Adipotide
Ein Wirkstoff, der die Blutversorgung des Fettgewebes kappt. In Tierversuchen führte das zu erheblichem Fettverlust. Achtung: Die klinische Entwicklung wurde wegen Nierenschäden eingestellt.

In 30 Sekunden verstanden
- Was ist es?
- Fettgewebe-Wirkstoff · Einzelsubstanz
- Wofür erforscht?
- Abnehmen und Körperfett
- Datenlage
- Stufe C — Begrenzte Humandaten
- Einschränkung
- Phase-1-Studie begonnen, Entwicklung wegen Nierenschäden eingestellt.
- Darreichungsform
- subkutane Injektion
Diese Vialstärke im Rechner öffnen →Dosis und Häufigkeit gibst du dort selbst ein.
Dosierungsschema
Standard – schrittweiser Aufbau
| Woche | Tagesdosis | Einheiten je Injektion |
|---|---|---|
| Woche 1-2 | 0,25 mg | 7,5 Einheiten (0,08 mL) |
| Woche 3-4 | 0,5 mg | 15 Einheiten (0,15 mL) |
| Woche 5-6 | 0,75 mg | 22,5 Einheiten (0,23 mL) |
| Woche 7-8 | 1,0 mg | 30 Einheiten (0,30 mL) |
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Was Adipotide tut
Adipotid ist eine peptidähnliche Verbindung, die gezielt die Blutgefäße im weißen Fettgewebe ansteuert. Sie bindet dort an Prohibitin-1 auf der Gefäßinnenwand.
Nach dem Andocken setzt sie einen Abschnitt frei, der den programmierten Zelltod auslöst. Das zerstört die Gefäße, schneidet die Fettzellen von der Blutversorgung ab und führt dazu, dass diese absterben und abgebaut werden.
In vorklinischen Studien verloren fettleibige Nagetiere rund 30 Prozent ihres Körpergewichts, fettleibige Primaten etwa 11 Prozent innerhalb von vier Wochen. Eine erste Phase-1-Studie am Menschen wurde bei Krebspatienten mit Adipositas begonnen.
Entscheidend: Die weitere klinische Entwicklung wurde eingestellt — aus strategischen Gründen und wegen Sicherheitsbedenken, darunter rückbildungsfähige Nierenwirkungen bei höheren Dosierungen.
Beobachteter Nutzen
- In vorklinischen Studien deutliche und gezielte Verringerung der Fettmasse: bis zu 30 Prozent Körpergewicht bei Nagetieren, rund 11 Prozent bei Primaten über vier Wochen.
- Der Wirkmechanismus richtet sich gezielt gegen die Gefäße des Fettgewebes und schonte in vorklinischen Modellen andere Gewebe.
Nebenwirkungen
- Sicherheitsbedenken stehen im Vordergrund: Die klinische Entwicklung wurde eingestellt. In vorklinischen Studien trat eine dosisabhängige, rückbildungsfähige Nierenschädigung auf.
- Leichte Reaktionen an der Einstichstelle wie Rötung oder Schwellung.
- Zum Menschen liegen nur Daten aus einer Phase-1-Studie vor; das Langzeitprofil ist unbekannt.
Wie gut ist das belegt?
Phase-1-Studie begonnen, Entwicklung wegen Nierenschäden eingestellt.
Die Stufe beschreibt, wie gut untersucht ein Stoff ist — nicht, wie gut er wirkt. Eingestuft wird von Hand nach den unten aufgeführten Quellen; im Zweifel die schwächere Stufe.
Was die Stufen bedeuten und was hier fehlt
- AUmfangreiche HumanstudienZugelassenes Arzneimittel oder mehrere große kontrollierte Studien.
- BKlinische HumanstudienIn kontrollierten Studien am Menschen untersucht, Umfang begrenzt.
- CBegrenzte HumandatenKleine Studien, Fallserien oder Anwendung außerhalb kontrollierter Studien.
- DÜberwiegend TierstudienBelege stammen weit überwiegend aus Tiermodellen.
- EZell- und LaborversucheBelege stammen aus Zellkulturen oder Modellsystemen.
Für eine bessere EinstufungFür Stufe B fehlen kontrollierte Studien am Menschen.
Worauf sich alle Zahlen beziehen
Für Adipotide wird empfohlen, das 10-mg-Vial mit 3 mL bakteriostatischem Wasser anzumischen. Daraus ergibt sich eine Konzentration von 3,33 mg/mL.
Alle Zahlen weiter unten beziehen sich auf genau dieses Mischverhältnis. Die Einheitenangaben in den Tabellen gelten also nur, wenn du dieselbe Wassermenge verwendest.
Nimmst du mehr oder weniger Wasser, ändert sich die Konzentration — und damit jede Einheitenangabe. Die Wirkstoffmenge im Vial bleibt gleich, sie verteilt sich nur anders. Rechne in dem Fall mit dem Umrechner weiter unten, nicht mit den Tabellenwerten.
Angewendet wird einmal täglich, subkutan. Das Schema arbeitet sich schrittweise nach oben — die erste Stufe dient dazu, die Verträglichkeit zu prüfen.
Eigene Dosis umrechnen
Gerechnet mit 3,33 mg/mL auf einer U-100-Spritze. Vollständiger Rechner →
Anmischen
- 3 mL bakteriostatisches Wasser mit einer sterilen Spritze aufziehen.
