Vilon
Ein Bioregulator für das Immunsystem. In Zellversuchen beeinflusste Vilon Lymphozyten und die Aktivität von Botenstoffgenen; frühe Mausstudien deuten auf eine verlängerte Lebensdauer hin.

In 30 Sekunden verstanden
- Was ist es?
- Bioregulator · Einzelsubstanz
- Wofür erforscht?
- Immunsystem und Entzündung · Langlebigkeit und Zellalterung
- Datenlage
- Stufe E — Zell- und Laborversuche
- Einschränkung
- Zellkulturen, ergänzt um frühe Mausstudien.
- Darreichungsform
- subkutane Injektion
Diese Vialstärke im Rechner öffnen →Dosis und Häufigkeit gibst du dort selbst ein.
Dosierungsschema
Standard – schrittweiser Aufbau
| Phase / Cycle | Tagesdosis | Einheiten je Injektion |
|---|---|---|
| Cycle 1, Tag 1 | 0,067 mg | 1 Einheiten (0,01 mL) |
| Cycle 1, Tag 2 | 0,133 mg | 2 Einheiten (0,02 mL) |
| Cycle 1, Tag 3 | 0,20 mg | 3 Einheiten (0,03 mL) |
| Cycle 1, Tag 4 | 0,267 mg | 4 Einheiten (0,04 mL) |
| Cycle 1, Tag 5 | 0,33 mg | 5 Einheiten (0,05 mL) |
| Cycle 2+ (Tag 1-5) | 0,33-0,67 mg | 5-10 Einheiten (0,05-0,10 mL) |
Was Vilon tut
Vilon ist ein Doppelpeptid aus Lysin und Glutaminsäure und gehört zu den kurzen Bioregulatoren aus der russischen Alternsforschung.
Zellversuche zeigen, dass dieses Dipeptid Lymphozytenpopulationen und die Aktivität von Botenstoffgenen beeinflussen kann. Konkret wurde beobachtet, dass Vilon in Thymuszellkulturen die Zahl der CD5-positiven Zellen erhöht und in Milzzellzubereitungen die Ablesung des Interleukin-2-Gens verstärkt.
Weitere vorklinische Arbeiten deuten auf Wirkungen auf TGF-beta-1 und die Durchlässigkeit von Gefäßen in Nierenmodellen hin.
Das stoßweise Schema mit fünf Tagen pro Monat ist von verwandten Kurzpeptid-Protokollen wie dem für Epitalon abgeleitet — nicht eigens für Vilon untersucht.
Beobachteter Nutzen
- Unterstützt in Zellkulturmodellen die Bildung von Immunzellmarkern wie CD5-positiven Lymphozyten und die Aktivität des Interleukin-2-Gens.
- Könnte unter experimentellem Nierenstress entzündliche Botenstoffe wie TGF-beta-1 beeinflussen.
- Frühe Mausstudien deuten auf mögliche Wirkungen bei der Hemmung von Tumorwachstum und auf eine verlängerte Lebensdauer hin.
Nebenwirkungen
- In vorklinischen Untersuchungen im Allgemeinen gut verträglich.
- Gelegentlich leichte Reaktionen an der Einstichstelle wie Rötung oder Juckreiz.
- Daten am Menschen sind sehr begrenzt.
Wie gut ist das belegt?
Zellkulturen, ergänzt um frühe Mausstudien.
Die Stufe beschreibt, wie gut untersucht ein Stoff ist — nicht, wie gut er wirkt. Eingestuft wird von Hand nach den unten aufgeführten Quellen; im Zweifel die schwächere Stufe.
Was die Stufen bedeuten und was hier fehlt
- AUmfangreiche HumanstudienZugelassenes Arzneimittel oder mehrere große kontrollierte Studien.
- BKlinische HumanstudienIn kontrollierten Studien am Menschen untersucht, Umfang begrenzt.
- CBegrenzte HumandatenKleine Studien, Fallserien oder Anwendung außerhalb kontrollierter Studien.
- DÜberwiegend TierstudienBelege stammen weit überwiegend aus Tiermodellen.
- EZell- und LaborversucheBelege stammen aus Zellkulturen oder Modellsystemen.
Für eine bessere EinstufungFür Stufe D fehlen Ergebnisse aus Tiermodellen.
Worauf sich alle Zahlen beziehen
Für Vilon wird empfohlen, das 20-mg-Vial mit 3 mL bakteriostatischem Wasser anzumischen. Daraus ergibt sich eine Konzentration von 6,67 mg/mL.
Alle Zahlen weiter unten beziehen sich auf genau dieses Mischverhältnis. Die Einheitenangaben in den Tabellen gelten also nur, wenn du dieselbe Wassermenge verwendest.
Nimmst du mehr oder weniger Wasser, ändert sich die Konzentration — und damit jede Einheitenangabe. Die Wirkstoffmenge im Vial bleibt gleich, sie verteilt sich nur anders. Rechne in dem Fall mit dem Umrechner weiter unten, nicht mit den Tabellenwerten.
Angewendet wird einmal täglich, subkutan. Das Schema arbeitet sich schrittweise nach oben — die erste Stufe dient dazu, die Verträglichkeit zu prüfen.
Eigene Dosis umrechnen
Gerechnet mit 6,67 mg/mL auf einer U-100-Spritze. Vollständiger Rechner →
Anmischen
- 3 mL bakteriostatisches Wasser mit einer sterilen Spritze aufziehen.
