KPV
Ein entzündungshemmendes Dreifachpeptid. KPV stammt aus dem Hormon alpha-MSH, senkt entzündungsfördernde Botenstoffe und beeinflusst die Hautfarbe dabei nicht.

In 30 Sekunden verstanden
- Was ist es?
- Entzündungshemmer · Einzelsubstanz
- Wofür erforscht?
- Immunsystem und Entzündung · Magen und Darm
- Datenlage
- Stufe D — Überwiegend Tierstudien
- Einschränkung
- Vorklinische Modelle zu Darmentzündung und systemischer Entzündung.
- Darreichungsform
- subkutane Injektion
Diese Vialstärke im Rechner öffnen →Dosis und Häufigkeit gibst du dort selbst ein.
Dosierungsschema
Standard – schrittweiser Aufbau
| Woche | Tagesdosis | Einheiten je Injektion |
|---|---|---|
| Woche 1 | 0,2 mg | 6 Einheiten (0,06 mL) |
| Woche 2 | 0,3 mg | 9 Einheiten (0,09 mL) |
| Woche 3 | 0,4 mg | 12 Einheiten (0,12 mL) |
| Woche 4-8 | 0,5 mg | 15 Einheiten (0,15 mL) |
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Was KPV tut
KPV ist das Dreifachpeptid vom hinteren Ende des Hormons alpha-MSH, konkret die Bausteine 11 bis 13. Es behält die kräftige entzündungshemmende Wirkung des Hormons, ohne dessen pigmentierende Eigenschaften.
Vorklinische Studien zeigen, dass KPV entzündungsfördernde Botenstoffe wie TNF-alpha, IL-6 und IL-1beta senkt und die Aktivität von Immunzellen beeinflusst — untersucht in Modellen für chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Dickdarmentzündung und systemische Entzündung.
Der Wirkmechanismus beruht auf der Hemmung des NF-κB-Signalwegs und der Beeinflussung freigesetzter Entzündungsvermittler. Die subkutane Gabe verteilt den Wirkstoff im ganzen Körper, mit rascher Aufnahme und in täglichen Schemata anhaltender entzündungshemmender Wirkung.
Beobachteter Nutzen
- Entzündungshemmung: senkt entzündungsfördernde Botenstoffe und beeinflusst die Immunantwort in Modellen für chronisch entzündliche Darmerkrankungen und systemische Entzündung.
- Wirksam über mehrere Anwendungswege; die subkutane Gabe wird für die körperweite Verteilung und die gleichmäßige Verfügbarkeit bevorzugt.
- Wundheilung: Vorklinische Daten deuten darauf hin, dass KPV über die Dämpfung der Entzündung die Gewebereparatur unterstützen kann.
- Keine Wirkung auf die Pigmentierung: Anders als vollständiges alpha-MSH beeinflusst KPV die Pigmentzellen und die Hautfarbe nicht.
Nebenwirkungen
- Im Allgemeinen gut verträglich; gelegentlich leichte Reaktionen an der Einstichstelle wie Rötung oder leichte Schwellung.
- Körperweite Nebenwirkungen wurden in Forschungsschemata nur selten berichtet.
Wie gut ist das belegt?
Vorklinische Modelle zu Darmentzündung und systemischer Entzündung.
Die Stufe beschreibt, wie gut untersucht ein Stoff ist — nicht, wie gut er wirkt. Eingestuft wird von Hand nach den unten aufgeführten Quellen; im Zweifel die schwächere Stufe.
Was die Stufen bedeuten und was hier fehlt
- AUmfangreiche HumanstudienZugelassenes Arzneimittel oder mehrere große kontrollierte Studien.
- BKlinische HumanstudienIn kontrollierten Studien am Menschen untersucht, Umfang begrenzt.
- CBegrenzte HumandatenKleine Studien, Fallserien oder Anwendung außerhalb kontrollierter Studien.
- DÜberwiegend TierstudienBelege stammen weit überwiegend aus Tiermodellen.
- EZell- und LaborversucheBelege stammen aus Zellkulturen oder Modellsystemen.
Für eine bessere EinstufungFür Stufe C fehlen Daten am Menschen — auch kleine Studien oder Fallserien.
Worauf sich alle Zahlen beziehen
Für KPV wird empfohlen, das 10-mg-Vial mit 3 mL bakteriostatischem Wasser anzumischen. Daraus ergibt sich eine Konzentration von 3,33 mg/mL.
Alle Zahlen weiter unten beziehen sich auf genau dieses Mischverhältnis. Die Einheitenangaben in den Tabellen gelten also nur, wenn du dieselbe Wassermenge verwendest.
Nimmst du mehr oder weniger Wasser, ändert sich die Konzentration — und damit jede Einheitenangabe. Die Wirkstoffmenge im Vial bleibt gleich, sie verteilt sich nur anders. Rechne in dem Fall mit dem Umrechner weiter unten, nicht mit den Tabellenwerten.
Angewendet wird einmal täglich, subkutan. Das Schema arbeitet sich schrittweise nach oben — die erste Stufe dient dazu, die Verträglichkeit zu prüfen.
Eigene Dosis umrechnen
Gerechnet mit 3,33 mg/mL auf einer U-100-Spritze. Vollständiger Rechner →
Anmischen
- 3 mL bakteriostatisches Wasser mit einer sterilen Spritze aufziehen.
