PT-141
Ein Wirkstoff für das sexuelle Verlangen. PT-141 setzt im Gehirn an, nicht an der Durchblutung — es steigert die Lust selbst, während Potenzmittel nur die Erektion ermöglichen.

In 30 Sekunden verstanden
- Was ist es?
- Melanocortin-Wirkstoff · Einzelsubstanz
- Wofür erforscht?
- Libido und Sexualität · Bräunung
- Datenlage
- Stufe A — Umfangreiche Humanstudien
- Einschränkung
- Als Bremelanotid zugelassen, Phase-3-Studien bei Frauen.
- Darreichungsform
- subkutane Injektion
Diese Vialstärke im Rechner öffnen →Dosis und Häufigkeit gibst du dort selbst ein.
Dosierungsschema
Standard – schrittweiser Aufbau
| Woche | Tagesdosis | Einheiten je Injektion |
|---|---|---|
| Woche 1-8 | 0,5 mg | 15 Einheiten (0,15 mL) |
| Woche 9-12 | 1,0 mg | 30 Einheiten (0,30 mL) |
| Woche 13-16 | 1,5 mg | 45 Einheiten (0,45 mL) |
Standard – schrittweiser Aufbau
| Konzentration (mg / mL) | Pump Output (mL / actuation) | Menge je Actuation (mg) | Actuations je mL | gesamt Actuations in Reconstituted Volumen |
|---|---|---|---|---|
| [A] | [B] | [A] × [B] | 1 / [B] | [Recon. vol. mL] × (1 / [B]) |
| [C] | [D] | [C] × [D] | 1 / [D] | [Recon. vol. mL] × (1 / [D]) |
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Was PT-141 tut
Bremelanotid, so der Wirkstoffname von PT-141, ist ein synthetisches Abbild des Hormons alpha-MSH und wirkt als Agonist an mehreren Melanocortin-Rezeptoren, vorwiegend an MC3R und MC4R.
Im Zentralnervensystem verstärkt die Aktivierung von MC4R die Dopaminfreisetzung in Hirnregionen, die für Belohnung und Erregung zuständig sind, darunter der Nucleus accumbens und die mediale präoptische Region. Daraus ergibt sich das gesteigerte sexuelle Verlangen.
Der Unterschied zu den PDE-5-Hemmern ist grundlegend: Bremelanotid greift nicht direkt in den Stickstoffmonoxid-Weg ein. Bei Männern ist die erektionsfördernde Wirkung eine Folge des zentralen Mechanismus, der erst nachgeschaltet die Stickstoffmonoxid-Bildung im Penisgewebe anregt.
Die Wirkung an MC1R außerhalb des Zentralnervensystems erklärt die Nebenwirkungen: vorübergehender Blutdruckanstieg und dunklere Hautpigmentierung.
Beobachteter Nutzen
- Klinische Studien bei Frauen vor den Wechseljahren mit vermindertem sexuellem Verlangen zeigten deutliche Verbesserungen der Verlangenswerte und weniger Leidensdruck gegenüber Scheinmedikament.
- Frühe Untersuchungen deuten auch bei Männern auf einen Nutzen hin; über die Nase gegebenes PT-141 verbesserte die Erektionsantwort und steigerte bei Frauen Erregungsmaße.
Nebenwirkungen
- Meist leicht und vorübergehend: am häufigsten Übelkeit bei rund 40 Prozent, dazu Hitzegefühl, Kopfschmerzen und Reaktionen an der Einstichstelle.
- Es wurden vorübergehende Blutdruckanstiege berichtet. Bei unbehandeltem Bluthochdruck oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist Bremelanotid nicht zu empfehlen.
- Bei wiederholter Anwendung kann sich die Haut über die MC1R-Wirkung dunkler färben; das bildet sich in der Regel zurück.
Wie gut ist das belegt?
Als Bremelanotid zugelassen, Phase-3-Studien bei Frauen.
