Ovagen
Ein sehr kurzes Bioregulator-Peptid mit Bezug zu Darm und Leber. In Zellversuchen beeinflusste es alterungsbezogene Gene und wirkte zellschützend.

In 30 Sekunden verstanden
- Was ist es?
- Bioregulator · Einzelsubstanz
- Wofür erforscht?
- Magen und Darm
- Datenlage
- Stufe E — Zell- und Laborversuche
- Einschränkung
- Zellversuche; klinische Daten fehlen.
- Darreichungsform
- subkutane Injektion
Diese Vialstärke im Rechner öffnen →Dosis und Häufigkeit gibst du dort selbst ein.
Dosierungsschema
Standard – schrittweiser Aufbau
| Woche | Tagesdosis | Einheiten je Injektion |
|---|---|---|
| Woche 1-2 | 0,01 mg | 0,1 Einheiten (0,001 mL) |
| Woche 3-4 | 0,02 mg | 0,2 Einheiten (0,002 mL) |
| Woche 5-6 | 0,05 mg | 0,5 Einheiten (0,005 mL) |
| Woche 7-8 | 0,1 mg | 1 Einheiten (0,01 mL) |
| Woche 9-16 | 0,1-0,15 mg | 1-1,5 Einheiten (0,01-0,015 mL) |
Was Ovagen tut
Ovagen besteht aus den Aminosäuren Glutaminsäure, Asparaginsäure und Leucin. Man nimmt an, dass dieses sehr kurze Peptid in die Zelle gelangt, dort an die DNA bindet und so Genaktivität und Eiweißbildung beeinflusst.
Zellversuche zeigen, dass es in Nierenzellkulturen die Zellteilung steigert und alterungsbezogene Genmarker verändert — darunter p16, p21, p53 und SIRT-6 —, was für eine zellschützende Wirkung spricht.
Von sehr kurzen Peptiden dieser Art ist bekannt, dass sie über die Genregulation Zellteilung, Ausdifferenzierung und programmierten Zelltod beeinflussen. Zusätzlich wurde für diese Sequenz eine hemmende Bindung an die HIV-1-Protease beschrieben.
Beobachteter Nutzen
- Könnte nach der Bioregulator-Forschung die Regulation von Magen-Darm- und Lebergewebe unterstützen.
- Zellversuche deuten über die Beeinflussung alterungsbezogener Gene auf zellschützende Wirkungen hin.
- Sehr kurze Peptide werden rasch abgebaut und lösen kaum Immunreaktionen aus.
Nebenwirkungen
- Die Nebenwirkungen sind mangels klinischer Daten am Menschen nicht beschrieben.
- Gelegentlich leichte Reaktionen an der Einstichstelle wie Rötung oder Juckreiz.
Wie gut ist das belegt?
Zellversuche; klinische Daten fehlen.
Die Stufe beschreibt, wie gut untersucht ein Stoff ist — nicht, wie gut er wirkt. Eingestuft wird von Hand nach den unten aufgeführten Quellen; im Zweifel die schwächere Stufe.
Was die Stufen bedeuten und was hier fehlt
- AUmfangreiche HumanstudienZugelassenes Arzneimittel oder mehrere große kontrollierte Studien.
- BKlinische HumanstudienIn kontrollierten Studien am Menschen untersucht, Umfang begrenzt.
- CBegrenzte HumandatenKleine Studien, Fallserien oder Anwendung außerhalb kontrollierter Studien.
- DÜberwiegend TierstudienBelege stammen weit überwiegend aus Tiermodellen.
- EZell- und LaborversucheBelege stammen aus Zellkulturen oder Modellsystemen.
Für eine bessere EinstufungFür Stufe D fehlen Ergebnisse aus Tiermodellen.
Worauf sich alle Zahlen beziehen
Für Ovagen wird empfohlen, das 20-mg-Vial mit 2 mL bakteriostatischem Wasser anzumischen. Daraus ergibt sich eine Konzentration von 10 mg/mL.
Alle Zahlen weiter unten beziehen sich auf genau dieses Mischverhältnis. Die Einheitenangaben in den Tabellen gelten also nur, wenn du dieselbe Wassermenge verwendest.
Nimmst du mehr oder weniger Wasser, ändert sich die Konzentration — und damit jede Einheitenangabe. Die Wirkstoffmenge im Vial bleibt gleich, sie verteilt sich nur anders. Rechne in dem Fall mit dem Umrechner weiter unten, nicht mit den Tabellenwerten.
Angewendet wird einmal täglich, subkutan. Das Schema arbeitet sich schrittweise nach oben — die erste Stufe dient dazu, die Verträglichkeit zu prüfen.
Eigene Dosis umrechnen
Gerechnet mit 10 mg/mL auf einer U-100-Spritze. Vollständiger Rechner →
Anmischen
- 2 mL bakteriostatisches Wasser mit einer sterilen Spritze aufziehen.
