Fragment 176-191
Ein Bruchstück des Wachstumshormons, das nur dessen fettlösenden Teil enthält. Im Tierversuch senkte es Fettmasse und Gewichtszunahme, ohne Wachstum oder Blutzucker zu beeinflussen. Am Menschen ist es nie untersucht worden — was darüber kursiert, stammt aus Studien zur abgewandelten Form AOD-9604.
Erhältlich als 2 mg · 5 mg
In 30 Sekunden verstanden
- Was ist es?
- Fettabbau-Fragment · Einzelsubstanz
- Wofür erforscht?
- Abnehmen und Körperfett
- Datenlage
- Stufe D — Überwiegend Tierstudien
- Einschränkung
- Ausschließlich Tier- und Zellversuche. Es existiert keine Studie am Menschen; kursierende Angaben stammen von der abgewandelten Form AOD-9604.
- Darreichungsform
- subkutane Injektion
Alle Zahlen unten — Startdosis, Einheiten, Anmischen, Lagerung und Bedarf — gelten für die gewählte Größe.
Diese Vialstärke im Rechner öffnen →Dosis und Häufigkeit gibst du dort selbst ein.
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Dosierungsschema
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Was Fragment 176-191 tut
Das menschliche Wachstumshormon besteht aus 191 Aminosäuren. Anfang der 1990er Jahre zeigte die Arbeitsgruppe um Frank Ng in Melbourne, dass die fettlösende Wirkung fast vollständig am hinteren Ende des Moleküls sitzt, an den Aminosäuren 176 bis 191. Fragment 176-191 ist genau dieses Endstück: eine Kette aus 16 Aminosäuren mit der Summenformel C78H123N23O22S2 und einer Molmasse von rund 1799 g/mol.
Der Gedanke hinter der Verkürzung: Die wachstumsfördernden und blutzuckerwirksamen Eigenschaften des vollständigen Hormons sitzen am vorderen Ende. Wer nur das hintere Stück verwendet, sollte deshalb den Fettabbau bekommen, ohne den IGF-1-Spiegel anzuheben und ohne die Insulinwirkung zu verschlechtern. In Mäusen ging diese Rechnung auf.
Wie es genau wirkt, ist nicht abschließend geklärt. In isolierten Fettzellen steigert es die Freisetzung von Glycerin, im Tiermodell erhöht es die Zahl der Beta-3-Adrenozeptoren im Fettgewebe. Eine Arbeit an Mäusen ohne diesen Rezeptor zeigte allerdings, dass die Gewichtsabnahme dort ausblieb, die kurzfristige Steigerung von Energieverbrauch und Fettverbrennung dagegen nicht. Der Wirkweg läuft also nicht allein über den Beta-3-Rezeptor.
Wichtig für die Einordnung: Fragment 176-191 und AOD-9604 sind nicht dasselbe. Sie unterscheiden sich um genau eine Aminosäure — bei AOD-9604 steht an der ersten Stelle ein Tyrosin statt des Phenylalanins, weshalb es auch als Tyr-hGH(177-191) geschrieben wird. Nur AOD-9604 wurde am Menschen geprüft, Fragment 176-191 nicht.
Zur Verweildauer im Körper gibt es keine veröffentlichte Untersuchung. In Praxisquellen kursieren Angaben von 15 bis 20 Minuten und von etwa 30 Minuten — die Zahlen widersprechen sich und keine davon nennt eine Studie als Grundlage.
Beobachteter Nutzen
- Im Mausmodell für Adipositas (ob/ob) senkte eine tägliche Gabe von 0,2 Milligramm je Kilogramm Körpergewicht über 18 Tage die Gewichtszunahme um rund 27 Prozent gegenüber unbehandelten Tieren — bei männlichen wie weiblichen Tieren.
- In denselben Versuchen nahm die Masse des Fettgewebes ab, und die Fettneubildung im Gewebe wurde deutlich gehemmt.