Die Stufe beschreibt, wie gut untersucht ein Stoff ist — nicht, wie gut er wirkt. Eingestuft wird von Hand nach den unten aufgeführten Quellen; im Zweifel die schwächere Stufe.
Was die Stufen bedeuten und was hier fehlt
- AUmfangreiche HumanstudienZugelassenes Arzneimittel oder mehrere große kontrollierte Studien.
- BKlinische HumanstudienIn kontrollierten Studien am Menschen untersucht, Umfang begrenzt.
- CBegrenzte HumandatenKleine Studien, Fallserien oder Anwendung außerhalb kontrollierter Studien.
- DÜberwiegend TierstudienBelege stammen weit überwiegend aus Tiermodellen.
- EZell- und LaborversucheBelege stammen aus Zellkulturen oder Modellsystemen.
Für eine bessere EinstufungHöher geht diese Skala nicht — Stufe A ist die oberste.
Worauf sich alle Zahlen beziehen
Für PT-141 wird empfohlen, das 10-mg-Vial mit 3 mL bakteriostatischem Wasser anzumischen. Daraus ergibt sich eine Konzentration von 3,33 mg/mL.
Alle Zahlen weiter unten beziehen sich auf genau dieses Mischverhältnis. Die Einheitenangaben in den Tabellen gelten also nur, wenn du dieselbe Wassermenge verwendest.
Nimmst du mehr oder weniger Wasser, ändert sich die Konzentration — und damit jede Einheitenangabe. Die Wirkstoffmenge im Vial bleibt gleich, sie verteilt sich nur anders. Rechne in dem Fall mit dem Umrechner weiter unten, nicht mit den Tabellenwerten.
Angewendet wird einmal täglich, subkutan. Das Schema arbeitet sich schrittweise nach oben — die erste Stufe dient dazu, die Verträglichkeit zu prüfen.
Eigene Dosis umrechnen
Gerechnet mit 3,33 mg/mL auf einer U-100-Spritze. Vollständiger Rechner →
Anmischen
- 3 mL bakteriostatisches Wasser mit einer sterilen Spritze aufziehen.
- Das Wasser langsam an der Innenwand des Vials hinunterlaufen lassen — nicht direkt auf das Pulver strahlen, sonst schäumt es.
- Das Vial vorsichtig schwenken oder rollen, bis sich das Pulver vollständig gelöst hat. Auf keinen Fall schütteln.
- Die Lösung muss klar sein. Ergibt 3,33 mg/mL.
- Vial mit Anmischdatum und Konzentration beschriften und sofort in den Kühlschrank stellen.
Bei 3,33 mg/mL entspricht 1 Einheit auf der U-100-Spritze (0,01 mL) etwa 0,033 mg.
Lagerung
- Gefriergetrocknet (ungeöffnet): einfrieren bei -20 °C
- Angemischt: im Kühlschrank bei 2-8 °C
- Wiederholtes Einfrieren und Auftauen vermeiden.
- Vor Licht geschützt lagern und das Vial mit dem Anmischdatum beschriften.
Was du dafür brauchst
- Gerechnet mit dem Standardschema oben und 7 Anwendungen pro Woche:
- 12 Wochen: 6 Vials, 84 Insulinspritzen, 90 Alkoholtupfer, 18 mL bakteriostatisches Wasser (entspricht 2 × 10-mL-Flaschen).
- 24 Wochen: 19 Vials, 168 Insulinspritzen, 187 Alkoholtupfer, 57 mL bakteriostatisches Wasser (entspricht 6 × 10-mL-Flaschen).
- Ein Kanülenbehälter für die sichere Entsorgung.
- Die Vialzahl ist aufgerundet; Restmengen im Vial sind dabei berücksichtigt.
Wichtige Hinweise
- Dosis, Datum und Einstichstelle jedes Mal notieren — nur so bleibt der Verlauf nachvollziehbar.
- Schrittweise steigern und Aufbaustufen nicht überspringen.
- Angemischte Vials nie über das angegebene Haltbarkeitsfenster hinaus verwenden.
