Peptikon
HormonachseEinzelnsubkutan über Pumpe, pulsatilEvidenz A

Gonadorelin

Der Startknopf der Sexualhormonachse. Gonadorelin löst die Ausschüttung von LH und FSH aus und regt damit die körpereigene Testosteronbildung und die Spermienreifung an. Wichtig: nur stoßweise geben.

Humanstudien vorhanden12 QuellenRechner verfügbar
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Gonadorelin 2 mg — Vial mit gefriergetrocknetem Pulver
Gonadorelin · 2 mg

In 30 Sekunden verstanden

Was ist es?
Hormonachse · Einzelsubstanz
Wofür erforscht?
Hormonachse, Testosteron und Fruchtbarkeit
Datenlage
Stufe A — Umfangreiche Humanstudien
Einschränkung
Als Arzneimittel zugelassen (Lutrelef, Gabe über eine Pumpe) bei nachgewiesenem GnRH-Mangel; dazu Studien zur stoßweisen Gabe.
Darreichungsform
subkutan über Pumpe, pulsatil
Konzentration nach dem Anmischen
1mg/mL
subkutan über Pumpe, pulsatil
Konzentration
1 mg/mL
Anmischen
2 mL
Bereich
—

Diese Vialstärke im Rechner öffnen →Dosis und Häufigkeit gibst du dort selbst ein.

Schema

Dosierungsschema

Kein übertragbares DosierungsschemaBei diesem Stoff entscheidet nicht die Menge, sondern der Takt. Das zugelassene Arzneimittel gibt ihn über eine Pumpe ab: alle 90 Minuten bei der Frau, alle 120 Minuten beim Mann, 5 bis 20 Mikrogramm je Puls. Eine dauerhafte Gabe stumpft die Rezeptoren ab und unterdrückt die Hormone am Ende. Einzelne Injektionen im Abstand von Tagen erzeugen weder das eine noch das andere — dafür gibt es keine Daten.

Der Umrechner weiter unten rechnet dir eine beliebige Menge in Spritzeneinheiten um — er sagt dir nicht, welche Menge sinnvoll ist.

Wirkung

Was Gonadorelin tut

Gonadorelin besteht aus zehn Aminosäuren und ist mit dem körpereigenen Gonadotropin-Releasing-Hormon GnRH aus dem Hypothalamus identisch.

In kurzen, stoßweisen Gaben bindet es an die GnRH-Rezeptoren der Hirnanhangsdrüse und löst dort die Ausschüttung von LH und FSH aus. LH regt bei Männern die Leydig-Zellen zur Testosteronbildung an und löst bei Frauen den Eisprung aus; FSH unterstützt die Spermienbildung und die Reifung der Eibläschen.

Entscheidend ist das Anwendungsmuster: Eine dauerhafte Gabe von GnRH-Agonisten stumpft die Rezeptoren ab und unterdrückt die Hormone am Ende. Nur die kurze, in Abständen wiederholte Gabe erhält das natürliche stoßweise Signal.

Zulassung und Recht: Gonadorelin ist als Arzneimittel zugelassen – in Deutschland als Lutrelef, dem Acetat. Die Fachinformation beschreibt eine einzige Anwendungsform: die Gabe unter die Haut über eine Pumpe, stoßweise alle 90 Minuten bei der Frau und alle 120 Minuten beim Mann, mit 5 bis 20 Mikrogramm je Puls und 5 Mikrogramm als Anfangsdosis. Ein Vorrat reicht drei Tage. Zugelassen ist das zum Ersatz von fehlendem körpereigenem GnRH: bei ausbleibender Regelblutung durch eine Störung im Zwischenhirn, zur Unterstützung der zweiten Zyklushälfte und bei hypogonadotropem Hypogonadismus.

Beobachteter Nutzen

Nebenwirkungen

Datenlage

Wie gut ist das belegt?

A
Umfangreiche Humanstudien
Zugelassenes Arzneimittel oder mehrere große kontrollierte Studien.

Als Arzneimittel zugelassen (Lutrelef, Gabe über eine Pumpe) bei nachgewiesenem GnRH-Mangel; dazu Studien zur stoßweisen Gabe.

Die Stufe beschreibt, wie gut untersucht ein Stoff ist — nicht, wie gut er wirkt. Eingestuft wird von Hand nach den unten aufgeführten Quellen; im Zweifel die schwächere Stufe.