- Der Zuckerstoffwechsel blieb unbeeinflusst. Genau das war der Zweck der Substanz: Fettabbau ohne die Nebenwirkungen des vollständigen Wachstumshormons.
- Für den Menschen ist nichts davon belegt. Es existiert keine veröffentlichte Studie am Menschen — weder zur Wirksamkeit noch zur Sicherheit.
- Was aus der geprüften Abwandlung folgt, stimmt nachdenklich: AOD-9604 verlor in einer Studie über zwölf Wochen rund 1,8 Kilogramm mehr als Placebo, verfehlte aber in der Verlängerung über 24 Wochen die Wirksamkeit. Die Entwicklung wurde daraufhin eingestellt. Für Fragment 176-191 selbst existiert nicht einmal das.
- Eine Abfrage des US-Studienregisters ClinicalTrials.gov am 1. September 2026 lieferte weder für Fragment 176-191 noch für AOD-9604 einen einzigen Eintrag. Es läuft also auch derzeit keine registrierte Studie am Menschen.
Nebenwirkungen
- Da keine Humanstudien vorliegen, gibt es auch keine erhobenen Nebenwirkungsdaten. Aussagen wie „gut verträglich“ stammen aus Erfahrungsberichten, nicht aus Messungen.
- Was sich allenfalls von der verwandten Substanz ableiten lässt: Bei AOD-9604 zeigten Studien am Menschen keine Veränderung von IGF-1 und keine Verschlechterung der Blutzuckerwerte. Ob dasselbe für Fragment 176-191 gilt, ist nicht geprüft worden.
- Die US-Arzneimittelbehörde hat für die verwandte Substanz AOD-9604 vorgeschlagen, sie nicht in die Liste der zum Anmischen zugelassenen Wirkstoffe aufzunehmen. Als Gründe nennt sie das Risiko einer Immunreaktion und unzureichende Sicherheitsdaten.
- Das Peptid ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und für die Anwendung am Menschen nicht freigegeben.
- Im Sport verboten: Wachstumshormon und seine Fragmente sind in Abschnitt S2 der WADA-Verbotsliste erfasst.
Wie gut ist das belegt?
Ausschließlich Tier- und Zellversuche. Es existiert keine Studie am Menschen; kursierende Angaben stammen von der abgewandelten Form AOD-9604.
Die Stufe beschreibt, wie gut untersucht ein Stoff ist — nicht, wie gut er wirkt. Eingestuft wird von Hand nach den unten aufgeführten Quellen; im Zweifel die schwächere Stufe.
Was die Stufen bedeuten und was hier fehlt
- AUmfangreiche HumanstudienZugelassenes Arzneimittel oder mehrere große kontrollierte Studien.
- BKlinische HumanstudienIn kontrollierten Studien am Menschen untersucht, Umfang begrenzt.
- CBegrenzte HumandatenKleine Studien, Fallserien oder Anwendung außerhalb kontrollierter Studien.
- DÜberwiegend TierstudienBelege stammen weit überwiegend aus Tiermodellen.
- EZell- und LaborversucheBelege stammen aus Zellkulturen oder Modellsystemen.
Für eine bessere EinstufungFür Stufe C fehlen Daten am Menschen — auch kleine Studien oder Fallserien.
Worauf sich alle Zahlen beziehen
Für Fragment 176-191 wird empfohlen, das 2-mg-Vial mit 2 mL bakteriostatischem Wasser anzumischen. Daraus ergibt sich eine Konzentration von 1 mg/mL.
Alle Zahlen weiter unten beziehen sich auf genau dieses Mischverhältnis. Die Einheitenangaben in den Tabellen gelten also nur, wenn du dieselbe Wassermenge verwendest.
Nimmst du mehr oder weniger Wasser, ändert sich die Konzentration — und damit jede Einheitenangabe. Die Wirkstoffmenge im Vial bleibt gleich, sie verteilt sich nur anders. Rechne in dem Fall mit dem Umrechner weiter unten, nicht mit den Tabellenwerten.
