Ara-290
Ein Peptid für geschädigte Nerven. Ara-290 dämpft Entzündung und Zelltod, ohne die Blutbildung anzuregen. In Studien besserten sich Nervenschmerzen, und geschädigte Nervenfasern wuchsen messbar nach.

In 30 Sekunden verstanden
- Was ist es?
- Gewebeschutz · Einzelsubstanz
- Wofür erforscht?
- Nerven und Neuropathie
- Datenlage
- Stufe B — Klinische Humanstudien
- Einschränkung
- Kontrollierte Studien bei diabetischer und sarkoidosebedingter Nervenschädigung.
- Darreichungsform
- subkutane Injektion
Diese Vialstärke im Rechner öffnen →Dosis und Häufigkeit gibst du dort selbst ein.
Dosierungsschema
Standard – schrittweiser Aufbau
| Woche | Tagesdosis | Einheiten je Injektion |
|---|---|---|
| Woche 1 | 2 mg | 25 Einheiten (0,25 mL) |
| Woche 2-8 (or up to 16) | 4 mg | 50 Einheiten (0,50 mL) |
Was Ara-290 tut
Ara-290, auch Cibinetid genannt, bindet an den sogenannten Innate Repair Receptor. Dieser besteht aus zwei Bausteinen — dem Erythropoetin-Rezeptor und der CD131-Untereinheit — und unterscheidet sich damit vom klassischen EPO-Rezeptor.
Diese gezielte Bindung schaltet Signalwege an, die den Zelltod hemmen und Entzündung dämpfen. Sie schützen Gewebe und fördern die Reparatur, ohne die Bildung roter Blutkörperchen anzuregen.
Vorklinische Arbeiten zeigen, dass Ara-290 ein entzündliches, gewebeschädigendes Milieu in ein heilungsförderndes umprogrammieren kann. Zusätzlich wurden schmerzlindernde Wirkungen beobachtet — über die Beeinflussung des Immunsystems und die direkte Hemmung von TRPV1-Ionenkanälen, jenen Kanälen, die auch durch Capsaicin aktiviert werden.
Beobachteter Nutzen
- Nervenschutz: In klinischen Studien zur diabetischen Nervenschädigung verbesserten sich unter 4 mg täglich HbA1c, Blutfettwerte und die Schmerzbewertung.
- Nervenregeneration: Bei Sarkoidose-bedingter Schädigung dünner Nervenfasern nahm die Nervenfaserdichte in der Hornhaut messbar zu — ein objektiver Nachweis nachwachsender Nerven — bei gleichzeitig gebesserten Beschwerden gegenüber Scheinmedikament.
- Gewebeschutz: entzündungshemmende und zelltodhemmende Wirkungen in vorklinischen Modellen mehrerer Organsysteme.
- Kein Einfluss auf die Blutbildung: Anders als vollständiges EPO regt Ara-290 die Bildung roter Blutkörperchen nicht an und vermeidet damit die zugehörigen Risiken.
Nebenwirkungen
- In klinischen Studien gut vertragen.
- Gelegentlich leichte Reaktionen an der Einstichstelle wie Rötung oder vorübergehendes Missempfinden.
Wie gut ist das belegt?
Kontrollierte Studien bei diabetischer und sarkoidosebedingter Nervenschädigung.
Die Stufe beschreibt, wie gut untersucht ein Stoff ist — nicht, wie gut er wirkt. Eingestuft wird von Hand nach den unten aufgeführten Quellen; im Zweifel die schwächere Stufe.
Was die Stufen bedeuten und was hier fehlt
- AUmfangreiche HumanstudienZugelassenes Arzneimittel oder mehrere große kontrollierte Studien.
- BKlinische HumanstudienIn kontrollierten Studien am Menschen untersucht, Umfang begrenzt.
- CBegrenzte HumandatenKleine Studien, Fallserien oder Anwendung außerhalb kontrollierter Studien.
- DÜberwiegend TierstudienBelege stammen weit überwiegend aus Tiermodellen.
- EZell- und LaborversucheBelege stammen aus Zellkulturen oder Modellsystemen.
Für eine bessere EinstufungFür Stufe A fehlen mehrere große kontrollierte Studien oder eine arzneimittelrechtliche Zulassung.
Worauf sich alle Zahlen beziehen
Für Ara-290 wird empfohlen, das 16-mg-Vial mit 2 mL bakteriostatischem Wasser anzumischen. Daraus ergibt sich eine Konzentration von 8 mg/mL.
Alle Zahlen weiter unten beziehen sich auf genau dieses Mischverhältnis. Die Einheitenangaben in den Tabellen gelten also nur, wenn du dieselbe Wassermenge verwendest.
Nimmst du mehr oder weniger Wasser, ändert sich die Konzentration — und damit jede Einheitenangabe. Die Wirkstoffmenge im Vial bleibt gleich, sie verteilt sich nur anders. Rechne in dem Fall mit dem Umrechner weiter unten, nicht mit den Tabellenwerten.
Angewendet wird einmal täglich, subkutan. Das Schema arbeitet sich schrittweise nach oben — die erste Stufe dient dazu, die Verträglichkeit zu prüfen.
Eigene Dosis umrechnen
Gerechnet mit 8 mg/mL auf einer U-100-Spritze. Vollständiger Rechner →
Anmischen
- 2 mL bakteriostatisches Wasser mit einer sterilen Spritze aufziehen.
- Das Wasser langsam an der Innenwand des Vials hinunterlaufen lassen — nicht direkt auf das Pulver strahlen, sonst schäumt es.
