Peptikon
Wachstumshormon-FreisetzerEinzelnsubkutane InjektionEvidenz A

Tesamorelin

Ein zugelassenes Arzneimittel mit enger Indikation: In den USA zur Verringerung von überschüssigem Bauchfett bei Erwachsenen mit HIV-assoziierter Lipodystrophie – ausdrücklich nicht zur allgemeinen Gewichtsreduktion.

Erhältlich als 5 mg · 10 mg · 20 mg

Humanstudien vorhanden16 QuellenRechner verfügbarExternes Produkt verfügbar
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Tesamorelin 5 mg — Vial mit gefriergetrocknetem Pulver
Tesamorelin · 5 mg

In 30 Sekunden verstanden

Was ist es?
Wachstumshormon-Freisetzer · Einzelsubstanz
Wofür erforscht?
Abnehmen und Körperfett · zugelassen bei HIV-assoziierter Lipodystrophie
Datenlage
Stufe A — Umfangreiche Humanstudien
Einschränkung
In den USA zugelassen, nur bei HIV-assoziierter Lipodystrophie; in der EU nicht zugelassen. Studien über 52 Wochen.
Darreichungsform
subkutane Injektion
Vialgröße

Alle Zahlen unten — Startdosis, Einheiten, Anmischen, Lagerung und Bedarf — gelten für die gewählte Größe.

Startdosis
1 mg
einmal täglich · Woche 1
Aufziehen bis
50 Einheiten (0,50 mL)
Konzentration
2 mg/mL
Anmischen
2,5 mL
Bereich
1 mg - 2 mg

Diese Vialstärke im Rechner öffnen →Dosis und Häufigkeit gibst du dort selbst ein.

Schema

Dosierungsschema

Standard – schrittweiser Aufbau

Literaturschemaeinmal täglich · subkutane Injektion5 mg + 2,5 mL = 2 mg/mL
WocheTagesdosisEinheiten je Injektion
Woche 11 mg50 Einheiten (0,50 mL)
ab Woche 22 mg100 Einheiten (1,00 mL)
Extern

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Wirkung

Was Tesamorelin tut

Tesamorelin ahmt das körpereigene GHRH nach: Es bindet an die GHRH-Rezeptoren der Hirnanhangsdrüse, löst dort die stoßweise Ausschüttung von Wachstumshormon aus und hebt in der Folge den IGF-1-Spiegel. Diese Kette fördert den Fettabbau, die Eiweißbildung und günstige Verschiebungen im Stoffwechsel.

Bei HIV-assoziierter Lipodystrophie verringert die tägliche Gabe über sechs bis zwölf Monate das Fett um die inneren Organe (viszerales Fett) deutlich und verbessert die Blutfettwerte; das Körpergewicht ändert sich dabei kaum. Untersucht wurden außerdem das Leberfett bei Menschen mit HIV und Fettleber sowie die Denkleistung bei älteren Menschen – beides sind keine zugelassenen Anwendungen.

Zulassung: In den USA seit 2010 zugelassen, heute als EGRIFTA SV und EGRIFTA WR – zwei Zubereitungen mit unterschiedlicher Dosis, die nicht gegeneinander ausgetauscht werden dürfen. Die Fachinformation stellt klar: nicht zur Gewichtsreduktion, weil gewichtsneutral; die langfristige Sicherheit für Herz und Kreislauf ist nicht belegt. In der EU wurde der Zulassungsantrag 2012 zurückgezogen. Der Ausschuss für Humanarzneimittel hatte Bedenken: Das Bauchfett der Lipodystrophie lasse sich im Alltag schwer von gewöhnlichem Übergewicht abgrenzen, der IGF-1-Anstieg könne das Krebsrisiko erhöhen und diabetische Augenerkrankungen verschlechtern, und Langzeitdaten fehlten.

Beobachteter Nutzen

Nebenwirkungen

Datenlage

Wie gut ist das belegt?

A
Umfangreiche Humanstudien
Zugelassenes Arzneimittel oder mehrere große kontrollierte Studien.

In den USA zugelassen, nur bei HIV-assoziierter Lipodystrophie; in der EU nicht zugelassen. Studien über 52 Wochen.

Die Stufe beschreibt, wie gut untersucht ein Stoff ist — nicht, wie gut er wirkt. Eingestuft wird von Hand nach den unten aufgeführten Quellen; im Zweifel die schwächere Stufe.

