Quelle — nicht als Studie.
- PLOS ONE (2013)2013Insulin‑like growth factor I (IGF‑1) Ec/Mechano Growth Factor: splice variant characterization within the growth plateQuelle öffnen ↗
- Journal of Molecular Endocrinology (2003)2003Expression of IGF‑I splice variants and structural genes in repair of rabbit tendonQuelle öffnen ↗
- International Orthopaedics (2011)2011Mechano growth factor E peptide promotes osteoblast proliferation and bone‑defect healing in rabbitsQuelle öffnen ↗
- Sigma‑AldrichStorage and handling of synthetic peptides (stability and reconstitution guidelines)Quelle öffnen ↗
- R&D SystemsRecombinant human LR3 IGF‑I protein datasheet (storage and stability recommendations)Quelle öffnen ↗
- Molecular Brain (2017)Tiermodell2017Mechano growth factor promotes neurogenesis in the aging mouse brainQuelle öffnen ↗
- Experimental Cell Research (2008)2008MGF E‑peptide activates human muscle satellite cellsQuelle öffnen ↗
Allgemeine Grundlagen (3)
Diese Quellen stehen auf vielen Protokollen — sie belegen Injektionstechnik, Lagerung und Handhabung, nicht die Wirkung dieses Peptids.
- CDC (Subcut Injection PDF)Amtliche AngabeVaccine administration: subcutaneous injection technique and site guidanceQuelle öffnen ↗
- Subcutaneous Drug Injection Review (PMC)ÜbersichtsarbeitPharmacologic considerations of the subcutaneous routeQuelle öffnen ↗
- Johns Hopkins Arthritis CenterHow to give a subcutaneous injection (site rotation and technique)Quelle öffnen ↗
Ähnliche Peptide
Vorgeschlagen anhand von Wirkprinzip, gemeinsamer Mischung und Forschungsgebiet dieser Sammlung. Das ist keine Aussage darüber, dass die Stoffe gleichwertig oder austauschbar wären.
Quellen und Berechnungsgrundlagen im jeweiligen Eintrag. Ursprüngliche Zusammenstellung ↗