Was die Stufen bedeuten und was hier fehlt
  1. AUmfangreiche HumanstudienZugelassenes Arzneimittel oder mehrere große kontrollierte Studien.
  2. BKlinische HumanstudienIn kontrollierten Studien am Menschen untersucht, Umfang begrenzt.
  3. CBegrenzte HumandatenKleine Studien, Fallserien oder Anwendung außerhalb kontrollierter Studien.
  4. DÜberwiegend TierstudienBelege stammen weit überwiegend aus Tiermodellen.
  5. EZell- und LaborversucheBelege stammen aus Zellkulturen oder Modellsystemen.

Für eine bessere EinstufungHöher geht diese Skala nicht — Stufe A ist die oberste.

Grundlage

Worauf sich alle Zahlen beziehen

Das zugelassene Arzneimittel wird mit 3,2 mL gelöst und ergibt damit 1 mg/mL – dieselbe Konzentration wie das hier gezeigte Vial mit 2 mL. Die Zahlen im Umrechner beziehen sich immer auf die Menge, die du dort selbst eingibst.

Alle Zahlen weiter unten beziehen sich auf genau dieses Mischverhältnis. Die Einheitenangaben in den Tabellen gelten also nur, wenn du dieselbe Wassermenge verwendest.

Nimmst du mehr oder weniger Wasser, ändert sich die Konzentration — und damit jede Einheitenangabe. Die Wirkstoffmenge im Vial bleibt gleich, sie verteilt sich nur anders. Rechne in dem Fall mit dem Umrechner weiter unten, nicht mit den Tabellenwerten.

Rechner

Eigene Dosis umrechnen

Aufziehen bis
—
—

Gerechnet mit 1 mg/mL auf der rechnerischen Vial-Konzentration. Vollständiger Rechner →

Zubereitung

Anmischen

  1. 2 mL bakteriostatisches Wasser mit einer sterilen Spritze aufziehen.
  2. Das Wasser langsam an der Innenwand des Vials hinunterlaufen lassen — nicht direkt auf das Pulver strahlen, sonst schäumt es.
  3. Das Vial vorsichtig schwenken oder rollen, bis sich das Pulver vollständig gelöst hat. Auf keinen Fall schütteln.
  4. Die Lösung muss klar sein. Ergibt 1 mg/mL.
  5. Vial mit Anmischdatum und Konzentration beschriften und sofort in den Kühlschrank stellen.

Bei 1 mg/mL entspricht 1 Einheit auf der U-100-Spritze (0,01 mL) etwa 0,01 mg.

Haltbarkeit

Lagerung

  • Gefriergetrocknet (ungeöffnet): einfrieren bei -20 °C
  • Angemischt: im Kühlschrank bei 2-8 °C
  • Wiederholtes Einfrieren und Auftauen vermeiden.
  • Vor Licht geschützt lagern und das Vial mit dem Anmischdatum beschriften.
Praxis

Wichtige Hinweise

Der Takt ist die Anwendung, nicht die MengeDauerhafte Gabe von GnRH-Analoga wird gezielt eingesetzt, um die Hormonachse abzuschalten — etwa bei Prostatakrebs oder Endometriose. Dieselbe Substanz, im richtigen Takt gegeben, startet sie. Wer den Takt nicht trifft, kann das Gegenteil dessen auslösen, was er beabsichtigt.

Seitenstand: . Veröffentlichungsjahre stehen bei den einzelnen Quellen.

Beleg

Quellen

1amtliche Angabe
11weitere Quellen
2026neueste Quelle
12Quellen insgesamt

Eingeordnet nach dem, was in der Quellenangabe selbst steht. Wo die Art nicht eindeutig hervorgeht, zählt der Eintrag als weitere Quelle — nicht als Studie.

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Vorgeschlagen anhand von Wirkprinzip, gemeinsamer Mischung und Forschungsgebiet dieser Sammlung. Das ist keine Aussage darüber, dass die Stoffe gleichwertig oder austauschbar wären.

Quellen und Berechnungsgrundlagen im jeweiligen Eintrag. Für einzelne Injektionen gibt es keine Studie und deshalb auf dieser Seite kein Schema; die Angaben des zugelassenen Arzneimittels stehen im Text und stammen aus der Fachinformation.