StoffwechselträgerEinzelnsubkutane InjektionEvidenz A

L-Carnitine

Der Fährmann des Fettstoffwechsels. L-Carnitin schleust Fettsäuren in die Mitochondrien, wo sie verbrannt werden. Gespritzt umgeht es die schlechte Aufnahme und die ungünstigen Abbauprodukte der Kapselform.

Humanstudien vorhanden13 QuellenRechner verfügbarExternes Produkt verfügbar
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L-Carnitine 200 mg — Vial mit gefriergetrocknetem Pulver
L-Carnitine · 200 mg

In 30 Sekunden verstanden

Was ist es?
Stoffwechselträger · Einzelsubstanz
Wofür erforscht?
Abnehmen und Körperfett · Energie, Ausdauer und Mitochondrien
Datenlage
Stufe A — Umfangreiche Humanstudien
Einschränkung
Auswertung von 37 randomisierten kontrollierten Studien.
Darreichungsform
subkutane Injektion
Startdosis
50 mg
einmal täglich · Woche 1-2
Aufziehen bis
50 Einheiten (0,50 mL)
Konzentration
100 mg/mL
Anmischen
2 mL
Bereich
50-100 mg

Diese Vialstärke im Rechner öffnen →Dosis und Häufigkeit gibst du dort selbst ein.

Schema

Dosierungsschema

Standard – schrittweiser Aufbau

Literaturschemaeinmal täglich · subkutane Injektion200 mg + 2 mL = 100 mg/mL
WocheTagesdosisEinheiten je Injektion
Woche 1-250 mg50 Einheiten (0,50 mL)
Woche 3-8100 mg100 Einheiten (1,0 mL)
Woche 9-12100 mg100 Einheiten (1,0 mL)
Extern

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Wirkung

Was L-Carnitine tut

L-Carnitin ist kein Peptid, sondern eine quartäre Ammoniumverbindung, die der Körper aus Lysin und Methionin selbst herstellt. Im Energiestoffwechsel spielt es eine Schlüsselrolle.

Es ist der unverzichtbare Helfer des Enzymsystems Carnitin-Palmitoyltransferase, das langkettige Fettsäuren durch die innere Mitochondrienmembran schleust, damit sie dort verbrannt werden können. Ohne diesen Transport lässt sich aus Fettreserven kein ATP gewinnen — besonders wichtig bei längerer Belastung oder unter Kalorienbeschränkung.

Eine Auswertung von 37 randomisierten Studien ergab, dass etwa 2000 mg täglich als Kapsel zu einer bescheidenen Gewichtsabnahme von rund 1,2 kg führen, wobei höhere Mengen kaum mehr bringen.

Warum dann spritzen statt schlucken? Oral aufgenommenes L-Carnitin wird schlecht verwertet, je nach Menge nur zu 5 bis 18 Prozent. Was nicht aufgenommen wird, bauen Darmbakterien zu Trimethylamin ab, das die Leber zu TMAO umwandelt — einem Stoffwechselprodukt, das mit erhöhtem Herz-Kreislauf-Risiko in Verbindung gebracht wird. Die subkutane oder intravenöse Gabe wird vollständig verwertet und umgeht die TMAO-Bildung; in Tiermodellen förderte parenteral gegebenes L-Carnitin die Gefäßverkalkung nicht, orales dagegen schon.

Beobachteter Nutzen

Nebenwirkungen

Datenlage

Wie gut ist das belegt?

A
Umfangreiche Humanstudien
Zugelassenes Arzneimittel oder mehrere große kontrollierte Studien.

Auswertung von 37 randomisierten kontrollierten Studien.

Die Stufe beschreibt, wie gut untersucht ein Stoff ist — nicht, wie gut er wirkt. Eingestuft wird von Hand nach den unten aufgeführten Quellen; im Zweifel die schwächere Stufe.

Was die Stufen bedeuten und was hier fehlt
  1. AUmfangreiche HumanstudienZugelassenes Arzneimittel oder mehrere große kontrollierte Studien.
  2. BKlinische HumanstudienIn kontrollierten Studien am Menschen untersucht, Umfang begrenzt.
  3. CBegrenzte HumandatenKleine Studien, Fallserien oder Anwendung außerhalb kontrollierter Studien.
  4. DÜberwiegend TierstudienBelege stammen weit überwiegend aus Tiermodellen.
  5. EZell- und LaborversucheBelege stammen aus Zellkulturen oder Modellsystemen.

Für eine bessere EinstufungHöher geht diese Skala nicht — Stufe A ist die oberste.

