Ipamorelin
Ein Wachstumshormon-Anreger. Ipamorelin bringt die Hirnanhangsdrüse dazu, körpereigenes Wachstumshormon stoßweise auszuschütten. In den Vergleichsversuchen der Erstbeschreibung an Schweinen stiegen dabei ACTH und Cortisol nicht mit an — anders als bei den dort verglichenen Substanzen.
Erhältlich als 5 mg · 10 mg
Weitere Aktionen


In 30 Sekunden verstanden
- Was ist es?
- Wachstumshormon-Freisetzer · Einzelsubstanz
- Wofür erforscht?
- Wachstumshormonausschüttung und Magenbeweglichkeit
- Datenlage
- Stufe B — Klinische Humanstudien
- Einschränkung
- Eine Humanstudie zur Magenbeweglichkeit zeigte keinen signifikanten Vorteil; zusätzlich liegen kontrollierte pharmakologische Daten vor.
- Darreichungsform
- subkutane Injektion
Alle Zahlen unten — Startdosis, Einheiten, Anmischen, Lagerung und Bedarf — gelten für die gewählte Größe.
Diese Vialstärke im Rechner öffnen →Dosis und Häufigkeit gibst du dort selbst ein.
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Dosierungsschema
Standard – schrittweiser Aufbau
| Woche | Tagesdosis | Einheiten je Injektion |
|---|---|---|
| Woche 1-2 | 0,1 mg | 6 Einheiten (0,06 mL) |
| Woche 3-4 | 0,15 mg | 9 Einheiten (0,09 mL) |
| Woche 5-8 | 0,2 mg | 12 Einheiten (0,12 mL) |
| Woche 9-12 | 0,25 mg | 15 Einheiten (0,15 mL) |
Dosierungsschema
Standard – schrittweiser Aufbau
| Woche | Tagesdosis | Einheiten je Injektion |
|---|---|---|
| Woche 1-2 | 0,1 mg | 3 Einheiten (0,03 mL) |
| Woche 3-4 | 0,15 mg | 5 Einheiten (0,05 mL) |
| Woche 5-8 | 0,2 mg | 6 Einheiten (0,06 mL) |
| Woche 9-12 | 0,25 mg | 8 Einheiten (0,08 mL) |
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Was Ipamorelin tut
Ipamorelin bindet an den Rezeptor für Wachstumshormon-Freisetzer (GHSR-1a) und veranlasst die Hirnanhangsdrüse, körpereigenes Wachstumshormon stoßweise auszuschütten — also in dem Rhythmus, in dem der Körper es ohnehin freisetzt.
In der Humanstudie wurde Ipamorelin als 15-minütige intravenöse Infusion untersucht; der Wachstumshormonspiegel erreichte etwa 40 Minuten nach Beginn der Infusion seinen Höchstwert. Das darf nicht als Befund nach subkutaner Injektion dargestellt werden.
Dieser kurze, stoßweise Verlauf passt zur einmal täglichen Gabe. In Tierstudien stumpfte selbst eine dauerhafte tägliche Anwendung die Ausschüttung nicht merklich ab; Pausen werden dennoch vorsorglich empfohlen. Über dieselben Rezeptoren wirkt Ipamorelin zusätzlich auf den Magen-Darm-Trakt und kann die Magenentleerung beschleunigen.
Zulassung und Recht: Die US-Arzneimittelbehörde FDA führt Ipamorelinacetat in Kategorie 2 ihrer Liste zur Apothekenherstellung – das sind Wirkstoffe mit erheblichen Sicherheitsrisiken. Genannt werden Immunreaktionen durch Verklumpung des Wirkstoffs sowie Todesfälle nach Gabe in die Vene. Zugelassen ist Ipamorelinacetat nirgends.
Beobachteter Nutzen
- Löst eine stoßweise Ausschüttung von Wachstumshormon aus. Ob daraus mehr fettfreie Körpermasse oder eine bessere Regeneration folgt, ist für Ipamorelin nicht in Studien am Menschen geprüft.
- Die einzige kontrollierte Humanstudie zur Magenbeweglichkeit nach Operationen zeigte keinen statistisch signifikanten Vorteil gegenüber Placebo (p = 0,15).