- Das Vial vorsichtig schwenken oder rollen, bis sich das Pulver vollständig gelöst hat. Auf keinen Fall schütteln.
- Die Lösung muss klar sein. Ergibt 8 mg/mL.
- Vial mit Anmischdatum und Konzentration beschriften und sofort in den Kühlschrank stellen.
Bei 8 mg/mL entspricht 1 Einheit auf der U-100-Spritze (0,01 mL) etwa 0,08 mg.
Lagerung
- Gefriergetrocknet (ungeöffnet): einfrieren bei -8 °C
- Angemischt: im Kühlschrank, innerhalb von 28 Tage aufbrauchen
- Vor Licht geschützt lagern und das Vial mit dem Anmischdatum beschriften.
Was du dafür brauchst
- Gerechnet mit dem Standardschema oben und 7 Anwendungen pro Woche:
- 12 Wochen: 21 Vials, 84 Insulinspritzen, 105 Alkoholtupfer, 42 mL bakteriostatisches Wasser (entspricht 5 × 10-mL-Flaschen).
- 24 Wochen: 42 Vials, 168 Insulinspritzen, 210 Alkoholtupfer, 84 mL bakteriostatisches Wasser (entspricht 9 × 10-mL-Flaschen).
- Ein Kanülenbehälter für die sichere Entsorgung.
- Die Vialzahl ist aufgerundet; Restmengen im Vial sind dabei berücksichtigt.
Wichtige Hinweise
- Dosis, Datum und Einstichstelle jedes Mal notieren — nur so bleibt der Verlauf nachvollziehbar.
- Schrittweise steigern und Aufbaustufen nicht überspringen.
- Angemischte Vials nie über das angegebene Haltbarkeitsfenster hinaus verwenden.
- Bei trüber Lösung, Flocken oder Verfärbung das Vial verwerfen.
Injektionstechnik
- Vialdeckel und Einstichstelle mit einem Alkoholtupfer reinigen und vollständig trocknen lassen.
- Eine Hautfalte abheben und die Nadel im Winkel von 45 bis 90 Grad in das Unterhautfettgewebe einführen.
- Bei subkutaner Gabe nicht aspirieren. Langsam und gleichmäßig injizieren.
- Nach dem Injizieren einige Sekunden warten, bevor die Nadel zurückgezogen wird — so geht keine Dosis verloren.
- Einstichstellen systematisch wechseln (Bauch, Oberschenkel, Oberarm), um Verhärtungen zu vermeiden.
- Für jede Injektion eine neue sterile Nadel verwenden und sie sofort in einen Kanülenbehälter entsorgen.
Quellen
Eingeordnet nach dem, was in der Quellenangabe selbst steht. Wo die Art nicht eindeutig hervorgeht, zählt der Eintrag als weitere Quelle — nicht als Studie.
- IUPHAR/BPS Guide to PharmacologyCibinetide (ARA-290) ligand profile: structure, receptor binding, and pharmacologyQuelle öffnen ↗
- Molecular Medicine (2014)2014Brines M. et al.: ARA 290 improves metabolic control and neuropathic symptoms in patients with type 2 diabetesQuelle öffnen ↗
- Molecular Medicine (2013)2013Dahan A. et al.: ARA 290 improves symptoms in sarcoidosis-associated small nerve fiber loss and increases corneal nerve fiber densityQuelle öffnen ↗
- ClinicalTrials.gov (NCT02039687)Phase-2-StudiePhase 2 study of ARA 290 on corneal nerve fiber density in sarcoidosis (1 mg vs 4 mg vs 8 mg daily SC for 28 days)Quelle öffnen ↗
- USP General ChaptersPharmaceutical compounding with bacteriostatic water: stability and beyond-use datingQuelle öffnen ↗
- Cleveland ClinicSubcutaneous injections: where and how to administer at homeQuelle öffnen ↗
- Pain Reports (2017)Übersichtsarbeit2017Davis T. et al.: Targeting the innate repair receptor to treat neuropathy (review of ARA-290 mechanisms)Quelle öffnen ↗
- Investigative Ophthalmology & Visual Science (2016)2016Cibinetide improves corneal nerve fiber abundance in patients with sarcoidosis-associated small fiber neuropathyQuelle öffnen ↗
- Peptides Journal (2016)2016Zhang W. et al.: ARA 290 relieves pathophysiological pain by targeting TRPV1 channelQuelle öffnen ↗
Allgemeine Grundlagen (4)
Diese Quellen stehen auf vielen Protokollen — sie belegen Injektionstechnik, Lagerung und Handhabung, nicht die Wirkung dieses Peptids.
- NCBI BookshelfStability and storage considerations for lyophilized peptide formulationsQuelle öffnen ↗
- Johns Hopkins Arthritis CenterHow to give a subcutaneous injection: patient guideQuelle öffnen ↗
- CDCAmtliche AngabeVaccine administration: subcutaneous route (angle, site, and technique guidance)Quelle öffnen ↗
- PMC Subcutaneous Drug Delivery ReviewÜbersichtsarbeitPharmacologic considerations of the subcutaneous injection routeQuelle öffnen ↗
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Vorgeschlagen anhand von Wirkprinzip, gemeinsamer Mischung und Forschungsgebiet dieser Sammlung. Das ist keine Aussage darüber, dass die Stoffe gleichwertig oder austauschbar wären.
Quellen und Berechnungsgrundlagen im jeweiligen Eintrag. Ursprüngliche Zusammenstellung ↗