Angewendet wird einmal täglich, subkutan. Das Schema arbeitet sich schrittweise nach oben — die erste Stufe dient dazu, die Verträglichkeit zu prüfen.
Worauf sich alle Zahlen beziehen
Für Fragment 176-191 wird empfohlen, das 5-mg-Vial mit 2 mL bakteriostatischem Wasser anzumischen. Daraus ergibt sich eine Konzentration von 2,5 mg/mL.
Alle Zahlen weiter unten beziehen sich auf genau dieses Mischverhältnis. Die Einheitenangaben in den Tabellen gelten also nur, wenn du dieselbe Wassermenge verwendest.
Nimmst du mehr oder weniger Wasser, ändert sich die Konzentration — und damit jede Einheitenangabe. Die Wirkstoffmenge im Vial bleibt gleich, sie verteilt sich nur anders. Rechne in dem Fall mit dem Umrechner weiter unten, nicht mit den Tabellenwerten.
Angewendet wird einmal täglich, subkutan. Das Schema arbeitet sich schrittweise nach oben — die erste Stufe dient dazu, die Verträglichkeit zu prüfen.
Eigene Dosis umrechnen
Gerechnet mit 1 mg/mL auf einer U-100-Spritze. Vollständiger Rechner →
Eigene Dosis umrechnen
Gerechnet mit 2,5 mg/mL auf einer U-100-Spritze. Vollständiger Rechner →
Anmischen
- 2 mL bakteriostatisches Wasser mit einer sterilen Spritze aufziehen.
- Das Wasser langsam an der Innenwand des Vials hinunterlaufen lassen — nicht direkt auf das Pulver strahlen, sonst schäumt es.
- Das Vial vorsichtig schwenken oder rollen, bis sich das Pulver vollständig gelöst hat. Auf keinen Fall schütteln.
- Die Lösung muss klar sein. Ergibt 1 mg/mL.
- Vial mit Anmischdatum und Konzentration beschriften und sofort in den Kühlschrank stellen.
Bei 1 mg/mL entspricht 1 Einheit auf der U-100-Spritze (0,01 mL) etwa 0,01 mg.
Anmischen
- 2 mL bakteriostatisches Wasser mit einer sterilen Spritze aufziehen.
- Das Wasser langsam an der Innenwand des Vials hinunterlaufen lassen — nicht direkt auf das Pulver strahlen, sonst schäumt es.
- Das Vial vorsichtig schwenken oder rollen, bis sich das Pulver vollständig gelöst hat. Auf keinen Fall schütteln.
- Die Lösung muss klar sein. Ergibt 2,5 mg/mL.
- Vial mit Anmischdatum und Konzentration beschriften und sofort in den Kühlschrank stellen.
Bei 2,5 mg/mL entspricht 1 Einheit auf der U-100-Spritze (0,01 mL) etwa 0,025 mg.
Lagerung
- Gefriergetrocknet (ungeöffnet): einfrieren bei -20 °C
- Angemischt: im Kühlschrank bei 2-8 °C
- Wiederholtes Einfrieren und Auftauen vermeiden.
- Vor Licht geschützt lagern und das Vial mit dem Anmischdatum beschriften.
Lagerung
- Gefriergetrocknet (ungeöffnet): einfrieren bei -20 °C
- Angemischt: im Kühlschrank bei 2-8 °C
- Wiederholtes Einfrieren und Auftauen vermeiden.
- Vor Licht geschützt lagern und das Vial mit dem Anmischdatum beschriften.
Wichtige Hinweise
- Dosis, Datum und Einstichstelle jedes Mal notieren — nur so bleibt der Verlauf nachvollziehbar.
- Schrittweise steigern und Aufbaustufen nicht überspringen.
- Angemischte Vials nie über das angegebene Haltbarkeitsfenster hinaus verwenden.
- Bei trüber Lösung, Flocken oder Verfärbung das Vial verwerfen.
Injektionstechnik
- Vialdeckel und Einstichstelle mit einem Alkoholtupfer reinigen und vollständig trocknen lassen.
