Melanotan II
Ein Bräunungspeptid. Melanotan II regt die Pigmentzellen an, sodass die Haut auch ohne UV-Strahlung nachdunkelt. Wichtig: Muttermale können sich verändern — dermatologische Kontrolle ist angeraten.

In 30 Sekunden verstanden
- Was ist es?
- Melanocortin-Wirkstoff · Einzelsubstanz
- Wofür erforscht?
- Bräunung
- Datenlage
- Stufe C — Begrenzte Humandaten
- Einschränkung
- Nur frühe Phase-1-Studien am Menschen.
- Darreichungsform
- subkutane Injektion
Diese Vialstärke im Rechner öffnen →Dosis und Häufigkeit gibst du dort selbst ein.
Dosierungsschema
Standard – schrittweiser Aufbau
| Woche / Phase | Tagesdosis | Einheiten je Injektion |
|---|---|---|
| Woche 1 | 0,25 mg | 7,5 Einheiten (0,075 mL) |
| Woche 2 | 0,5 mg | 15 Einheiten (0,15 mL) |
| Woche 3 | 0,75 mg | 22,5 Einheiten (0,225 mL) |
| Woche 4-8 | 1 mg | 30 Einheiten (0,30 mL) |
| Erhaltung (nach Woche 8) | 0,5-1 mg (1-2× wöchentlich) | 15-30 Einheiten (0,15-0,30 mL) |
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Was Melanotan II tut
Melanotan II ist ein synthetisches, ringförmig geschlossenes Peptid aus sieben Aminosäuren und dem Hormon alpha-MSH nachgebildet. Es bindet an Melanocortin-Rezeptoren, vor allem an MC1R und MC4R.
Die Aktivierung von MC1R auf den Pigmentzellen regt Bildung und Verteilung von Melanin an — die Haut bräunt also auch ohne UV-Strahlung.
Frühe Phase-I-Studien am Menschen ermittelten 0,025 mg je Kilogramm Körpergewicht und Tag als geeignete Menge, für einen durchschnittlichen Erwachsenen etwa 1,5 bis 2 mg. Eine messbare Bräunung zeigte sich bereits nach fünf niedrigen Gaben über zwei Wochen.
Die Wirkung auf MC4R erklärt die zusätzlichen Effekte auf Appetit und Sexualfunktion.
Beobachteter Nutzen
- Erhöht die Hautpigmentierung, ohne dass UV-Strahlung nötig ist.
- Die Bräunung ist bei den meisten nach fünf bis zehn täglichen Injektionen sichtbar.
- Nach der Aufbauphase lässt sich die Pigmentierung mit ein bis zwei Gaben pro Woche halten.
Nebenwirkungen
- Übelkeit, dosisabhängig und bei höheren Mengen am häufigsten.
- Gesichtsrötung und ein Wärmegefühl der Haut.
- Verminderter Appetit und leichte Müdigkeit.
- Bei Männern spontane Erektionen oder gesteigertes sexuelles Verlangen über die MC4R-Wirkung.
- Reaktionen an der Einstichstelle wie Rötung oder leichtes Brennen.
- Wichtig: Melanotan II verändert Pigmentmale. Bestehende Muttermale können dunkler werden und neue entstehen — eine dermatologische Kontrolle ist deshalb angeraten.
Wie gut ist das belegt?
Nur frühe Phase-1-Studien am Menschen.
Die Stufe beschreibt, wie gut untersucht ein Stoff ist — nicht, wie gut er wirkt. Eingestuft wird von Hand nach den unten aufgeführten Quellen; im Zweifel die schwächere Stufe.
Was die Stufen bedeuten und was hier fehlt
- AUmfangreiche HumanstudienZugelassenes Arzneimittel oder mehrere große kontrollierte Studien.
- BKlinische HumanstudienIn kontrollierten Studien am Menschen untersucht, Umfang begrenzt.
- CBegrenzte HumandatenKleine Studien, Fallserien oder Anwendung außerhalb kontrollierter Studien.
- DÜberwiegend TierstudienBelege stammen weit überwiegend aus Tiermodellen.
- EZell- und LaborversucheBelege stammen aus Zellkulturen oder Modellsystemen.
Für eine bessere EinstufungFür Stufe B fehlen kontrollierte Studien am Menschen.
Worauf sich alle Zahlen beziehen
Für Melanotan II wird empfohlen, das 10-mg-Vial mit 3 mL bakteriostatischem Wasser anzumischen. Daraus ergibt sich eine Konzentration von 3,33 mg/mL.
Alle Zahlen weiter unten beziehen sich auf genau dieses Mischverhältnis. Die Einheitenangaben in den Tabellen gelten also nur, wenn du dieselbe Wassermenge verwendest.
Nimmst du mehr oder weniger Wasser, ändert sich die Konzentration — und damit jede Einheitenangabe. Die Wirkstoffmenge im Vial bleibt gleich, sie verteilt sich nur anders. Rechne in dem Fall mit dem Umrechner weiter unten, nicht mit den Tabellenwerten.
Angewendet wird einmal täglich, subkutan. Das Schema arbeitet sich schrittweise nach oben — die erste Stufe dient dazu, die Verträglichkeit zu prüfen.