- Das Wasser langsam an der Innenwand des Vials hinunterlaufen lassen — nicht direkt auf das Pulver strahlen, sonst schäumt es.
- Das Vial vorsichtig schwenken oder rollen, bis sich das Pulver vollständig gelöst hat. Auf keinen Fall schütteln.
- Die Lösung muss klar sein. Ergibt 10 mg/mL.
- Vial mit Anmischdatum und Konzentration beschriften und sofort in den Kühlschrank stellen.
Bei 10 mg/mL entspricht 1 Einheit auf der U-100-Spritze (0,01 mL) etwa 0,1 mg.
Lagerung
- Gefriergetrocknet (ungeöffnet): einfrieren bei -20 °C
- Angemischt: im Kühlschrank bei 2-8 °C
- Wiederholtes Einfrieren und Auftauen vermeiden.
- Vor Licht geschützt lagern und das Vial mit dem Anmischdatum beschriften.
Was du dafür brauchst
- Gerechnet mit dem Standardschema oben und 7 Anwendungen pro Woche:
- 12 Wochen: 1 Vials, 84 Insulinspritzen, 85 Alkoholtupfer, 2 mL bakteriostatisches Wasser (entspricht 1 × 10-mL-Flasche).
- 24 Wochen: 1 Vials, 168 Insulinspritzen, 169 Alkoholtupfer, 2 mL bakteriostatisches Wasser (entspricht 1 × 10-mL-Flasche).
- Ein Kanülenbehälter für die sichere Entsorgung.
- Die Vialzahl ist aufgerundet; Restmengen im Vial sind dabei berücksichtigt.
Wichtige Hinweise
- Dosis, Datum und Einstichstelle jedes Mal notieren — nur so bleibt der Verlauf nachvollziehbar.
- Schrittweise steigern und Aufbaustufen nicht überspringen.
- Angemischte Vials nie über das angegebene Haltbarkeitsfenster hinaus verwenden.
- Bei trüber Lösung, Flocken oder Verfärbung das Vial verwerfen.
Injektionstechnik
- Vialdeckel und Einstichstelle mit einem Alkoholtupfer reinigen und vollständig trocknen lassen.
- Eine Hautfalte abheben und die Nadel im Winkel von 45 bis 90 Grad in das Unterhautfettgewebe einführen.
- Bei subkutaner Gabe nicht aspirieren. Langsam und gleichmäßig injizieren.
- Nach dem Injizieren einige Sekunden warten, bevor die Nadel zurückgezogen wird — so geht keine Dosis verloren.
- Einstichstellen systematisch wechseln (Bauch, Oberschenkel, Oberarm), um Verhärtungen zu vermeiden.
- Für jede Injektion eine neue sterile Nadel verwenden und sie sofort in einen Kanülenbehälter entsorgen.
Quellen
Eingeordnet nach dem, was in der Quellenangabe selbst steht. Wo die Art nicht eindeutig hervorgeht, zählt der Eintrag als weitere Quelle — nicht als Studie.
- MDPI International Journal of Molecular SciencesTransport of biologically active ultrashort peptides using POT and LAT carriersQuelle öffnen ↗
- PubMedLaborversuch2014Advances in Gerontology - Tripeptides slow down aging process in renal cell culture (Khavinson et al., 2014)Quelle öffnen ↗
- Nature2022Signal Transduction and Targeted Therapy - Therapeutic peptides: current applications and future directions (Li et al., 2022)Quelle öffnen ↗
- Sigma-AldrichPeptide Handling and Storage Guide (aliquoting, freeze-thaw, labeling)Quelle öffnen ↗
- PubMedBiochemistry - HIV-1 protease inhibitors: enthalpic versus entropic optimization of binding affinityQuelle öffnen ↗
- PubMed2000Biochemistry - HIV-1 protease inhibitors Glu-Asp-Leu and Glu-Asp-Phe: thermodynamic studies (Velazquez-Campoy & Freire, 2000)Quelle öffnen ↗
Allgemeine Grundlagen (4)
Diese Quellen stehen auf vielen Protokollen — sie belegen Injektionstechnik, Lagerung und Handhabung, nicht die Wirkung dieses Peptids.
- BachemHandling and Storage Guidelines for Peptides (temperature, stability)Quelle öffnen ↗
- NCBI BookshelfWHO - Best practices for injections and related procedures (asepsis, preparation, administration)Quelle öffnen ↗
- CDCAmtliche AngabeVaccine administration: subcutaneous route (angle/site guidance)Quelle öffnen ↗
- CDC (Subcut Injection PDF)Amtliche AngabeTechnique diagram and site guidance for subcutaneous injectionsQuelle öffnen ↗
Ähnliche Peptide
Vorgeschlagen anhand von Wirkprinzip, gemeinsamer Mischung und Forschungsgebiet dieser Sammlung. Das ist keine Aussage darüber, dass die Stoffe gleichwertig oder austauschbar wären.
Quellen und Berechnungsgrundlagen im jeweiligen Eintrag. Ursprüngliche Zusammenstellung ↗