- Eine Hautfalte abheben und die Nadel im Winkel von 45 bis 90 Grad in das Unterhautfettgewebe einführen.
- Bei subkutaner Gabe nicht aspirieren. Langsam und gleichmäßig injizieren.
- Nach dem Injizieren einige Sekunden warten, bevor die Nadel zurückgezogen wird — so geht keine Dosis verloren.
- Einstichstellen systematisch wechseln (Bauch, Oberschenkel, Oberarm), um Verhärtungen zu vermeiden.
- Für jede Injektion eine neue sterile Nadel verwenden und sie sofort in einen Kanülenbehälter entsorgen.
Quellen
Eingeordnet nach dem, was in der Quellenangabe selbst steht. Wo die Art nicht eindeutig hervorgeht, zählt der Eintrag als weitere Quelle — nicht als Studie.
- Natera SH, Jiang WJ, Ng FM (1994), Biochem Mol Biol Int 33(5):1011-211994Reduction of cumulative body weight gain and adipose tissue mass in obese mice: response to chronic treatment with synthetic hGH 177-191 peptide. Die Ausgangsarbeit mit der Dosis 0,2 mg/kg täglich über 18 Tage im ob/ob-Mausmodell.Quelle öffnen ↗
- Heffernan M, Summers RJ, Thorburn A, Ogru E, Gianello R, Jiang WJ, Ng FM (2001), Endocrinology 142(12):5182-92001The effects of human GH and its lipolytic fragment (AOD9604) on lipid metabolism following chronic treatment in obese mice and beta3-AR knock-out mice. Zeigt, dass der Wirkweg nicht allein über den Beta-3-Adrenozeptor läuft.Quelle öffnen ↗
- Ng FM et al. (2000), Am J Physiol Endocrinol Metab 279(3):E501-7Tiermodell2000Effects of oral administration of a synthetic fragment of human growth hormone on lipid metabolism. Untersuchung zur oralen Gabe des Fragments im Tiermodell.Quelle öffnen ↗
- Habibullah MM et al. (2022), Drug Des Devel Ther 16:1963-1974Laborversuch2022Human Growth Hormone Fragment 176-191 Peptide Enhances the Toxicity of Doxorubicin-Loaded Chitosan Nanoparticles Against MCF-7 Breast Cancer Cells. Zellkulturarbeit ausserhalb des Fettstoffwechsels.Quelle öffnen ↗
Allgemeine Grundlagen (4)
Diese Quellen stehen auf vielen Protokollen — sie belegen Injektionstechnik, Lagerung und Handhabung, nicht die Wirkung dieses Peptids.
- WADA — Verbotsliste, Abschnitt S2Peptidhormone, Wachstumsfaktoren und verwandte Substanzen. Wachstumshormon und seine Fragmente sind im Sport verboten.Quelle öffnen ↗
- ClinicalTrials.gov — Registerabfrage2026Suche nach „AOD9604“, „AOD-9604“ und „hGH fragment 176-191“ am 1. September 2026: null Treffer. Keine registrierte Studie am Menschen.Quelle öffnen ↗
- FDA — Bulk Drug Substances Used in Compounding Under Section 503AÜbersichtsarbeitÜbersicht der Behörde zu Wirkstoffen, die zum Anmischen verwendet werden dürfen. AOD-9604 ist dort als noch zu bewertende Substanz geführt.Quelle öffnen ↗
- AOD9604 — Übersicht zur abgewandelten FormÜbersichtsarbeitBeschreibt den Aufbau (Tyrosin statt Phenylalanin an erster Stelle) und den Abbruch der Entwicklung nach der 24-Wochen-Studie.Quelle öffnen ↗
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Vorgeschlagen anhand von Wirkprinzip, gemeinsamer Mischung und Forschungsgebiet dieser Sammlung. Das ist keine Aussage darüber, dass die Stoffe gleichwertig oder austauschbar wären.
Diese Seite wurde eigens recherchiert und stützt sich ausschließlich auf die oben aufgeführten Quellen.