Sermorelin
Ein Wachstumshormon-Anreger mit intakter Bremse. Sermorelin regt die eigene Ausschüttung an, unterliegt dabei aber weiter der natürlichen Rückkopplung — überhöhte Spiegel sind damit unwahrscheinlich.
Erhältlich als 5 mg · 10 mg


In 30 Sekunden verstanden
- Was ist es?
- Wachstumshormon-Freisetzer · Einzelsubstanz
- Wofür erforscht?
- Muskelaufbau und Wachstumshormon
- Datenlage
- Stufe B — Klinische Humanstudien
- Einschränkung
- Kontrollierte Studien bei Kindern mit Wachstumshormonmangel.
- Darreichungsform
- subkutane Injektion
Alle Zahlen unten — Startdosis, Einheiten, Anmischen, Lagerung und Bedarf — gelten für die gewählte Größe.
Diese Vialstärke im Rechner öffnen →Dosis und Häufigkeit gibst du dort selbst ein.
Diese Vialstärke im Rechner öffnen →Dosis und Häufigkeit gibst du dort selbst ein.
Dosierungsschema
Standard – schrittweiser Aufbau
| Woche | Tagesdosis | Einheiten je Injektion |
|---|---|---|
| Woche 1-2 | 0,2 mg | 12 Einheiten (0,12 mL) |
| Woche 3-4 | 0,3 mg | 18 Einheiten (0,18 mL) |
| Woche 5-6 | 0,4 mg | 24 Einheiten (0,24 mL) |
| Woche 7-8 | 0,5 mg | 30 Einheiten (0,30 mL) |
Dosierungsschema
Standard – schrittweiser Aufbau
| Woche | Tagesdosis | Einheiten je Injektion |
|---|---|---|
| Woche 1-2 | 0,2 mg | 6 Einheiten (0,06 mL) |
| Woche 3-4 | 0,3 mg | 9 Einheiten (0,09 mL) |
| Woche 5-6 | 0,4 mg | 12 Einheiten (0,12 mL) |
| Woche 7-8 | 0,5 mg | 15 Einheiten (0,15 mL) |
Was Sermorelin tut
Sermorelin ist ein synthetisches Abbild des Wachstumshormon-Freisetzungshormons GHRH. Es bindet an die GHRH-Rezeptoren der somatotropen Zellen in der Hirnanhangsdrüse und regt dort die körpereigene, stoßweise Ausschüttung von Wachstumshormon an.
Anders als die direkte Zufuhr von Wachstumshormon bleiben dabei die natürlichen Regelkreise erhalten: Die Ausschüttung unterliegt weiterhin der normalen Bremswirkung von Somatostatin und IGF-1. Das verringert das Risiko überhöhter Spiegel. Das freigesetzte Wachstumshormon regt in Leber und Gewebe die IGF-1-Bildung an und unterstützt so Eiweißaufbau, Fettabbau und Gewebereparatur.
Bei Kindern mit Wachstumshormonmangel unklarer Ursache verbesserte die abendliche subkutane Gabe von 30 µg/kg über sechs bis zwölf Monate die Wachstumsgeschwindigkeit deutlich. Bei Erwachsenen zielt die Anwendung außerhalb der Zulassung darauf, den altersbedingten Rückgang auszugleichen; belastbare Studien dazu sind jedoch rar, und die Dosierung wird aus Kinderstudien abgeleitet.
Wichtig: Sermorelin wirkt nur bei funktionsfähiger Hirnanhangsdrüse. Bei einer Schädigung der Drüse oder einem angeborenen Defekt des Wachstumshormongens bleibt es wirkungslos.
Beobachteter Nutzen
- Regt die körpereigene stoßweise Wachstumshormonausschüttung an und hebt IGF-1 auf natürlichem Weg.
- Bei Kindern mit Wachstumshormonmangel: deutliche Verbesserung von Wachstumsgeschwindigkeit und Wachstumsparametern über sechs bis zwölf Monate.
- Bei Erwachsenen außerhalb der Zulassung: möglicherweise günstige Veränderungen bei Körperzusammensetzung, Energie, Regeneration und Stoffwechselwerten. Die Belege sind begrenzt und die Effekte fallen schwächer aus als unter direkter Wachstumshormontherapie.
Nebenwirkungen
- Reaktionen an der Einstichstelle wie Rötung, Schwellung oder Schmerz.
- Gelegentlich Kopfschmerzen, Hitzegefühl oder Schwindel.
- Wirkt nur bei intakter Hirnanhangsdrüse; bei deren Schädigung bleibt eine Wirkung aus.
Wie gut ist das belegt?
Kontrollierte Studien bei Kindern mit Wachstumshormonmangel.
Die Stufe beschreibt, wie gut untersucht ein Stoff ist — nicht, wie gut er wirkt. Eingestuft wird von Hand nach den unten aufgeführten Quellen; im Zweifel die schwächere Stufe.
