Cortagen
Ein Peptid für die Nervenregeneration. Cortagen beschleunigte in Tiermodellen das Nachwachsen geschädigter Nerven deutlich und schützte Nervengewebe bei Minderdurchblutung.

In 30 Sekunden verstanden
- Was ist es?
- Bioregulator · Einzelsubstanz
- Wofür erforscht?
- Nerven und Neuropathie
- Datenlage
- Stufe D — Überwiegend Tierstudien
- Einschränkung
- Vorklinische Studien zur Nervenregeneration.
- Darreichungsform
- subkutane Injektion
Diese Vialstärke im Rechner öffnen →Dosis und Häufigkeit gibst du dort selbst ein.
Dosierungsschema
Standard – schrittweiser Aufbau
| Woche | Tagesdosis | Einheiten je Injektion |
|---|---|---|
| Woche 1-2 | 1 mg | 15 Einheiten (0,15 mL) |
| Woche 3-4 | 2 mg | 30 Einheiten (0,30 mL) |
Was Cortagen tut
Cortagen besteht aus vier Aminosäuren und wurde aus der Aminosäureanalyse von Cortexin abgeleitet, einer natürlichen Zubereitung aus Hirnrinde.
Es wirkt als Regler der Genaktivität und beeinflusst epigenetisch die Bildung von Proteinen, die für Wachstum, Ausdifferenzierung und Widerstandsfähigkeit von Nervenzellen gebraucht werden.
In vorklinischen Studien steigerte Cortagen nervennährende Faktoren, senkte Marker für oxidativen Stress und beschleunigte die Regeneration peripherer Nerven: In Verletzungsmodellen nahmen Wachstumsgeschwindigkeit der Nervenfasern und Leitgeschwindigkeit um 27 bis 40 Prozent zu. In Modellen für chronische Minderdurchblutung des Gehirns verbesserte es die Erholung und schützte vor oxidativen Schäden.
Beobachteter Nutzen
- Unterstützt in Verletzungsmodellen die Regeneration peripherer Nerven mit besserer Wachstums- und Leitgeschwindigkeit.
- Zeigt in Modellen für Minderdurchblutung nervenschützende Wirkungen, indem es die Fettoxidation in Membranen senkt und die Aktivität antioxidativer Enzyme erhält.
- Könnte über die Förderung von Synapsenbildung und Nervenfaserwachstum geistige Leistung und Gedächtnis unterstützen.
- Beeinflusst die Genaktivität in Herz- und Nervengewebe mit breiter regulatorischer Wirkung.
Nebenwirkungen
- In Tierstudien wurden bei therapeutischen Dosierungen keine nennenswerten unerwünschten Wirkungen beobachtet.
- Gelegentlich leichte Reaktionen an der Einstichstelle wie Rötung oder Juckreiz.
- Belastbare Studien am Menschen fehlen.
Wie gut ist das belegt?
Vorklinische Studien zur Nervenregeneration.
Die Stufe beschreibt, wie gut untersucht ein Stoff ist — nicht, wie gut er wirkt. Eingestuft wird von Hand nach den unten aufgeführten Quellen; im Zweifel die schwächere Stufe.
Was die Stufen bedeuten und was hier fehlt
- AUmfangreiche HumanstudienZugelassenes Arzneimittel oder mehrere große kontrollierte Studien.
- BKlinische HumanstudienIn kontrollierten Studien am Menschen untersucht, Umfang begrenzt.
- CBegrenzte HumandatenKleine Studien, Fallserien oder Anwendung außerhalb kontrollierter Studien.
- DÜberwiegend TierstudienBelege stammen weit überwiegend aus Tiermodellen.
- EZell- und LaborversucheBelege stammen aus Zellkulturen oder Modellsystemen.
Für eine bessere EinstufungFür Stufe C fehlen Daten am Menschen — auch kleine Studien oder Fallserien.
Worauf sich alle Zahlen beziehen
Für Cortagen wird empfohlen, das 20-mg-Vial mit 3 mL bakteriostatischem Wasser anzumischen. Daraus ergibt sich eine Konzentration von 6,67 mg/mL.
Alle Zahlen weiter unten beziehen sich auf genau dieses Mischverhältnis. Die Einheitenangaben in den Tabellen gelten also nur, wenn du dieselbe Wassermenge verwendest.
Nimmst du mehr oder weniger Wasser, ändert sich die Konzentration — und damit jede Einheitenangabe. Die Wirkstoffmenge im Vial bleibt gleich, sie verteilt sich nur anders. Rechne in dem Fall mit dem Umrechner weiter unten, nicht mit den Tabellenwerten.
Angewendet wird einmal täglich, subkutan. Das Schema arbeitet sich schrittweise nach oben — die erste Stufe dient dazu, die Verträglichkeit zu prüfen.
Eigene Dosis umrechnen
Gerechnet mit 6,67 mg/mL auf einer U-100-Spritze. Vollständiger Rechner →
Anmischen
- 3 mL bakteriostatisches Wasser mit einer sterilen Spritze aufziehen.
- Das Wasser langsam an der Innenwand des Vials hinunterlaufen lassen — nicht direkt auf das Pulver strahlen, sonst schäumt es.