Was die Stufen bedeuten und was hier fehlt
  1. AUmfangreiche HumanstudienZugelassenes Arzneimittel oder mehrere große kontrollierte Studien.
  2. BKlinische HumanstudienIn kontrollierten Studien am Menschen untersucht, Umfang begrenzt.
  3. CBegrenzte HumandatenKleine Studien, Fallserien oder Anwendung außerhalb kontrollierter Studien.
  4. DÜberwiegend TierstudienBelege stammen weit überwiegend aus Tiermodellen.
  5. EZell- und LaborversucheBelege stammen aus Zellkulturen oder Modellsystemen.

Für eine bessere EinstufungHöher geht diese Skala nicht — Stufe A ist die oberste.

Grundlage

Worauf sich alle Zahlen beziehen

Für Tesamorelin wird empfohlen, das 5-mg-Vial mit 2,5 mL bakteriostatischem Wasser anzumischen. Daraus ergibt sich eine Konzentration von 2 mg/mL.

Alle Zahlen weiter unten beziehen sich auf genau dieses Mischverhältnis. Die Einheitenangaben in den Tabellen gelten also nur, wenn du dieselbe Wassermenge verwendest.

Nimmst du mehr oder weniger Wasser, ändert sich die Konzentration — und damit jede Einheitenangabe. Die Wirkstoffmenge im Vial bleibt gleich, sie verteilt sich nur anders. Rechne in dem Fall mit dem Umrechner weiter unten, nicht mit den Tabellenwerten.

Angewendet wird einmal täglich, subkutan. Das Schema arbeitet sich schrittweise nach oben — die erste Stufe dient dazu, die Verträglichkeit zu prüfen.

Rechner

Eigene Dosis umrechnen

Aufziehen bis
—
—

Gerechnet mit 2 mg/mL auf einer U-100-Spritze. Vollständiger Rechner →

Zubereitung

Anmischen

  1. 2,5 mL bakteriostatisches Wasser mit einer sterilen Spritze aufziehen.
  2. Das Wasser langsam an der Innenwand des Vials hinunterlaufen lassen — nicht direkt auf das Pulver strahlen, sonst schäumt es.
  3. Das Vial vorsichtig schwenken oder rollen, bis sich das Pulver vollständig gelöst hat. Auf keinen Fall schütteln.
  4. Die Lösung muss klar sein. Ergibt 2 mg/mL.
  5. Vial mit Anmischdatum und Konzentration beschriften und sofort in den Kühlschrank stellen.

Bei 2 mg/mL entspricht 1 Einheit auf der U-100-Spritze (0,01 mL) etwa 0,02 mg.

Haltbarkeit

Lagerung

  • Gefriergetrocknet (ungeöffnet): einfrieren bei -8 °C
  • Angemischt: im Kühlschrank, innerhalb von 7 Tage aufbrauchen
  • Vor Licht geschützt lagern und das Vial mit dem Anmischdatum beschriften.
Bedarf

Was du dafür brauchst

  • Gerechnet mit dem Standardschema oben und 7 Anwendungen pro Woche:
  • 12 Wochen: 33 Vials, 84 Insulinspritzen, 117 Alkoholtupfer, 82,5 mL bakteriostatisches Wasser (entspricht 9 × 10-mL-Flaschen).
  • 24 Wochen: 66 Vials, 168 Insulinspritzen, 234 Alkoholtupfer, 165 mL bakteriostatisches Wasser (entspricht 17 × 10-mL-Flaschen).
  • Ein Kanülenbehälter für die sichere Entsorgung.
  • Die Vialzahl ist aufgerundet; Restmengen im Vial sind dabei berücksichtigt.
Praxis

Wichtige Hinweise

Handhabung

Injektionstechnik

Seitenstand: . Veröffentlichungsjahre stehen bei den einzelnen Quellen.

Beleg

Quellen

5Humanstudien
1Übersichtsarbeit
2amtliche Angaben
8weitere Quellen
2026neueste Quelle
16Quellen insgesamt

Eingeordnet nach dem, was in der Quellenangabe selbst steht. Wo die Art nicht eindeutig hervorgeht, zählt der Eintrag als weitere Quelle — nicht als Studie.

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Vorgeschlagen anhand von Wirkprinzip, gemeinsamer Mischung und Forschungsgebiet dieser Sammlung. Das ist keine Aussage darüber, dass die Stoffe gleichwertig oder austauschbar wären.

Quellen und Berechnungsgrundlagen im jeweiligen Eintrag. Die Mengen orientieren sich an den Dosierungen aus den unten aufgeführten Studien und Fachinformationen; hier nachgerechnet ist die Umrechnung auf Vialgröße und Spritzeneinheiten.