HMG
Ein Fruchtbarkeitspräparat. HMG liefert FSH- und LH-Wirkung zu gleichen Teilen und wird bei Männern eingesetzt, wenn HCG allein für die Spermienbildung nicht ausreicht.

In 30 Sekunden verstanden
- Was ist es?
- Hormonachse · Einzelsubstanz
- Wofür erforscht?
- Hormonachse, Testosteron und Fruchtbarkeit
- Datenlage
- Stufe A — Umfangreiche Humanstudien
- Einschränkung
- Zugelassenes Fruchtbarkeitspräparat mit kontrollierten Studien.
- Darreichungsform
- subkutane Injektion
Zum IE-Rechner auf dieser Seite →IE werden nicht als mg an den vollständigen Rechner übertragen.
Dosierungsschema
Standard – schrittweiser Aufbau
| Woche / Phase |
|---|
| Woche 1-12 |
| Woche 13-16 (optionale Verlängerung) |
Für alle Stufen gleich — Dosis je Injektion: 75 IE (0,15 mg); Volumen je Injektion: 3,0 mL (300 Einheiten).
Was HMG tut
HMG liefert FSH- und LH-Wirkung im Verhältnis eins zu eins und wird aus aufgereinigtem Harn von Frauen nach den Wechseljahren gewonnen.
Bei Männern mit hypogonadotropem Hypogonadismus ist die FSH-Wirkung für die Spermienbildung unerlässlich. Wenn HCG allein keine ausreichende Spermienproduktion in Gang bringt, liefert HMG die fehlende FSH-Komponente und unterstützt damit Hodenfunktion und Fruchtbarkeit.
Klinische Studien zeigen, dass HMG zusammen mit HCG die Spermienwerte deutlich verbessert — Beweglichkeit, Form und Konzentration — und die Schwangerschaftsraten der behandelten Paare erhöht.
Beobachteter Nutzen
- Regt bei Männern mit hypogonadotropem Hypogonadismus oder sekundärer Unfruchtbarkeit die Spermienbildung an.
- Verbessert in Kombination mit HCG Beweglichkeit, Form und Konzentration der Spermien.
- Erhöht die Schwangerschaftsraten bei Paaren in Kinderwunschbehandlung deutlich.
- Unterstützt die normale Hodenfunktion und Hormonbildung.
Nebenwirkungen
- Reaktionen an der Einstichstelle wie Rötung, Schwellung oder leichter Schmerz.
- Selten Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Stimmungsschwankungen.
- Brustdrüsenvergrößerung durch die hormonelle Stimulation.
- Bei zu hoher Dosierung Überstimulation — bei Männern unter ordentlicher Kontrolle selten.
- Allergische Reaktionen sind selten; bei Anzeichen einer Überempfindlichkeit absetzen.
Wie gut ist das belegt?
Zugelassenes Fruchtbarkeitspräparat mit kontrollierten Studien.
Die Stufe beschreibt, wie gut untersucht ein Stoff ist — nicht, wie gut er wirkt. Eingestuft wird von Hand nach den unten aufgeführten Quellen; im Zweifel die schwächere Stufe.
Was die Stufen bedeuten und was hier fehlt
- AUmfangreiche HumanstudienZugelassenes Arzneimittel oder mehrere große kontrollierte Studien.
- BKlinische HumanstudienIn kontrollierten Studien am Menschen untersucht, Umfang begrenzt.
- CBegrenzte HumandatenKleine Studien, Fallserien oder Anwendung außerhalb kontrollierter Studien.
- DÜberwiegend TierstudienBelege stammen weit überwiegend aus Tiermodellen.
- EZell- und LaborversucheBelege stammen aus Zellkulturen oder Modellsystemen.
Für eine bessere EinstufungHöher geht diese Skala nicht — Stufe A ist die oberste.
Worauf sich alle Zahlen beziehen
Für HMG wird empfohlen, das 0.15-mg-/-75-IU-Vial mit 3 mL bakteriostatischem Wasser anzumischen. Daraus ergibt sich eine Konzentration von 25 IE/mL.
Alle Zahlen weiter unten beziehen sich auf genau dieses Mischverhältnis. Die Einheitenangaben in den Tabellen gelten also nur, wenn du dieselbe Wassermenge verwendest.
Nimmst du mehr oder weniger Wasser, ändert sich die Konzentration — und damit jede Einheitenangabe. Die Wirkstoffmenge im Vial bleibt gleich, sie verteilt sich nur anders. Rechne in dem Fall mit dem Umrechner weiter unten, nicht mit den Tabellenwerten.
Angewendet wird dreimal wöchentlich, subkutan. Das Schema arbeitet sich schrittweise nach oben — die erste Stufe dient dazu, die Verträglichkeit zu prüfen.
Eigene Dosis umrechnen
Gerechnet mit 25 IE/mL auf einer U-100-Spritze. Der vollständige Rechner unterstützt nur mg; IE werden nicht übertragen.
Anmischen
- 3 mL bakteriostatisches Wasser mit einer sterilen Spritze aufziehen.