- Bei trüber Lösung, Flocken oder Verfärbung das Vial verwerfen.
Injektionstechnik
- Vialdeckel und Einstichstelle mit einem Alkoholtupfer reinigen und vollständig trocknen lassen.
- Eine Hautfalte abheben und die Nadel im Winkel von 45 bis 90 Grad in das Unterhautfettgewebe einführen.
- Bei subkutaner Gabe nicht aspirieren. Langsam und gleichmäßig injizieren.
- Nach dem Injizieren einige Sekunden warten, bevor die Nadel zurückgezogen wird — so geht keine Dosis verloren.
- Einstichstellen systematisch wechseln (Bauch, Oberschenkel, Oberarm), um Verhärtungen zu vermeiden.
- Für jede Injektion eine neue sterile Nadel verwenden und sie sofort in einen Kanülenbehälter entsorgen.
Quellen
Eingeordnet nach dem, was in der Quellenangabe selbst steht. Wo die Art nicht eindeutig hervorgeht, zählt der Eintrag als weitere Quelle — nicht als Studie.
- ScienceDirectBremelanotide: pharmacology, toxicology, and therapeutic overview (active metabolite of Melanotan II)Quelle öffnen ↗
- PMC (2022)Übersichtsarbeit2022Bremelanotide for treatment of female hypoactive sexual desire: mechanism, trials, and safety reviewQuelle öffnen ↗
- ResearchGate (2022)Phase-1-Studie2022Effect of bremelanotide on body weight of obese women: data from two phase 1 randomized controlled trialsQuelle öffnen ↗
- Mayo ClinicBremelanotide (subcutaneous route): side effects, dosage, and precautionsQuelle öffnen ↗
- CDCAmtliche AngabeStorage and handling of immunobiologics: cold-chain and lyophilized product guidanceQuelle öffnen ↗
- PMC (2019)2019Bremelanotide: first approval (comprehensive drug profile including cardiovascular considerations)Quelle öffnen ↗
- Diamond LE et al., J Sex Med (2006)2006Double-blind, placebo-controlled evaluation of intranasal bremelanotide (PT-141) in men with erectile dysfunctionQuelle öffnen ↗
- Diamond LE et al., J Sex Med (2006)2006An effect on the subjective sexual response in premenopausal women with sexual arousal disorder by bremelanotide (PT-141)Quelle öffnen ↗
- Molinoff PB et al., Ann N Y Acad Sci (2003)2003PT-141: a melanocortin agonist for the treatment of sexual dysfunction (pharmacology and early clinical data)Quelle öffnen ↗
- Kingsberg SA et al., Obstet Gynecol (2019)Phase-3-Studie2019Bremelanotide for the treatment of hypoactive sexual desire disorder: two randomized phase 3 trials (RECONNECT; SC vs IN development context)Quelle öffnen ↗
Allgemeine Grundlagen (5)
Diese Quellen stehen auf vielen Protokollen — sie belegen Injektionstechnik, Lagerung und Handhabung, nicht die Wirkung dieses Peptids.
- MedlinePlusAmtliche AngabePatient instructions for subcutaneous injections: site rotation and techniqueQuelle öffnen ↗
- CDCAmtliche AngabeVaccine administration: subcutaneous route (angle, site, and no-aspiration guidance)Quelle öffnen ↗
- CDCVaccine administration best practices: during the injection (technique diagram)Quelle öffnen ↗
- NCBI BookshelfBest practices for injection (asepsis, preparation, and administration)Quelle öffnen ↗
- Subcutaneous Drug Injection Review (PMC)ÜbersichtsarbeitPharmacologic considerations of the subcutaneous routeQuelle öffnen ↗
Ähnliche Peptide
Vorgeschlagen anhand von Wirkprinzip, gemeinsamer Mischung und Forschungsgebiet dieser Sammlung. Das ist keine Aussage darüber, dass die Stoffe gleichwertig oder austauschbar wären.
Quellen und Berechnungsgrundlagen im jeweiligen Eintrag. Ursprüngliche Zusammenstellung ↗