LL-37
Ein körpereigenes Antibiotikum. LL-37 zerstört Keimmembranen direkt und steuert zugleich die Immunantwort. Die überzeugendsten Belege stammen aus der äußerlichen Anwendung auf schlecht heilenden Wunden.

In 30 Sekunden verstanden
- Was ist es?
- Antimikrobielles Peptid · Einzelsubstanz
- Wofür erforscht?
- Immunsystem und Entzündung
- Datenlage
- Stufe C — Begrenzte Humandaten
- Einschränkung
- Studien am Menschen nur zur äußerlichen Anwendung auf Wunden.
- Darreichungsform
- subkutane Injektion
Diese Vialstärke im Rechner öffnen →Dosis und Häufigkeit gibst du dort selbst ein.
Dosierungsschema
Standard – schrittweiser Aufbau
| Woche | Tagesdosis | Einheiten je Injektion |
|---|---|---|
| Woche 1 | 0,05 mg | 3 Einheiten (0,03 mL) |
| Woche 2 | 0,1 mg | 6 Einheiten (0,06 mL) |
| Woche 3 | 0,15 mg | 9 Einheiten (0,09 mL) |
| Woche 4 | 0,2 mg | 12 Einheiten (0,12 mL) |
| Woche 5 | 0,25 mg | 15 Einheiten (0,15 mL) |
| Woche 6 | 0,3 mg | 18 Einheiten (0,18 mL) |
| Woche 7 | 0,35 mg | 21 Einheiten (0,21 mL) |
| Woche 8 | 0,4 mg | 24 Einheiten (0,24 mL) |
Was LL-37 tut
LL-37 wirkt sowohl unmittelbar keimtötend als auch über das Immunsystem. Seine Struktur ist positiv geladen und schraubenförmig aufgebaut, mit einer wasser- und einer fettliebenden Seite. Dadurch lagert es sich bevorzugt an negativ geladene Keimmembranen an und zerstört sie.
Über das direkte Abtöten hinaus beeinflusst LL-37 die Abwehr des Wirts: In Mausmodellen einer Blutvergiftung veranlasste es neutrophile Granulozyten, winzige Bläschen voller antimikrobieller Proteine freizusetzen. Das senkte die Keimlast und verbesserte das Überleben.
LL-37 kann außerdem bakterielles Lipopolysaccharid binden und dessen Zusammenspiel mit den Rezeptoren CD14 und TLR4 blockieren. Das dämpft die durch Endotoxin ausgelöste TNF-Freisetzung und den Untergang neutrophiler Granulozyten.
Beobachteter Nutzen
- Bei chronischen venösen Unterschenkelgeschwüren, in denen körpereigenes LL-37 oft fehlt, beschleunigte die äußerliche Anwendung von synthetischem LL-37 die Heilung deutlich gegenüber Scheinbehandlung.
- In Studien zum diabetischen Fußgeschwür verbesserte eine LL-37-Creme die Bildung von Granulationsgewebe und den Wundverschluss.
- Die breite keimtötende Wirkung hilft, Infektionen einzudämmen; in Modellen der Blutvergiftung senkte LL-37 Keimlast und Sterblichkeit.
Nebenwirkungen
- Im Allgemeinen gut verträglich.
- Gelegentlich leichte Reaktionen an der Einstichstelle wie Rötung oder Juckreiz.
- Zu beachten: Die überzeugendsten Belege am Menschen stammen aus der äußerlichen Anwendung auf Wunden, nicht aus der Injektion.
Wie gut ist das belegt?
Studien am Menschen nur zur äußerlichen Anwendung auf Wunden.
Die Stufe beschreibt, wie gut untersucht ein Stoff ist — nicht, wie gut er wirkt. Eingestuft wird von Hand nach den unten aufgeführten Quellen; im Zweifel die schwächere Stufe.
Was die Stufen bedeuten und was hier fehlt
- AUmfangreiche HumanstudienZugelassenes Arzneimittel oder mehrere große kontrollierte Studien.
- BKlinische HumanstudienIn kontrollierten Studien am Menschen untersucht, Umfang begrenzt.
- CBegrenzte HumandatenKleine Studien, Fallserien oder Anwendung außerhalb kontrollierter Studien.
- DÜberwiegend TierstudienBelege stammen weit überwiegend aus Tiermodellen.
- EZell- und LaborversucheBelege stammen aus Zellkulturen oder Modellsystemen.
Für eine bessere EinstufungFür Stufe B fehlen kontrollierte Studien am Menschen.
Worauf sich alle Zahlen beziehen
Für LL-37 wird empfohlen, das 5-mg-Vial mit 3 mL bakteriostatischem Wasser anzumischen. Daraus ergibt sich eine Konzentration von 1,67 mg/mL.
Alle Zahlen weiter unten beziehen sich auf genau dieses Mischverhältnis. Die Einheitenangaben in den Tabellen gelten also nur, wenn du dieselbe Wassermenge verwendest.
Nimmst du mehr oder weniger Wasser, ändert sich die Konzentration — und damit jede Einheitenangabe. Die Wirkstoffmenge im Vial bleibt gleich, sie verteilt sich nur anders. Rechne in dem Fall mit dem Umrechner weiter unten, nicht mit den Tabellenwerten.
Angewendet wird einmal täglich, subkutan. Das Schema arbeitet sich schrittweise nach oben — die erste Stufe dient dazu, die Verträglichkeit zu prüfen.