- Das Wasser langsam an der Innenwand des Vials hinunterlaufen lassen — nicht direkt auf das Pulver strahlen, sonst schäumt es.
- Das Vial vorsichtig schwenken oder rollen, bis sich das Pulver vollständig gelöst hat. Auf keinen Fall schütteln.
- Die Lösung muss klar sein. Ergibt 25 IU/mL.
- Vial mit Anmischdatum und Konzentration beschriften und sofort in den Kühlschrank stellen.
Bei 25 IE/mL entspricht 1 Einheit auf der U-100-Spritze (0,01 mL) etwa 0,25 IE.
Lagerung
- Gefriergetrocknet (ungeöffnet): einfrieren bei -8 °C
- Angemischt: im Kühlschrank
- Vor Licht geschützt lagern und das Vial mit dem Anmischdatum beschriften.
Was du dafür brauchst
- Gerechnet mit dem Standardschema oben und 3 Anwendungen pro Woche:
- 12 Wochen: 36 Vials, 108 mL bakteriostatisches Wasser (entspricht 11 × 10-mL-Flaschen).
- 24 Wochen: 72 Vials, 216 mL bakteriostatisches Wasser (entspricht 22 × 10-mL-Flaschen).
- Ein Kanülenbehälter für die sichere Entsorgung.
- Reine rechnerische Hochrechnung des dargestellten Schemas, keine Anwendungsempfehlung. Das angegebene Einzelvolumen überschreitet 1 mL; eine Anzahl von Insulinspritzen wird deshalb nicht abgeleitet.
Wichtige Hinweise
- Dosis, Datum und Einstichstelle jedes Mal notieren — nur so bleibt der Verlauf nachvollziehbar.
- Schrittweise steigern und Aufbaustufen nicht überspringen.
- Angemischte Vials nie über das angegebene Haltbarkeitsfenster hinaus verwenden.
- Bei trüber Lösung, Flocken oder Verfärbung das Vial verwerfen.
Injektionstechnik
- Vialdeckel und Einstichstelle mit einem Alkoholtupfer reinigen und vollständig trocknen lassen.
- Eine Hautfalte abheben und die Nadel im Winkel von 45 bis 90 Grad in das Unterhautfettgewebe einführen.
- Bei subkutaner Gabe nicht aspirieren. Langsam und gleichmäßig injizieren.
- Nach dem Injizieren einige Sekunden warten, bevor die Nadel zurückgezogen wird — so geht keine Dosis verloren.
- Einstichstellen systematisch wechseln (Bauch, Oberschenkel, Oberarm), um Verhärtungen zu vermeiden.
- Für jede Injektion eine neue sterile Nadel verwenden und sie sofort in einen Kanülenbehälter entsorgen.
Quellen
Eingeordnet nach dem, was in der Quellenangabe selbst steht. Wo die Art nicht eindeutig hervorgeht, zählt der Eintrag als weitere Quelle — nicht als Studie.
- Metrovan UrologyhMG (Menotropin) Overview - hMG composition: 1:1 blend of FSH and LH derived from postmenopausal urine; standard preparations provide 75 IU FSH + 75 IU LH per vialQuelle öffnen ↗
- Menopur® (Menotropins) Product MonographAmtliche AngabeHuman menopausal gonadotropin for subcutaneous administration; each vial contains 75 IU FSH + 75 IU LH activityQuelle öffnen ↗
- ASRM Practice Committee 2020Amtliche Angabe2020Gonadotropin Use for Ovulation Induction - Clinical guidance on gonadotropin therapy; low-dose protocols (37.5-75 IU) with careful monitoringQuelle öffnen ↗
- ASRM Patient Fact SheetMedications for Inducing Ovulation - Typical gonadotropin protocols: 75-150 IU injected daily for approximately 7-12 days; course may extend if ovaries respond slowlyQuelle öffnen ↗
- Reproductive Medicine and Biology (2018)Übersichtsarbeit2018Gonadotropin Therapy for Male Infertility - Review of hCG and hMG combination therapy for hypogonadotropic hypogonadism; FSH supplementation critical for spermatogenesis when hCG monotherapy inadequateQuelle öffnen ↗
Allgemeine Grundlagen (1)
Diese Quellen stehen auf vielen Protokollen — sie belegen Injektionstechnik, Lagerung und Handhabung, nicht die Wirkung dieses Peptids.
- MedlinePlusAmtliche AngabeSubcutaneous Injection Instructions - Use short, thin needle for SC injections; insert at 90° angle into pinched fatty tissue (45° if limited subcutaneous fat); do not reuse needlesQuelle öffnen ↗
Ähnliche Peptide
Vorgeschlagen anhand von Wirkprinzip, gemeinsamer Mischung und Forschungsgebiet dieser Sammlung. Das ist keine Aussage darüber, dass die Stoffe gleichwertig oder austauschbar wären.
Quellen und Berechnungsgrundlagen im jeweiligen Eintrag. Ursprüngliche Zusammenstellung ↗