- Das Wasser langsam an der Innenwand des Vials hinunterlaufen lassen — nicht direkt auf das Pulver strahlen, sonst schäumt es.
- Das Vial vorsichtig schwenken oder rollen, bis sich das Pulver vollständig gelöst hat. Auf keinen Fall schütteln.
- Die Lösung muss klar sein. Ergibt 3,33 mg/mL.
- Vial mit Anmischdatum und Konzentration beschriften und sofort in den Kühlschrank stellen.
Bei 3,33 mg/mL entspricht 1 Einheit auf der U-100-Spritze (0,01 mL) etwa 0,033 mg.
Lagerung
- Gefriergetrocknet (ungeöffnet): einfrieren bei -20 °C
- Angemischt: im Kühlschrank bei 2-8 °C
- Wiederholtes Einfrieren und Auftauen vermeiden.
- Vor Licht geschützt lagern und das Vial mit dem Anmischdatum beschriften.
Was du dafür brauchst
- Gerechnet mit dem Standardschema oben und 7 Anwendungen pro Woche:
- 12 Wochen: 7 Vials, 84 Insulinspritzen, 91 Alkoholtupfer, 21 mL bakteriostatisches Wasser (entspricht 3 × 10-mL-Flaschen).
- 24 Wochen: 15 Vials, 168 Insulinspritzen, 183 Alkoholtupfer, 45 mL bakteriostatisches Wasser (entspricht 5 × 10-mL-Flaschen).
- Ein Kanülenbehälter für die sichere Entsorgung.
- Die Vialzahl ist aufgerundet; Restmengen im Vial sind dabei berücksichtigt.
Wichtige Hinweise
- Dosis, Datum und Einstichstelle jedes Mal notieren — nur so bleibt der Verlauf nachvollziehbar.
- Schrittweise steigern und Aufbaustufen nicht überspringen.
- Angemischte Vials nie über das angegebene Haltbarkeitsfenster hinaus verwenden.
- Bei trüber Lösung, Flocken oder Verfärbung das Vial verwerfen.
Injektionstechnik
- Vialdeckel und Einstichstelle mit einem Alkoholtupfer reinigen und vollständig trocknen lassen.
- Eine Hautfalte abheben und die Nadel im Winkel von 45 bis 90 Grad in das Unterhautfettgewebe einführen.
- Bei subkutaner Gabe nicht aspirieren. Langsam und gleichmäßig injizieren.
- Nach dem Injizieren einige Sekunden warten, bevor die Nadel zurückgezogen wird — so geht keine Dosis verloren.
- Einstichstellen systematisch wechseln (Bauch, Oberschenkel, Oberarm), um Verhärtungen zu vermeiden.
- Für jede Injektion eine neue sterile Nadel verwenden und sie sofort in einen Kanülenbehälter entsorgen.
Quellen
Eingeordnet nach dem, was in der Quellenangabe selbst steht. Wo die Art nicht eindeutig hervorgeht, zählt der Eintrag als weitere Quelle — nicht als Studie.
- Science Translational Medicine (PubMed)A peptidomimetic targeting white fat causes weight loss and improved insulin resistance in obese monkeysQuelle öffnen ↗
- MD Anderson Cancer CenterObese Monkeys Lose Weight on Drug that Attacks Blood Supply of Fat CellsQuelle öffnen ↗
- Arrowhead Pharmaceuticals (2012)Phase-1-Studie2012Official announcement of first-patient dosing in the Adipotide phase 1 clinical trial.Quelle öffnen ↗
- Cardiovascular Diabetology (PMC)Advances and challenges of targeting epicardial adipose tissue (EAT) and perivascular adipose tissue (PVAT)Quelle öffnen ↗
- Bachem Technical NoteCare and Handling of PeptidesQuelle öffnen ↗
- BC Open Textbook Project7.3 Intradermal and Subcutaneous Injections - Clinical Procedures for Safer Patient CareQuelle öffnen ↗
- Immunize.org (IAC)Amtliche AngabeAsk the Experts: Administering Vaccines - General Issues (no aspiration guidance)Quelle öffnen ↗
- Los Angeles TimesCancer treatment shows promise for rapid weight lossQuelle öffnen ↗
- ScienceDailyObese monkeys lose weight on drug that attacks blood supply of fat cellsQuelle öffnen ↗
Allgemeine Grundlagen (4)
Diese Quellen stehen auf vielen Protokollen — sie belegen Injektionstechnik, Lagerung und Handhabung, nicht die Wirkung dieses Peptids.
- CDCAmtliche AngabeVaccine administration: subcutaneous route guidanceQuelle öffnen ↗
- CDC (Subcut Injection PDF)Amtliche AngabeTechnique diagram and site guidance for subcutaneous injectionsQuelle öffnen ↗
- NCBI BookshelfBest practices for injection (asepsis, preparation, and administration)Quelle öffnen ↗
- Subcutaneous Drug Injection Review (PMC)ÜbersichtsarbeitPharmacologic considerations of the subcutaneous routeQuelle öffnen ↗
Ähnliche Peptide
Vorgeschlagen anhand von Wirkprinzip, gemeinsamer Mischung und Forschungsgebiet dieser Sammlung. Das ist keine Aussage darüber, dass die Stoffe gleichwertig oder austauschbar wären.
Quellen und Berechnungsgrundlagen im jeweiligen Eintrag. Ursprüngliche Zusammenstellung ↗