Was die Stufen bedeuten und was hier fehlt
- AUmfangreiche HumanstudienZugelassenes Arzneimittel oder mehrere große kontrollierte Studien.
- BKlinische HumanstudienIn kontrollierten Studien am Menschen untersucht, Umfang begrenzt.
- CBegrenzte HumandatenKleine Studien, Fallserien oder Anwendung außerhalb kontrollierter Studien.
- DÜberwiegend TierstudienBelege stammen weit überwiegend aus Tiermodellen.
- EZell- und LaborversucheBelege stammen aus Zellkulturen oder Modellsystemen.
Für eine bessere EinstufungFür Stufe A fehlen mehrere große kontrollierte Studien oder eine arzneimittelrechtliche Zulassung.
Worauf sich alle Zahlen beziehen
Für Sermorelin wird empfohlen, das 5-mg-Vial mit 3 mL bakteriostatischem Wasser anzumischen. Daraus ergibt sich eine Konzentration von 1,67 mg/mL.
Alle Zahlen weiter unten beziehen sich auf genau dieses Mischverhältnis. Die Einheitenangaben in den Tabellen gelten also nur, wenn du dieselbe Wassermenge verwendest.
Nimmst du mehr oder weniger Wasser, ändert sich die Konzentration — und damit jede Einheitenangabe. Die Wirkstoffmenge im Vial bleibt gleich, sie verteilt sich nur anders. Rechne in dem Fall mit dem Umrechner weiter unten, nicht mit den Tabellenwerten.
Angewendet wird einmal täglich, subkutan. Das Schema arbeitet sich schrittweise nach oben — die erste Stufe dient dazu, die Verträglichkeit zu prüfen.
Worauf sich alle Zahlen beziehen
Für Sermorelin wird empfohlen, das 10-mg-Vial mit 3 mL bakteriostatischem Wasser anzumischen. Daraus ergibt sich eine Konzentration von 3,33 mg/mL.
Alle Zahlen weiter unten beziehen sich auf genau dieses Mischverhältnis. Die Einheitenangaben in den Tabellen gelten also nur, wenn du dieselbe Wassermenge verwendest.
Nimmst du mehr oder weniger Wasser, ändert sich die Konzentration — und damit jede Einheitenangabe. Die Wirkstoffmenge im Vial bleibt gleich, sie verteilt sich nur anders. Rechne in dem Fall mit dem Umrechner weiter unten, nicht mit den Tabellenwerten.
Angewendet wird einmal täglich, subkutan. Das Schema arbeitet sich schrittweise nach oben — die erste Stufe dient dazu, die Verträglichkeit zu prüfen.
Eigene Dosis umrechnen
Gerechnet mit 1,67 mg/mL auf einer U-100-Spritze. Vollständiger Rechner →
Eigene Dosis umrechnen
Gerechnet mit 3,33 mg/mL auf einer U-100-Spritze. Vollständiger Rechner →
Anmischen
- 3 mL bakteriostatisches Wasser mit einer sterilen Spritze aufziehen.
- Das Wasser langsam an der Innenwand des Vials hinunterlaufen lassen — nicht direkt auf das Pulver strahlen, sonst schäumt es.
- Das Vial vorsichtig schwenken oder rollen, bis sich das Pulver vollständig gelöst hat. Auf keinen Fall schütteln.
- Die Lösung muss klar sein. Ergibt 1,67 mg/mL.
- Vial mit Anmischdatum und Konzentration beschriften und sofort in den Kühlschrank stellen.
Bei 1,67 mg/mL entspricht 1 Einheit auf der U-100-Spritze (0,01 mL) etwa 0,017 mg.
Anmischen
- 3 mL bakteriostatisches Wasser mit einer sterilen Spritze aufziehen.
- Das Wasser langsam an der Innenwand des Vials hinunterlaufen lassen — nicht direkt auf das Pulver strahlen, sonst schäumt es.
- Das Vial vorsichtig schwenken oder rollen, bis sich das Pulver vollständig gelöst hat. Auf keinen Fall schütteln.
- Die Lösung muss klar sein. Ergibt 3,33 mg/mL.
- Vial mit Anmischdatum und Konzentration beschriften und sofort in den Kühlschrank stellen.
Bei 3,33 mg/mL entspricht 1 Einheit auf der U-100-Spritze (0,01 mL) etwa 0,033 mg.
Lagerung
- Gefriergetrocknet (ungeöffnet): einfrieren bei -8 °C
- Angemischt: im Kühlschrank bei 2-8 °C
- Vor Licht geschützt lagern und das Vial mit dem Anmischdatum beschriften.
Lagerung
- Gefriergetrocknet (ungeöffnet): einfrieren bei -8 °C
- Angemischt: im Kühlschrank bei 2-8 °C
- Vor Licht geschützt lagern und das Vial mit dem Anmischdatum beschriften.