- Das Wasser langsam an der Innenwand des Vials hinunterlaufen lassen — nicht direkt auf das Pulver strahlen, sonst schäumt es.
- Das Vial vorsichtig schwenken oder rollen, bis sich das Pulver vollständig gelöst hat. Auf keinen Fall schütteln.
- Die Lösung muss klar sein. Ergibt 3,33 mg/mL.
- Vial mit Anmischdatum und Konzentration beschriften und sofort in den Kühlschrank stellen.
Bei 3,33 mg/mL entspricht 1 Einheit auf der U-100-Spritze (0,01 mL) etwa 0,033 mg.
Lagerung
- Gefriergetrocknet (ungeöffnet): einfrieren bei -20 °C
- Angemischt: im Kühlschrank bei 2-8 °C, innerhalb von 30 Tage aufbrauchen
- Wiederholtes Einfrieren und Auftauen vermeiden.
- Vor Licht geschützt lagern und das Vial mit dem Anmischdatum beschriften.
Was du dafür brauchst
- Gerechnet mit dem Standardschema oben und 7 Anwendungen pro Woche:
- 12 Wochen: 4 Vials, 84 Insulinspritzen, 88 Alkoholtupfer, 12 mL bakteriostatisches Wasser (entspricht 2 × 10-mL-Flaschen).
- 24 Wochen: 8 Vials, 168 Insulinspritzen, 176 Alkoholtupfer, 24 mL bakteriostatisches Wasser (entspricht 3 × 10-mL-Flaschen).
- Ein Kanülenbehälter für die sichere Entsorgung.
- Die Vialzahl ist aufgerundet; Restmengen im Vial sind dabei berücksichtigt.
Wichtige Hinweise
- Dosis, Datum und Einstichstelle jedes Mal notieren — nur so bleibt der Verlauf nachvollziehbar.
- Schrittweise steigern und Aufbaustufen nicht überspringen.
- Angemischte Vials nie über das angegebene Haltbarkeitsfenster hinaus verwenden.
- Bei trüber Lösung, Flocken oder Verfärbung das Vial verwerfen.
Injektionstechnik
- Vialdeckel und Einstichstelle mit einem Alkoholtupfer reinigen und vollständig trocknen lassen.
- Eine Hautfalte abheben und die Nadel im Winkel von 45 bis 90 Grad in das Unterhautfettgewebe einführen.
- Bei subkutaner Gabe nicht aspirieren. Langsam und gleichmäßig injizieren.
- Nach dem Injizieren einige Sekunden warten, bevor die Nadel zurückgezogen wird — so geht keine Dosis verloren.
- Einstichstellen systematisch wechseln (Bauch, Oberschenkel, Oberarm), um Verhärtungen zu vermeiden.
- Für jede Injektion eine neue sterile Nadel verwenden und sie sofort in einen Kanülenbehälter entsorgen.
Quellen
Eingeordnet nach dem, was in der Quellenangabe selbst steht. Wo die Art nicht eindeutig hervorgeht, zählt der Eintrag als weitere Quelle — nicht als Studie.
- Journal of Pharmaceutical Drug Delivery Research (2022)2022Pawar K. et al.: KPV as an α‑MSH fragment retains potent anti‑inflammatory activity without melanotropic side effectsQuelle öffnen ↗
- Gastroenterology (2008)2008Dalmasso G. et al.: PepT1‑mediated tripeptide KPV uptake reduces intestinal inflammation in DSS colitis modelsQuelle öffnen ↗
- Innerbody Research (2025)2025KPV peptide benefits, safety, and administration routes; subcutaneous injection for systemic therapyQuelle öffnen ↗
- Peptides.org Dosage Guide (2023)2023KPV dosage calculator and protocol: 200-400 mcg subcutaneously once daily for inflammation and wound healingQuelle öffnen ↗
- PeptideSciences (Storage Guidelines)Lyophilized peptides stable for short‑term at 4 °C, long‑term at -20 °C; reconstituted solutions refrigerated up to ~30 daysQuelle öffnen ↗
Allgemeine Grundlagen (5)
Diese Quellen stehen auf vielen Protokollen — sie belegen Injektionstechnik, Lagerung und Handhabung, nicht die Wirkung dieses Peptids.
- Bachem (Peptide Handling Guidelines)Long‑term peptide stability best achieved in lyophilized form at <-15 °C; avoid extended storage in solutionQuelle öffnen ↗
- Johns Hopkins Arthritis CenterSubcutaneous injection technique: site preparation, needle angle (45-90°), and injection site rotationQuelle öffnen ↗
- NCBI Bookshelf (Clinical Procedures)Best practices for injection: aseptic technique, site preparation, and administration proceduresQuelle öffnen ↗
- CDC Vaccine AdministrationAmtliche AngabeSubcutaneous injection route guidance: needle angle, site selection, and no aspiration for subcut injectionsQuelle öffnen ↗
- PMC (Subcutaneous Drug Injection Review)ÜbersichtsarbeitPharmacologic and physiologic considerations of the subcutaneous route for drug administrationQuelle öffnen ↗
Ähnliche Peptide
Vorgeschlagen anhand von Wirkprinzip, gemeinsamer Mischung und Forschungsgebiet dieser Sammlung. Das ist keine Aussage darüber, dass die Stoffe gleichwertig oder austauschbar wären.
Quellen und Berechnungsgrundlagen im jeweiligen Eintrag. Ursprüngliche Zusammenstellung ↗