Grundlage

Worauf sich alle Zahlen beziehen

Für L-Carnitine wird empfohlen, das 200-mg-Vial mit 2 mL bakteriostatischem Wasser anzumischen. Daraus ergibt sich eine Konzentration von 100 mg/mL.

Alle Zahlen weiter unten beziehen sich auf genau dieses Mischverhältnis. Die Einheitenangaben in den Tabellen gelten also nur, wenn du dieselbe Wassermenge verwendest.

Nimmst du mehr oder weniger Wasser, ändert sich die Konzentration — und damit jede Einheitenangabe. Die Wirkstoffmenge im Vial bleibt gleich, sie verteilt sich nur anders. Rechne in dem Fall mit dem Umrechner weiter unten, nicht mit den Tabellenwerten.

Angewendet wird einmal täglich, subkutan. Das Schema arbeitet sich schrittweise nach oben — die erste Stufe dient dazu, die Verträglichkeit zu prüfen.

Rechner

Eigene Dosis umrechnen

Aufziehen bis

Gerechnet mit 100 mg/mL auf einer U-100-Spritze. Vollständiger Rechner →

Zubereitung

Anmischen

  1. 2 mL bakteriostatisches Wasser mit einer sterilen Spritze aufziehen.
  2. Das Wasser langsam an der Innenwand des Vials hinunterlaufen lassen — nicht direkt auf das Pulver strahlen, sonst schäumt es.
  3. Das Vial vorsichtig schwenken oder rollen, bis sich das Pulver vollständig gelöst hat. Auf keinen Fall schütteln.
  4. Die Lösung muss klar sein. Ergibt 100 mg/mL.
  5. Vial mit Anmischdatum und Konzentration beschriften und sofort in den Kühlschrank stellen.

Bei 100 mg/mL entspricht 1 Einheit auf der U-100-Spritze (0,01 mL) etwa 1 mg.

Haltbarkeit

Lagerung

  • Gefriergetrocknet (ungeöffnet): einfrieren bei -20 °C
  • Angemischt: im Kühlschrank bei 2-8 °C
  • Vor Licht geschützt lagern und das Vial mit dem Anmischdatum beschriften.
Bedarf

Was du dafür brauchst

  • Gerechnet mit dem Standardschema oben und 7 Anwendungen pro Woche:
  • 12 Wochen: 39 Vials, 84 Insulinspritzen, 123 Alkoholtupfer, 78 mL bakteriostatisches Wasser (entspricht 8 × 10-mL-Flaschen).
  • 24 Wochen: 81 Vials, 168 Insulinspritzen, 249 Alkoholtupfer, 162 mL bakteriostatisches Wasser (entspricht 17 × 10-mL-Flaschen).
  • Ein Kanülenbehälter für die sichere Entsorgung.
  • Die Vialzahl ist aufgerundet; Restmengen im Vial sind dabei berücksichtigt.
Praxis

Wichtige Hinweise

Handhabung

Injektionstechnik

Beleg

Quellen

3Übersichtsarbeiten
10weitere Quellen
2024neueste Quelle
13Quellen insgesamt

Eingeordnet nach dem, was in der Quellenangabe selbst steht. Wo die Art nicht eindeutig hervorgeht, zählt der Eintrag als weitere Quelle — nicht als Studie.

Allgemeine Grundlagen (4)

Diese Quellen stehen auf vielen Protokollen — sie belegen Injektionstechnik, Lagerung und Handhabung, nicht die Wirkung dieses Peptids.

  • CDC Vaccine Administration GuidelinesBest practices during vaccination: subcutaneous injection angle (45-90°), site selection, no aspiration needed, rotation to prevent lipohypertrophyQuelle öffnen ↗
  • NCBI BookshelfClinical Procedures: Best Practices in Injection Administration (aseptic technique, preparation, sharps disposal)Quelle öffnen ↗
  • CDC Pink Book (14th Edition)Vaccine Administration (Chapter 6): subcutaneous injection technique (45-90° angle, no aspiration needed, site selection/rotation)Quelle öffnen ↗
  • Linus Pauling Institute, Oregon State University (2022)2022L-Carnitine Micronutrient Information Center: FDA-approved uses (dialysis 10-20 mg/kg IV), research summary, safety overviewQuelle öffnen ↗
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Vorgeschlagen anhand von Wirkprinzip, gemeinsamer Mischung und Forschungsgebiet dieser Sammlung. Das ist keine Aussage darüber, dass die Stoffe gleichwertig oder austauschbar wären.

Quellen und Berechnungsgrundlagen im jeweiligen Eintrag. Ursprüngliche Zusammenstellung ↗

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10.09.2026: Rückmeldelink, Quellenverweise und Linkvorschau ergänzt. Das ist keine medizinische Prüfung des Eintrags.