Neuroxelin
Eine Mischung für das verletzte Gehirn. Neuroxelin soll den durch Übererregung ausgelösten Nervenzelltod bremsen, die Entzündung im Nervengewebe dämpfen und die Reparatur von Synapsen fördern.

In 30 Sekunden verstanden
- Was ist es?
- Neuroprotektivum · Fertigmischung
- Wofür erforscht?
- Nerven und Neuropathie
- Datenlage
- Stufe D — Überwiegend Tierstudien
- Einschränkung
- Belege stammen von verwandten Einzelpeptiden, nicht von der Mischung.
- Darreichungsform
- subkutane Injektion
Diese Vialstärke im Rechner öffnen →Dosis und Häufigkeit gibst du dort selbst ein.
Dosierungsschema
Standard – schrittweiser Aufbau
| Woche | Tagesdosis | Einheiten je Injektion |
|---|---|---|
| Woche 1-4 | 0,5 mg | 3 Einheiten (0,03 mL) |
| Woche 5-8 | 0,75 mg | 4,7 Einheiten (0,047 mL) |
Standard – schrittweiser Aufbau
| Tier | Tagesdosis | Einheiten je Injektion |
|---|---|---|
| Conservative | 0,25 mg | 1,6 Einheiten (0,016 mL) |
| Typical | 0,5 mg | 3,1 Einheiten (0,031 mL) |
| Fortgeschritten | 1 mg | 6,3 Einheiten (0,063 mL) |
Was Neuroxelin tut
Neuroxelin soll an mehreren Stellen in die Schadenskette nach einer Hirnverletzung eingreifen.
Es könnte den durch Übererregung ausgelösten Untergang von Nervenzellen dämpfen, indem es die Signalgebung am NMDA-Rezeptor stört — ähnlich wie Nerinetid, das die Wechselwirkung mit dem Protein PSD-95 unterbricht.
Zusätzlich können Peptide dieser Gruppe die Entzündung im Nervengewebe verringern, indem sie die Aktivierung der Mikroglia und die Freisetzung entzündlicher Botenstoffe drosseln — gezeigt an ApoE-nachahmenden Peptiden wie CN-105.
Drittens kann das Peptid nervennährend wirken, indem es die Reparatur von Synapsen und die Bildung neuer Nervenzellen fördert und damit das Überleben von Nervenzellen sowie die Gefäßreparatur nach akuten Hirnschädigungen unterstützt.
Beobachteter Nutzen
- Untersuchungen deuten auf bessere neurologische Ergebnisse und funktionelle Erholung nach Schlaganfall oder Hirnverletzung hin.
- Studien zur Peptidgabe zeigten über 90 bis 360 Tage deutliche Verbesserungen in kognitiven Tests wie dem MoCA und bei der Verarbeitungsgeschwindigkeit.
- Tierstudien belegen weniger Nervenzelluntergang, geringere Mikroglia-Aktivierung und bessere Verhaltensergebnisse.
- Verwandte Peptide zeigten in Phase-III-Studien ein niedriges Risikoprofil, ohne bedeutsamen Unterschied zu Scheinmedikament.
Nebenwirkungen
- Möglicherweise leichte Reaktionen an der Einstichstelle wie Rötung oder Reizung; Stellen wechseln.
- Zu Neuroxelin selbst als Mischung liegen keine eigenen klinischen Daten vor — die Aussagen stützen sich auf verwandte Einzelpeptide.
Wie gut ist das belegt?
Belege stammen von verwandten Einzelpeptiden, nicht von der Mischung.
Die Stufe beschreibt, wie gut untersucht ein Stoff ist — nicht, wie gut er wirkt. Eingestuft wird von Hand nach den unten aufgeführten Quellen; im Zweifel die schwächere Stufe.
Was die Stufen bedeuten und was hier fehlt
- AUmfangreiche HumanstudienZugelassenes Arzneimittel oder mehrere große kontrollierte Studien.
- BKlinische HumanstudienIn kontrollierten Studien am Menschen untersucht, Umfang begrenzt.
- CBegrenzte HumandatenKleine Studien, Fallserien oder Anwendung außerhalb kontrollierter Studien.
- DÜberwiegend TierstudienBelege stammen weit überwiegend aus Tiermodellen.
- EZell- und LaborversucheBelege stammen aus Zellkulturen oder Modellsystemen.
Für eine bessere EinstufungFür Stufe C fehlen Daten am Menschen — auch kleine Studien oder Fallserien.
Worauf sich alle Zahlen beziehen
Für Neuroxelin wird empfohlen, das 48-mg-Vial mit 3 mL bakteriostatischem Wasser anzumischen. Daraus ergibt sich eine Konzentration von 16 mg/mL.
Alle Zahlen weiter unten beziehen sich auf genau dieses Mischverhältnis. Die Einheitenangaben in den Tabellen gelten also nur, wenn du dieselbe Wassermenge verwendest.
Nimmst du mehr oder weniger Wasser, ändert sich die Konzentration — und damit jede Einheitenangabe. Die Wirkstoffmenge im Vial bleibt gleich, sie verteilt sich nur anders. Rechne in dem Fall mit dem Umrechner weiter unten, nicht mit den Tabellenwerten.
Angewendet wird einmal täglich, subkutan. Das Schema arbeitet sich schrittweise nach oben — die erste Stufe dient dazu, die Verträglichkeit zu prüfen.
Eigene Dosis umrechnen
Gerechnet mit 16 mg/mL auf einer U-100-Spritze. Vollständiger Rechner →
Anmischen
- 3 mL bakteriostatisches Wasser mit einer sterilen Spritze aufziehen.