- In den Tierversuchen der Erstbeschreibung stiegen ACTH und Cortisol nicht mit an; FSH, LH, Prolaktin und TSH blieben bei allen dort geprüften Substanzen unverändert.
- Eine Unterstützung der Magenbeweglichkeit wurde in vorklinischen Modellen beschrieben; in der kontrollierten Humanstudie wurde kein signifikanter Unterschied gegenüber Placebo gezeigt.
- In der kontrollierten Humanstudie wurde Ipamorelin insgesamt gut vertragen.
Nebenwirkungen
- Gelegentlich leichte Reaktionen an der Einstichstelle wie Rötung oder Schwellung.
- Sehr selten Wassereinlagerungen oder verstärktes Hungergefühl.
- Im Sport verboten: Ipamorelin ist in Abschnitt S2.2.4 der Verbotsliste der Welt-Anti-Doping-Agentur 2026 namentlich genannt.
Wie gut ist das belegt?
Eine Humanstudie zur Magenbeweglichkeit zeigte keinen signifikanten Vorteil; zusätzlich liegen kontrollierte pharmakologische Daten vor.
Die Stufe beschreibt, wie gut untersucht ein Stoff ist — nicht, wie gut er wirkt. Eingestuft wird von Hand nach den unten aufgeführten Quellen; im Zweifel die schwächere Stufe.
Was die Stufen bedeuten und was hier fehlt
- AUmfangreiche HumanstudienZugelassenes Arzneimittel oder mehrere große kontrollierte Studien.
- BKlinische HumanstudienIn kontrollierten Studien am Menschen untersucht, Umfang begrenzt.
- CBegrenzte HumandatenKleine Studien, Fallserien oder Anwendung außerhalb kontrollierter Studien.
- DÜberwiegend TierstudienBelege stammen weit überwiegend aus Tiermodellen.
- EZell- und LaborversucheBelege stammen aus Zellkulturen oder Modellsystemen.
Für eine bessere EinstufungFür Stufe A fehlen mehrere große kontrollierte Studien oder eine arzneimittelrechtliche Zulassung.
Worauf sich alle Zahlen beziehen
Für Ipamorelin wird empfohlen, das 5-mg-Vial mit 3 mL bakteriostatischem Wasser anzumischen. Daraus ergibt sich eine Konzentration von 1,67 mg/mL.
Alle Zahlen weiter unten beziehen sich auf genau dieses Mischverhältnis. Die Einheitenangaben in den Tabellen gelten also nur, wenn du dieselbe Wassermenge verwendest.
Nimmst du mehr oder weniger Wasser, ändert sich die Konzentration — und damit jede Einheitenangabe. Die Wirkstoffmenge im Vial bleibt gleich, sie verteilt sich nur anders. Rechne in dem Fall mit dem Umrechner weiter unten, nicht mit den Tabellenwerten.
Angewendet wird einmal täglich, subkutan. Das Schema arbeitet sich schrittweise nach oben — die erste Stufe dient dazu, die Verträglichkeit zu prüfen.
Worauf sich alle Zahlen beziehen
Für Ipamorelin wird empfohlen, das 10-mg-Vial mit 3 mL bakteriostatischem Wasser anzumischen. Daraus ergibt sich eine Konzentration von 3,33 mg/mL.
Alle Zahlen weiter unten beziehen sich auf genau dieses Mischverhältnis. Die Einheitenangaben in den Tabellen gelten also nur, wenn du dieselbe Wassermenge verwendest.
Nimmst du mehr oder weniger Wasser, ändert sich die Konzentration — und damit jede Einheitenangabe. Die Wirkstoffmenge im Vial bleibt gleich, sie verteilt sich nur anders. Rechne in dem Fall mit dem Umrechner weiter unten, nicht mit den Tabellenwerten.
Angewendet wird einmal täglich, subkutan. Das Schema arbeitet sich schrittweise nach oben — die erste Stufe dient dazu, die Verträglichkeit zu prüfen.
Eigene Dosis umrechnen
Gerechnet mit 1,67 mg/mL auf einer U-100-Spritze. Vollständiger Rechner →
Eigene Dosis umrechnen
Gerechnet mit 3,33 mg/mL auf einer U-100-Spritze. Vollständiger Rechner →
Anmischen
- 3 mL bakteriostatisches Wasser mit einer sterilen Spritze aufziehen.