Was du dafür brauchst
- Gerechnet mit dem Standardschema oben und 7 Anwendungen pro Woche:
- 12 Wochen: 7 Vials, 84 Insulinspritzen, 91 Alkoholtupfer, 21 mL bakteriostatisches Wasser (entspricht 3 × 10-mL-Flaschen).
- 24 Wochen: 16 Vials, 168 Insulinspritzen, 184 Alkoholtupfer, 48 mL bakteriostatisches Wasser (entspricht 5 × 10-mL-Flaschen).
- Ein Kanülenbehälter für die sichere Entsorgung.
- Die Vialzahl ist aufgerundet; Restmengen im Vial sind dabei berücksichtigt.
Was du dafür brauchst
- Gerechnet mit dem Standardschema oben und 7 Anwendungen pro Woche:
- 12 Wochen: 4 Vials, 84 Insulinspritzen, 88 Alkoholtupfer, 12 mL bakteriostatisches Wasser (entspricht 2 × 10-mL-Flaschen).
- 24 Wochen: 8 Vials, 168 Insulinspritzen, 176 Alkoholtupfer, 24 mL bakteriostatisches Wasser (entspricht 3 × 10-mL-Flaschen).
- Ein Kanülenbehälter für die sichere Entsorgung.
- Die Vialzahl ist aufgerundet; Restmengen im Vial sind dabei berücksichtigt.
Wichtige Hinweise
- Dosis, Datum und Einstichstelle jedes Mal notieren — nur so bleibt der Verlauf nachvollziehbar.
- Schrittweise steigern und Aufbaustufen nicht überspringen.
- Angemischte Vials nie über das angegebene Haltbarkeitsfenster hinaus verwenden.
- Bei trüber Lösung, Flocken oder Verfärbung das Vial verwerfen.
Injektionstechnik
- Vialdeckel und Einstichstelle mit einem Alkoholtupfer reinigen und vollständig trocknen lassen.
- Eine Hautfalte abheben und die Nadel im Winkel von 45 bis 90 Grad in das Unterhautfettgewebe einführen.
- Bei subkutaner Gabe nicht aspirieren. Langsam und gleichmäßig injizieren.
- Nach dem Injizieren einige Sekunden warten, bevor die Nadel zurückgezogen wird — so geht keine Dosis verloren.
- Einstichstellen systematisch wechseln (Bauch, Oberschenkel, Oberarm), um Verhärtungen zu vermeiden.
- Für jede Injektion eine neue sterile Nadel verwenden und sie sofort in einen Kanülenbehälter entsorgen.
Quellen
Eingeordnet nach dem, was in der Quellenangabe selbst steht. Wo die Art nicht eindeutig hervorgeht, zählt der Eintrag als weitere Quelle — nicht als Studie.
- PubMedÜbersichtsarbeit1999Prakash & Goa (1999): Sermorelin: a review of its use in the diagnosis and treatment of children with idiopathic growth hormone deficiency (pediatric GHD; 30 µg/kg SC nightly; 6-12 month trials)Quelle öffnen ↗
- RxListAmtliche AngabeSermorelin Acetate Injection Monograph: dosing (0.2-0.3 mg SC qHS adult off‑label); reconstitution/storage/administration guidelinesQuelle öffnen ↗
- Mayo ClinicSermorelin (injection route) - Proper Use and Storage: refrigerate reconstituted solution at 2-8 °C (36-46 °F); do not freeze; use within recommended periodQuelle öffnen ↗
- RxListSermorelin Acetate Prescribing Information: adverse effects (injection‑site reactions ~17%; rare headache/flushing <1%); subclinical hypothyroidism ~6.5%; thyroid monitoring recommendedQuelle öffnen ↗
Allgemeine Grundlagen (3)
Diese Quellen stehen auf vielen Protokollen — sie belegen Injektionstechnik, Lagerung und Handhabung, nicht die Wirkung dieses Peptids.
- Johns Hopkins Arthritis CenterHow to Give a Subcutaneous Injection: site selection (abdomen/thigh/arm); rotation guidelines; 45-90° angle; pinch technique; no aspiration; disposal in sharps containerQuelle öffnen ↗
- CDCVaccine administration: subcutaneous route technique (45-90° angle; site prep; no aspiration for SC injections)Quelle öffnen ↗
- NCBI BookshelfBest practices for parenteral injections: aseptic technique, preparation, administration guidelinesQuelle öffnen ↗
Ähnliche Peptide
Vorgeschlagen anhand von Wirkprinzip, gemeinsamer Mischung und Forschungsgebiet dieser Sammlung. Das ist keine Aussage darüber, dass die Stoffe gleichwertig oder austauschbar wären.
Quellen und Berechnungsgrundlagen im jeweiligen Eintrag. Ursprüngliche Zusammenstellung ↗