- Das Vial vorsichtig schwenken oder rollen, bis sich das Pulver vollständig gelöst hat. Auf keinen Fall schütteln.
- Die Lösung muss klar sein. Ergibt 6,67 mg/mL.
- Vial mit Anmischdatum und Konzentration beschriften und sofort in den Kühlschrank stellen.
Bei 6,67 mg/mL entspricht 1 Einheit auf der U-100-Spritze (0,01 mL) etwa 0,067 mg.
Lagerung
- Gefriergetrocknet (ungeöffnet): einfrieren bei -20 °C
- Angemischt: im Kühlschrank bei 2-8 °C
- Wiederholtes Einfrieren und Auftauen vermeiden.
- Vor Licht geschützt lagern und das Vial mit dem Anmischdatum beschriften.
Was du dafür brauchst
- Gerechnet mit dem Standardschema oben und 7 Anwendungen pro Woche:
- 12 Wochen: 8 Vials, 84 Insulinspritzen, 92 Alkoholtupfer, 24 mL bakteriostatisches Wasser (entspricht 3 × 10-mL-Flaschen).
- 24 Wochen: 17 Vials, 168 Insulinspritzen, 185 Alkoholtupfer, 51 mL bakteriostatisches Wasser (entspricht 6 × 10-mL-Flaschen).
- Ein Kanülenbehälter für die sichere Entsorgung.
- Die Vialzahl ist aufgerundet; Restmengen im Vial sind dabei berücksichtigt.
Wichtige Hinweise
- Dosis, Datum und Einstichstelle jedes Mal notieren — nur so bleibt der Verlauf nachvollziehbar.
- Schrittweise steigern und Aufbaustufen nicht überspringen.
- Angemischte Vials nie über das angegebene Haltbarkeitsfenster hinaus verwenden.
- Bei trüber Lösung, Flocken oder Verfärbung das Vial verwerfen.
Injektionstechnik
- Vialdeckel und Einstichstelle mit einem Alkoholtupfer reinigen und vollständig trocknen lassen.
- Eine Hautfalte abheben und die Nadel im Winkel von 45 bis 90 Grad in das Unterhautfettgewebe einführen.
- Bei subkutaner Gabe nicht aspirieren. Langsam und gleichmäßig injizieren.
- Nach dem Injizieren einige Sekunden warten, bevor die Nadel zurückgezogen wird — so geht keine Dosis verloren.
- Einstichstellen systematisch wechseln (Bauch, Oberschenkel, Oberarm), um Verhärtungen zu vermeiden.
- Für jede Injektion eine neue sterile Nadel verwenden und sie sofort in einen Kanülenbehälter entsorgen.
Quellen
Eingeordnet nach dem, was in der Quellenangabe selbst steht. Wo die Art nicht eindeutig hervorgeht, zählt der Eintrag als weitere Quelle — nicht als Studie.
- PubMedEffect of tetrapeptide cortagen on regeneration of sciatic nerve (nerve growth rate and conduction velocity improvements)Quelle öffnen ↗
- PubMedCortexin and cortagen as correcting agents in functional and metabolic disorders in the brain in chronic ischemiaQuelle öffnen ↗
- PubMed (Neuroendocrinology Letters)TiermodellElucidation of the effect of brain cortex tetrapeptide Cortagen on gene expression in mouse heart by microarrayQuelle öffnen ↗
- PubMed (Biogerontology)Peptide bioregulation of aging: results and prospects (lifespan extension and biomarker modulation)Quelle öffnen ↗
- Bentham Open (Open Neuropsychopharmacology Journal)Modulatory effects of Cortexin and Cortagen on locomotor activity and anxiety-related behavior in miceQuelle öffnen ↗
- MDPI (Molecules)Systematische ÜbersichtPeptide Regulation of Gene Expression: A Systematic Review (epigenetic mechanisms)Quelle öffnen ↗
- Springer (Bulletin of Experimental Biology and Medicine)Mechanisms Underlying Geroprotective Effects of PeptidesQuelle öffnen ↗
Allgemeine Grundlagen (5)
Diese Quellen stehen auf vielen Protokollen — sie belegen Injektionstechnik, Lagerung und Handhabung, nicht die Wirkung dieses Peptids.
- MedlinePlusSubcutaneous (SQ) injections: technique, site rotation, and best practicesQuelle öffnen ↗
- CDC (Subcut Injection PDF)Amtliche AngabeVaccine Administration: Subcutaneous (SUBCUT) Injection technique and guidanceQuelle öffnen ↗
- BachemHandling and Storage Guidelines for Peptides (stability and storage conditions)Quelle öffnen ↗
- MDPI (International Journal of Molecular Sciences)Short Peptides Protect Fibroblast-Derived Induced Neurons from Age-Related ChangesQuelle öffnen ↗
- WikipediaCortagen (tetrapeptide overview and background)Quelle öffnen ↗
Ähnliche Peptide
Vorgeschlagen anhand von Wirkprinzip, gemeinsamer Mischung und Forschungsgebiet dieser Sammlung. Das ist keine Aussage darüber, dass die Stoffe gleichwertig oder austauschbar wären.
Quellen und Berechnungsgrundlagen im jeweiligen Eintrag. Ursprüngliche Zusammenstellung ↗