- Das Wasser langsam an der Innenwand des Vials hinunterlaufen lassen — nicht direkt auf das Pulver strahlen, sonst schäumt es.
- Das Vial vorsichtig schwenken oder rollen, bis sich das Pulver vollständig gelöst hat. Auf keinen Fall schütteln.
- Die Lösung muss klar sein. Ergibt 1,67 mg/mL.
- Vial mit Anmischdatum und Konzentration beschriften und sofort in den Kühlschrank stellen.
Bei 1,67 mg/mL entspricht 1 Einheit auf der U-100-Spritze (0,01 mL) etwa 0,017 mg.
Anmischen
- 3 mL bakteriostatisches Wasser mit einer sterilen Spritze aufziehen.
- Das Wasser langsam an der Innenwand des Vials hinunterlaufen lassen — nicht direkt auf das Pulver strahlen, sonst schäumt es.
- Das Vial vorsichtig schwenken oder rollen, bis sich das Pulver vollständig gelöst hat. Auf keinen Fall schütteln.
- Die Lösung muss klar sein. Ergibt 3,33 mg/mL.
- Vial mit Anmischdatum und Konzentration beschriften und sofort in den Kühlschrank stellen.
Bei 3,33 mg/mL entspricht 1 Einheit auf der U-100-Spritze (0,01 mL) etwa 0,033 mg.
Lagerung
- Gefriergetrocknet (ungeöffnet): einfrieren bei -8 °C
- Angemischt: im Kühlschrank bei 2-8 °C
- Vor Licht geschützt lagern und das Vial mit dem Anmischdatum beschriften.
Lagerung
- Gefriergetrocknet (ungeöffnet): einfrieren bei -8 °C
- Angemischt: im Kühlschrank bei 2-8 °C
- Vor Licht geschützt lagern und das Vial mit dem Anmischdatum beschriften.
Was du dafür brauchst
- Gerechnet mit dem Standardschema oben und 7 Anwendungen pro Woche:
- 12 Wochen: 4 Vials, 84 Insulinspritzen, 88 Alkoholtupfer, 12 mL bakteriostatisches Wasser (entspricht 2 × 10-mL-Flaschen).
- 24 Wochen: 8 Vials, 168 Insulinspritzen, 176 Alkoholtupfer, 24 mL bakteriostatisches Wasser (entspricht 3 × 10-mL-Flaschen).
- Ein Kanülenbehälter für die sichere Entsorgung.
- Die Vialzahl ist aufgerundet; Restmengen im Vial sind dabei berücksichtigt.
Was du dafür brauchst
- Gerechnet mit dem Standardschema oben und 7 Anwendungen pro Woche:
- 12 Wochen: 2 Vials, 84 Insulinspritzen, 86 Alkoholtupfer, 6 mL bakteriostatisches Wasser (entspricht 1 × 10-mL-Flasche).
- 24 Wochen: 4 Vials, 168 Insulinspritzen, 172 Alkoholtupfer, 12 mL bakteriostatisches Wasser (entspricht 2 × 10-mL-Flaschen).
- Ein Kanülenbehälter für die sichere Entsorgung.
- Die Vialzahl ist aufgerundet; Restmengen im Vial sind dabei berücksichtigt.
Wichtige Hinweise
- Dosis, Datum und Einstichstelle jedes Mal notieren — nur so bleibt der Verlauf nachvollziehbar.
- Schrittweise steigern und Aufbaustufen nicht überspringen.
- Angemischte Vials nie über das angegebene Haltbarkeitsfenster hinaus verwenden.
- Bei trüber Lösung, Flocken oder Verfärbung das Vial verwerfen.
Injektionstechnik
- Vialdeckel und Einstichstelle mit einem Alkoholtupfer reinigen und vollständig trocknen lassen.
- Eine Hautfalte abheben und die Nadel im Winkel von 45 bis 90 Grad in das Unterhautfettgewebe einführen.
- Bei subkutaner Gabe nicht aspirieren. Langsam und gleichmäßig injizieren.