- Das Wasser langsam an der Innenwand des Vials hinunterlaufen lassen — nicht direkt auf das Pulver strahlen, sonst schäumt es.
- Das Vial vorsichtig schwenken oder rollen, bis sich das Pulver vollständig gelöst hat. Auf keinen Fall schütteln.
- Die Lösung muss klar sein. Ergibt 16 mg/mL.
- Vial mit Anmischdatum und Konzentration beschriften und sofort in den Kühlschrank stellen.
Bei 16 mg/mL entspricht 1 Einheit auf der U-100-Spritze (0,01 mL) etwa 0,16 mg.
Lagerung
- Gefriergetrocknet (ungeöffnet): einfrieren bei -20 °C
- Angemischt: im Kühlschrank bei 2-8 °C
- Wiederholtes Einfrieren und Auftauen vermeiden.
- Vor Licht geschützt lagern und das Vial mit dem Anmischdatum beschriften.
Was du dafür brauchst
- Gerechnet mit dem Standardschema oben und 7 Anwendungen pro Woche:
- 12 Wochen: 2 Vials, 84 Insulinspritzen, 86 Alkoholtupfer, 6 mL bakteriostatisches Wasser (entspricht 1 × 10-mL-Flasche).
- 24 Wochen: 3 Vials, 168 Insulinspritzen, 171 Alkoholtupfer, 9 mL bakteriostatisches Wasser (entspricht 1 × 10-mL-Flasche).
- Ein Kanülenbehälter für die sichere Entsorgung.
- Die Vialzahl ist aufgerundet; Restmengen im Vial sind dabei berücksichtigt.
Wichtige Hinweise
- Dosis, Datum und Einstichstelle jedes Mal notieren — nur so bleibt der Verlauf nachvollziehbar.
- Schrittweise steigern und Aufbaustufen nicht überspringen.
- Angemischte Vials nie über das angegebene Haltbarkeitsfenster hinaus verwenden.
- Bei trüber Lösung, Flocken oder Verfärbung das Vial verwerfen.
Injektionstechnik
- Vialdeckel und Einstichstelle mit einem Alkoholtupfer reinigen und vollständig trocknen lassen.
- Eine Hautfalte abheben und die Nadel im Winkel von 45 bis 90 Grad in das Unterhautfettgewebe einführen.
- Bei subkutaner Gabe nicht aspirieren. Langsam und gleichmäßig injizieren.
- Nach dem Injizieren einige Sekunden warten, bevor die Nadel zurückgezogen wird — so geht keine Dosis verloren.
- Einstichstellen systematisch wechseln (Bauch, Oberschenkel, Oberarm), um Verhärtungen zu vermeiden.
- Für jede Injektion eine neue sterile Nadel verwenden und sie sofort in einen Kanülenbehälter entsorgen.
Quellen
Eingeordnet nach dem, was in der Quellenangabe selbst steht. Wo die Art nicht eindeutig hervorgeht, zählt der Eintrag als weitere Quelle — nicht als Studie.
- The LancetPhase-3-StudieEfficacy and safety of nerinetide for acute ischaemic stroke (ESCAPE-NA1): Phase 3 RCT of PSD-95 inhibitor peptideQuelle öffnen ↗
- Scientific Reports (Nature)TiermodellNeuroprotective pentapeptide CN-105 reduces sterile inflammation and improves outcomes in TBI murine modelQuelle öffnen ↗
- Drugs (Springer/PubMed)Efficacy and safety of sovateltide in acute cerebral ischaemic stroke: Phase III clinical trialQuelle öffnen ↗
- Nutrients (PMC)Neuropsychological performance after extended N-Pep-12 supplementation in ischemic stroke (12-month study)Quelle öffnen ↗
- GenScriptPeptide storage and handling guidelines: stability, reconstitution, and freeze-thaw considerationsQuelle öffnen ↗
- NIBSC (UK MHRA)Peptide handling, dissolution, and storage guidelines from standards agencyQuelle öffnen ↗
- Biochimica et Biophysica Acta (ScienceDirect)Advances in clinical studies of peptide drugs in stroke disease: mechanisms and progressQuelle öffnen ↗
- Stroke (AHA Journals)Factors influencing nerinetide effect on infarct volume in stroke patientsQuelle öffnen ↗
- PubMedPhase-1-StudiePhase 1 randomized, double-blind, placebo-controlled study of CN-105 safety and pharmacokineticsQuelle öffnen ↗
Allgemeine Grundlagen (5)
Diese Quellen stehen auf vielen Protokollen — sie belegen Injektionstechnik, Lagerung und Handhabung, nicht die Wirkung dieses Peptids.
- CDCVaccine administration: subcutaneous injection technique (angle, site, no aspiration)Quelle öffnen ↗
- CDCAmtliche AngabeVaccine administration during vaccination: subcutaneous injection guidanceQuelle öffnen ↗
- Advances in Therapy (PMC)Subcutaneous injection of drugs: factors influencing pain sensation at injection siteQuelle öffnen ↗
- Translational Psychiatry (Nature)Davunetide effects on memory in prodromal Alzheimer’s diseaseQuelle öffnen ↗
- Schizophrenia Research (ScienceDirect)Effect of the neuroprotective peptide davunetide (AL-108) on cognition and safetyQuelle öffnen ↗
Ähnliche Peptide
Vorgeschlagen anhand von Wirkprinzip, gemeinsamer Mischung und Forschungsgebiet dieser Sammlung. Das ist keine Aussage darüber, dass die Stoffe gleichwertig oder austauschbar wären.
Quellen und Berechnungsgrundlagen im jeweiligen Eintrag. Ursprüngliche Zusammenstellung ↗