Eigene Dosis umrechnen
Gerechnet mit 3,33 mg/mL auf einer U-100-Spritze. Vollständiger Rechner →
Anmischen
- 3 mL bakteriostatisches Wasser mit einer sterilen Spritze aufziehen.
- Das Wasser langsam an der Innenwand des Vials hinunterlaufen lassen — nicht direkt auf das Pulver strahlen, sonst schäumt es.
- Das Vial vorsichtig schwenken oder rollen, bis sich das Pulver vollständig gelöst hat. Auf keinen Fall schütteln.
- Die Lösung muss klar sein. Ergibt 3,33 mg/mL.
- Vial mit Anmischdatum und Konzentration beschriften und sofort in den Kühlschrank stellen.
Bei 3,33 mg/mL entspricht 1 Einheit auf der U-100-Spritze (0,01 mL) etwa 0,033 mg.
Lagerung
- Gefriergetrocknet (ungeöffnet): einfrieren bei -20 °C
- Angemischt: im Kühlschrank bei 2-8 °C
- Vor Licht geschützt lagern und das Vial mit dem Anmischdatum beschriften.
Was du dafür brauchst
- Gerechnet mit dem Standardschema oben und 7 Anwendungen pro Woche:
- 12 Wochen: 8 Vials, 84 Insulinspritzen, 92 Alkoholtupfer, 24 mL bakteriostatisches Wasser (entspricht 3 × 10-mL-Flaschen).
- 24 Wochen: 16 Vials, 168 Insulinspritzen, 184 Alkoholtupfer, 48 mL bakteriostatisches Wasser (entspricht 5 × 10-mL-Flaschen).
- Ein Kanülenbehälter für die sichere Entsorgung.
- Die Vialzahl ist aufgerundet; Restmengen im Vial sind dabei berücksichtigt.
Wichtige Hinweise
- Dosis, Datum und Einstichstelle jedes Mal notieren — nur so bleibt der Verlauf nachvollziehbar.
- Schrittweise steigern und Aufbaustufen nicht überspringen.
- Angemischte Vials nie über das angegebene Haltbarkeitsfenster hinaus verwenden.
- Bei trüber Lösung, Flocken oder Verfärbung das Vial verwerfen.
Injektionstechnik
- Vialdeckel und Einstichstelle mit einem Alkoholtupfer reinigen und vollständig trocknen lassen.
- Eine Hautfalte abheben und die Nadel im Winkel von 45 bis 90 Grad in das Unterhautfettgewebe einführen.
- Bei subkutaner Gabe nicht aspirieren. Langsam und gleichmäßig injizieren.
- Nach dem Injizieren einige Sekunden warten, bevor die Nadel zurückgezogen wird — so geht keine Dosis verloren.
- Einstichstellen systematisch wechseln (Bauch, Oberschenkel, Oberarm), um Verhärtungen zu vermeiden.
- Für jede Injektion eine neue sterile Nadel verwenden und sie sofort in einen Kanülenbehälter entsorgen.
Quellen
Eingeordnet nach dem, was in der Quellenangabe selbst steht. Wo die Art nicht eindeutig hervorgeht, zählt der Eintrag als weitere Quelle — nicht als Studie.
- PubMed1996Dorr RT et al. (1996) - Phase I clinical study of melanotan-II, evaluation of dosing and safety in healthy volunteersQuelle öffnen ↗
- International Peptide SocietyAmtliche AngabeMelanotan II Monograph - Comprehensive peptide monograph covering dosing protocols and titration guidanceQuelle öffnen ↗
- DermNet NZAmtliche AngabeMelanotan II Information for Patients - Clinical dermatology guidance on melanotan use, side effects, and maintenance dosingQuelle öffnen ↗
- PubMedFallbericht2012Nelson ME et al. (2012) - Case report: Melanotan II injection resulting in systemic toxicity and rhabdomyolysisQuelle öffnen ↗
- RxListMelanotan-II Uses, Side Effects and Dosing - Medical database overview of melanotan-II pharmacology and clinical effectsQuelle öffnen ↗
- Cell Sciences Inc.Product Data Sheet - Melanotan-II storage and stability specifications for lyophilized and reconstituted formsQuelle öffnen ↗
- NCBI BookshelfAdministration of Parenteral Medications - Comprehensive nursing guide for safe injection practices and sterile techniqueQuelle öffnen ↗
Allgemeine Grundlagen (3)
Diese Quellen stehen auf vielen Protokollen — sie belegen Injektionstechnik, Lagerung und Handhabung, nicht die Wirkung dieses Peptids.
- CDCVaccine Administration Guidelines - Subcutaneous injection technique, site selection, and best practices from the CDCQuelle öffnen ↗
- NCBI BookshelfBest Practices for Injection Safety - Clinical guidelines for aseptic preparation and administration of injectable medicationsQuelle öffnen ↗
- MedlinePlusAmtliche AngabeSubcutaneous Injections - U.S. National Library of Medicine patient instructions for subcutaneous injection techniqueQuelle öffnen ↗
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Vorgeschlagen anhand von Wirkprinzip, gemeinsamer Mischung und Forschungsgebiet dieser Sammlung. Das ist keine Aussage darüber, dass die Stoffe gleichwertig oder austauschbar wären.
Quellen und Berechnungsgrundlagen im jeweiligen Eintrag. Ursprüngliche Zusammenstellung ↗