- Nach dem Injizieren einige Sekunden warten, bevor die Nadel zurückgezogen wird — so geht keine Dosis verloren.
- Einstichstellen systematisch wechseln (Bauch, Oberschenkel, Oberarm), um Verhärtungen zu vermeiden.
- Für jede Injektion eine neue sterile Nadel verwenden und sie sofort in einen Kanülenbehälter entsorgen.
Seitenstand: . Veröffentlichungsjahre stehen bei den einzelnen Quellen.
Quellen
Eingeordnet nach dem, was in der Quellenangabe selbst steht. Wo die Art nicht eindeutig hervorgeht, zählt der Eintrag als weitere Quelle — nicht als Studie.
- Translational Andrology and Urology (PMC)Übersichtsarbeit2020Beyond the androgen receptor: the role of growth hormone secretagogues in the modern management of body composition in hypogonadal males (2020 review)Quelle öffnen ↗
- European Journal of Endocrinology (PubMed)1998Ipamorelin, the first selective growth hormone secretagogue (1998 preclinical pharmacology study)Quelle öffnen ↗
- European Journal of AnatomyTiermodell2002Chronic in vivo Ipamorelin treatment stimulates body weight gain and growth hormone (GH) release in vitro in young female rats (2002 animal study on chronic dosing)Quelle öffnen ↗
- Pharmaceutical Research (PubMed)1999Pharmacokinetic-pharmacodynamic modeling of ipamorelin, a growth hormone releasing peptide, in human volunteers (1999 Phase I clinical pharmacology study)Quelle öffnen ↗
- International Journal of Colorectal Disease (PubMed)Randomisierte Studie2014Prospective, randomized, controlled, proof-of-concept study of the ghrelin mimetic ipamorelin for the management of postoperative ileus in bowel resection patients (2014 Phase II clinical trial)Quelle öffnen ↗
- Creative PeptidesPeptidhersteller: Angaben zur Haltbarkeit von PeptidenQuelle öffnen ↗
- FDA – Wirkstoffe mit möglichen SicherheitsrisikenListe der US-Arzneimittelbehörde: Ipamorelinacetat in Kategorie 2; genannt werden Immunreaktionen und Todesfälle nach Gabe in die VeneQuelle öffnen ↗
- WADA – Verbotsliste 20262026Wachstumshormon-Auslöser, darunter Ipamorelin, stehen unter Abschnitt S2.2.4Quelle öffnen ↗
- Frontiers in Endocrinology (2026)Übersichtsarbeit2026Dominikowski A, et al.: Übersicht zur Wachstumshormonachse und zu leistungsbezogenen Peptiden; keine Zulassung und bei mehreren Stoffen keine belastbaren Human-Endpunkte.Quelle öffnen ↗
Allgemeine Grundlagen (5)
Diese Quellen stehen auf vielen Protokollen — sie belegen Injektionstechnik, Lagerung und Handhabung, nicht die Wirkung dieses Peptids.
- Johns Hopkins Arthritis CenterHow to Give a Subcutaneous Injection (patient educational resource)Quelle öffnen ↗
- NCBI BookshelfBest practices for injection: asepsis, preparation, and administration techniquesQuelle öffnen ↗
- Pharmacologic Considerations (PMC)ÜbersichtsarbeitSubcutaneous drug injection: review of pharmacologic considerations and site rotation practicesQuelle öffnen ↗
- NIBSC (National Institute for Biological Standards)Peptide Handling, Dissolution & Storage Guidelines (peptide storage recommendations)Quelle öffnen ↗
- Bachem (Peptide Manufacturer)Handling and Storage Guidelines for Peptides (technical best-practices)Quelle öffnen ↗
Ähnliche Peptide
Vorgeschlagen anhand von Wirkprinzip, gemeinsamer Mischung und Forschungsgebiet dieser Sammlung. Das ist keine Aussage darüber, dass die Stoffe gleichwertig oder austauschbar wären.
Quellen und Berechnungsgrundlagen im jeweiligen Eintrag. Die Dosierungsschemata stammen aus Erfahrungsberichten, nicht aus Studien am Menschen; hier nachgerechnet ist die Umrechnung auf Vialgröße und Spritzeneinheiten.