- Das Wasser langsam an der Innenwand des Vials hinunterlaufen lassen — nicht direkt auf das Pulver strahlen, sonst schäumt es.
- Das Vial vorsichtig schwenken oder rollen, bis sich das Pulver vollständig gelöst hat. Auf keinen Fall schütteln.
- Die Lösung muss klar sein. Ergibt 6,67 mg/mL.
- Vial mit Anmischdatum und Konzentration beschriften und sofort in den Kühlschrank stellen.
Bei 6,67 mg/mL entspricht 1 Einheit auf der U-100-Spritze (0,01 mL) etwa 0,067 mg.
Lagerung
- Gefriergetrocknet (ungeöffnet): einfrieren bei -20 °C
- Angemischt: im Kühlschrank bei 2-8 °C
- Vor Licht geschützt lagern und das Vial mit dem Anmischdatum beschriften.
Was du dafür brauchst
- Gerechnet mit dem Standardschema oben und 7 Anwendungen pro Woche:
- 12 Wochen: 3 Vials, 84 Insulinspritzen, 87 Alkoholtupfer, 9 mL bakteriostatisches Wasser (entspricht 1 × 10-mL-Flasche).
- 24 Wochen: 6 Vials, 168 Insulinspritzen, 174 Alkoholtupfer, 18 mL bakteriostatisches Wasser (entspricht 2 × 10-mL-Flaschen).
- Ein Kanülenbehälter für die sichere Entsorgung.
- Die Vialzahl ist aufgerundet; Restmengen im Vial sind dabei berücksichtigt.
Wichtige Hinweise
- Dosis, Datum und Einstichstelle jedes Mal notieren — nur so bleibt der Verlauf nachvollziehbar.
- Schrittweise steigern und Aufbaustufen nicht überspringen.
- Angemischte Vials nie über das angegebene Haltbarkeitsfenster hinaus verwenden.
- Bei trüber Lösung, Flocken oder Verfärbung das Vial verwerfen.
Injektionstechnik
- Vialdeckel und Einstichstelle mit einem Alkoholtupfer reinigen und vollständig trocknen lassen.
- Eine Hautfalte abheben und die Nadel im Winkel von 45 bis 90 Grad in das Unterhautfettgewebe einführen.
- Bei subkutaner Gabe nicht aspirieren. Langsam und gleichmäßig injizieren.
- Nach dem Injizieren einige Sekunden warten, bevor die Nadel zurückgezogen wird — so geht keine Dosis verloren.
- Einstichstellen systematisch wechseln (Bauch, Oberschenkel, Oberarm), um Verhärtungen zu vermeiden.
- Für jede Injektion eine neue sterile Nadel verwenden und sie sofort in einen Kanülenbehälter entsorgen.
Quellen
Eingeordnet nach dem, was in der Quellenangabe selbst steht. Wo die Art nicht eindeutig hervorgeht, zählt der Eintrag als weitere Quelle — nicht als Studie.
- Sevostianova NN et al. (2013)2013Immunomodulating effects of Vilon and its analogue in the culture of human and animal thymus cellsQuelle öffnen ↗
- Kazakova TB et al. (2002)Laborversuch2002In vitro effect of short peptides on expression of interleukin‑2 gene in splenocytesQuelle öffnen ↗
- Gavrisheva NA et al. (2005)2005Effect of Vilon peptide on TGF‑β1 and vascular permeability in chronic renal failureQuelle öffnen ↗
- Kniaz’kin IA et al. (2002)2002Effect of a peptide Vilon on immune aging (Adv Gerontol)Quelle öffnen ↗
- Araj SK et al. (2025)2025Overview of Epitalon-highly bioactive pineal tetrapeptide with promising properties (Int J Mol Sci)Quelle öffnen ↗
- Chernyak EY et al. (2000)2000Synthetic dipeptide Vilon inhibits tumor growth and prolongs life in mice (Dokl Biol Sci)Quelle öffnen ↗
- Avolio F et al. (2022)2022Peptides regulating proliferative activity and inflammatory pathways in THP‑1 macrophages (Int J Mol Sci)Quelle öffnen ↗
- Wong AKC et al. (2024)2024Injection techniques to reduce subcutaneous heparin complications (J Adv Nurs)Quelle öffnen ↗
- Merck KGaA (Millipore Sigma)Handling and storage guidelines for peptides and proteinsQuelle öffnen ↗
Allgemeine Grundlagen (3)
Diese Quellen stehen auf vielen Protokollen — sie belegen Injektionstechnik, Lagerung und Handhabung, nicht die Wirkung dieses Peptids.
- MedlinePlus (NIH)Subcutaneous (SQ) injections: patient informationQuelle öffnen ↗
- CDCVaccine administration: subcutaneous route (angle/site; no aspiration)Quelle öffnen ↗
- NCBI BookshelfBest practices for injection (asepsis, preparation, and administration)Quelle öffnen ↗
Ähnliche Peptide
Vorgeschlagen anhand von Wirkprinzip, gemeinsamer Mischung und Forschungsgebiet dieser Sammlung. Das ist keine Aussage darüber, dass die Stoffe gleichwertig oder austauschbar wären.
Quellen und Berechnungsgrundlagen im jeweiligen Eintrag. Ursprüngliche Zusammenstellung ↗