Eigene Dosis umrechnen
Gerechnet mit 1,67 mg/mL auf einer U-100-Spritze. Vollständiger Rechner →
Anmischen
- 3 mL bakteriostatisches Wasser mit einer sterilen Spritze aufziehen.
- Das Wasser langsam an der Innenwand des Vials hinunterlaufen lassen — nicht direkt auf das Pulver strahlen, sonst schäumt es.
- Das Vial vorsichtig schwenken oder rollen, bis sich das Pulver vollständig gelöst hat. Auf keinen Fall schütteln.
- Die Lösung muss klar sein. Ergibt 1,67 mg/mL.
- Vial mit Anmischdatum und Konzentration beschriften und sofort in den Kühlschrank stellen.
Bei 1,67 mg/mL entspricht 1 Einheit auf der U-100-Spritze (0,01 mL) etwa 0,017 mg.
Lagerung
- Gefriergetrocknet (ungeöffnet): einfrieren bei -20 °C
- Angemischt: im Kühlschrank bei 2-8 °C, innerhalb von 4 Wochen aufbrauchen
- Wiederholtes Einfrieren und Auftauen vermeiden.
- Vor Licht geschützt lagern und das Vial mit dem Anmischdatum beschriften.
Was du dafür brauchst
- Gerechnet mit dem Standardschema oben und 7 Anwendungen pro Woche:
- 12 Wochen: 5 Vials, 84 Insulinspritzen, 89 Alkoholtupfer, 15 mL bakteriostatisches Wasser (entspricht 2 × 10-mL-Flaschen).
- 24 Wochen: 12 Vials, 168 Insulinspritzen, 180 Alkoholtupfer, 36 mL bakteriostatisches Wasser (entspricht 4 × 10-mL-Flaschen).
- Ein Kanülenbehälter für die sichere Entsorgung.
- Die Vialzahl ist aufgerundet; Restmengen im Vial sind dabei berücksichtigt.
Wichtige Hinweise
- Dosis, Datum und Einstichstelle jedes Mal notieren — nur so bleibt der Verlauf nachvollziehbar.
- Schrittweise steigern und Aufbaustufen nicht überspringen.
- Angemischte Vials nie über das angegebene Haltbarkeitsfenster hinaus verwenden.
- Bei trüber Lösung, Flocken oder Verfärbung das Vial verwerfen.
Injektionstechnik
- Vialdeckel und Einstichstelle mit einem Alkoholtupfer reinigen und vollständig trocknen lassen.
- Eine Hautfalte abheben und die Nadel im Winkel von 45 bis 90 Grad in das Unterhautfettgewebe einführen.
- Bei subkutaner Gabe nicht aspirieren. Langsam und gleichmäßig injizieren.
- Nach dem Injizieren einige Sekunden warten, bevor die Nadel zurückgezogen wird — so geht keine Dosis verloren.
- Einstichstellen systematisch wechseln (Bauch, Oberschenkel, Oberarm), um Verhärtungen zu vermeiden.
- Für jede Injektion eine neue sterile Nadel verwenden und sie sofort in einen Kanülenbehälter entsorgen.
Quellen
Eingeordnet nach dem, was in der Quellenangabe selbst steht. Wo die Art nicht eindeutig hervorgeht, zählt der Eintrag als weitere Quelle — nicht als Studie.
- Journal of Immunology (PMC)Little peptide, big effects: the role of LL-37 in inflammation and autoimmune diseaseQuelle öffnen ↗
- Innate Immunity (PMC)TiermodellAntimicrobial peptide LL-37 ameliorates a murine sepsis model via microvesicle release from neutrophilsQuelle öffnen ↗
- Wound Repair and Regeneration (PMC)Evaluation of LL-37 in healing of hard-to-heal venous leg ulcers: a multicentric prospective RCTQuelle öffnen ↗
- Archives of Dermatological Research (PMC)Randomisierte StudieEfficacy of LL-37 cream in enhancing healing of diabetic foot ulcer: a randomized double-blind controlled trialQuelle öffnen ↗
- PubMed / Journal of Steroid BiochemistryVitamin D and the antimicrobial peptide cathelicidin (LL-37)Quelle öffnen ↗
Allgemeine Grundlagen (7)
Diese Quellen stehen auf vielen Protokollen — sie belegen Injektionstechnik, Lagerung und Handhabung, nicht die Wirkung dieses Peptids.
- Bachem Knowledge CenterHandling and storage guidelines for peptidesQuelle öffnen ↗
- CDC One & Only CampaignOne needle, one syringe, only one time (injection safety)Quelle öffnen ↗
- Johns Hopkins Arthritis CenterHow to give a subcutaneous injection (site selection, rotation)Quelle öffnen ↗
- MedlinePlus (NIH)Amtliche AngabeSubcutaneous (SQ) injections: patient instructionsQuelle öffnen ↗
- CDCVaccine administration: subcutaneous injection (angle/site; no aspiration)Quelle öffnen ↗
- NCBI BookshelfBest practices for injection (asepsis, preparation, and administration)Quelle öffnen ↗
- Clinical Pharmacology & Therapeutics (PMC)ÜbersichtsarbeitSubcutaneous drug injection review: pharmacologic considerationsQuelle öffnen ↗
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Vorgeschlagen anhand von Wirkprinzip, gemeinsamer Mischung und Forschungsgebiet dieser Sammlung. Das ist keine Aussage darüber, dass die Stoffe gleichwertig oder austauschbar wären.
Quellen und Berechnungsgrundlagen im jeweiligen Eintrag. Ursprüngliche Zusammenstellung ↗